Modelle mit großer Typklassen-Veränderung

Typklassen 2021 in der Kfz-Versicherung

Schlechtere Einstufung für viele Autos – Kfz-Versicherung wird teurer!

Die neuen Typklassen für 2021 sind da: Für jeden vierten Autofahrer ändert sich die Einstufung. Im schlechten Fall steigt der Beitrag dadurch erheblich an!
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die neuen Typklassen der Kfz-Versicherung fürs Jahr 2021 veröffentlicht. Für rund elf Millionen Autofahrer ändert sich die Typklasse im kommenden Versicherungsjahr. Knapp 6,1 Millionen von ihnen wurden höher eingestuft – das kann höhere Kfz-Versicherungsbeiträge bedeuten. Für 4,9 Millionen Verträge verbessert sich die Typklasse. Für die übrigen 30,6 Millionen bleibt die Typklasse bestehen. Einmal jährlich gibt der GDV die Typklassen heraus. Sie geben den Versicherern eine unverbindliche Einschätzung über das Schadensrisiko eines Autos. Daran orientieren sich auch die Beiträge: Je höher die Typklasse, desto höher ist in der Regel die Versicherungsprämie.
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Typklassen 2021: wenige Ausreißer mit großen Veränderungen

Die wenigsten Autos verändern sich um mehr als eine Stufe. Ausreißer, die sich um mehrere Typklassen verbessern oder verschlechtern, gibt es laut GDV nur wenige. Dazu zählen zum Beispiel der Seat Arona 1.5 (Typ KJ, seit 2017) und der Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4 (Typ NU, seit 2017), die sich jeweils um drei Klassen verbessern. Schlechter stehen hingegen Tesla Model S (Typ 002, seit 2015) und Citroën C4 Aircross 1.6 (Typ B, seit 2012) da, die um vier bzw. drei Typklassen in der Haftpflicht hochgestuft werden. Wer für sein eigenes Auto die Typklasse erfahren möchte, der kann sie online über die Typklassenabfrage des GDV herausfinden. Für welche Modelle sich die Typklasse besonders stark verändert, zeigt AUTO BILD in der Bildergalerie!

Bis zu 250 Euro mehr: So wirkt sich die Typklasse aus

Mit zwei Beispielrechnungen zeigt das Vergleichsportal "Joonko", wie sich die Typklassen-Veränderung auf die Kfz-Versicherungsprämie auswirken kann. Im Falle eines Skoda Karoq-Fahrers (23 Jahre, Schadenfreiheitsklasse 3, ledig in Berlin) kann sich die Typklassen-Verbesserung in der Teilkasko mit einer Vergünstigung bis zu 50 Euro bemerkbar machen. In der Vollkasko sind sogar bis zu 100 Euro Ersparnis gegenüber dem Vorjahr drin. Andersherum verhält es sich für die Fahrerin eines Tesla Model S (44 Jahre, Schadensfreiheitsklasse 8, ledig in Berlin): Die schlechtere Typklasse kann den Teilkasko-Tarif um bis zu 80 Euro, den Vollkasko-Tarif um bis zu 250 Euro verteuern.
Wie sich die Typklassen-Veränderung im Einzelfall auf den Beitrag auswirkt, hängt jedoch auch stark von der jeweiligen Kfz-Versicherung ab. Die Einstufung des GDV ist lediglich eine Richtlinie, der die Versicherer nicht folgen müssen. Gleichzeitig hängt die Höhe der Prämie von anderen Faktoren wie der Schadenfreiheitsklasse, dem Fahreralter oder dem Wohnort ab.

Stark motorisierte Autos allgemein teurer

Hochmotorisierte SUVs wie der Range Rover Velar haben eine hohe Typklassen-Einstufung.

Im Schnitt müssen die Besitzer hochmotorisierter Oberklasse-Modelle und SUVs tiefer in die Tasche greifen als die Halter von Kleinwagen. Denn neben der Unfallstatistik ist für die Typklasseneinstufung der Kasko-Versicherungen auch der Fahrzeugwert ausschlaggebend. So sind günstige Kleinwagen in der Regel vergleichsweise niedrig eingestuft, während hochpreisige SUVs in vergleichsweise hohen Typklassen fahren.

So geht die Typklassen-Einstufung

Video: Kfz-Versicherung Typenklassen

Was ist eigentlich die Typklasse?

Für das neue Typklassenverzeichnis haben die Statistiker des GDV von rund 31.000 Fahrzeugmodellen die Unfall- und Schadensbilanz der vergangenen drei Jahre (2017 bis 2019) ausgewertet. Anschließend wurden sämtliche Modelle entsprechend ihrer Bilanz eingestuft: Wenig Schäden und geringe Reparaturkosten führen zu niedrigen Typklassen, viele Schäden und hohe Versicherungsleistungen resultieren in höhere Typklassen. Die Auswertung erfolgt jeweils getrennt für Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko. Bei der Haftpflicht gibt es insgesamt 16 Typklassen (10 bis 25), bei der Vollkaskoversicherung 25 (10 bis 34) und bei der Teilkasko 24 (10 bis 33). In der Haftpflicht gilt die günstigste Typklasse 10 praktisch nur für Oldtimer – sie werden nur noch wenig gefahren, und die Halter hüten ihre Schätzchen durch besonders vorsichtige Fahrweise. Dagegen zeichnen sich beliebte Einsteigermodelle oft durch hohe Typklassen aus, da Fahranfänger häufig Blechschäden verursachen.
Die neuen Typklassen können bei neuen Verträgen ab sofort zum Einsatz kommen – bei laufenden Verträgen werden die Änderungen in der Regel erst zum Jahreswechsel wirksam. Wichtig für Versicherte: Erhöht sich beim laufenden Vertrag der Beitrag aufgrund einer Umstufung bei den Typklassen, hat der Versicherungsnehmer das Recht auf eine außerordentliche Kündigung.

Tipp: regelmäßig Versicherungstarife vergleichen

Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt jedoch nicht nur von den Typklassen ab. Neben den Fahrzeugtypen gibt es zahlreiche weitere Kriterien, die bei der Berechnung der Beiträge eine Rolle spielen. Da diese Kriterien von den Versicherungen jeweils verschieden bewertet werden, ergeben sich von Anbieter zu Anbieter zum Teil deutliche Unterschiede bei den Tarifen. Für jeden Fahrzeughalter kann es sich deshalb lohnen, regelmäßig die Beiträge der verschiedenen Anbieter mit einem Kfz-Versicherungsrechner zu überprüfen – besonders dann, wenn das eigene Fahrzeug gerade in eine ungünstigere Typklasse gerutscht ist.
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