Alfa Romeo Giulietta und MiTo: Fahrbericht

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Alfa Romeo Giulietta und MiTo: Fahrbericht

— 31.10.2013

So fahren Giulietta und MiTo

Alfa Romeo hat mit der Giulietta und dem MiTo gleich zwei Modelle überarbeitet. Wie schlagen sich die Italiener bei der ersten Ausfahrt?

"Just drive it!" Man muss nur einmal einsteigen und losfahren, dann kann man sich dem Reiz eines Alfa Romeos kaum entziehen – glauben zumindest die Macher der Marke, die in der italienischen Automobil AG als sportliches Bindeglied zwischen Fiat und Ferrari steht. Doch wie bekommt man neue Kunden zu den Händlern und in die Autos? Das war bislang ein fast aussichtsloses Unterfangen. Aber jetzt haben die Italiener als Publikumsmagneten den leidenschaftlichen 4C, der so manchen Schaulustigen in den Showroom locken wird. Und damit die dort außer für dem faszinierenden Spitzensportler auch noch einen Blick für die bürgerlichen Autos übrig haben, werden Giulietta und MiTo jetzt noch einmal ein bisschen aufgefrischt. Mit neuer Schminke an der Front, mehr Farbe und Finesse im Innenraum und jeweils einem neuen Motor unter der Haube sollen sie die flinke Flunder für die Überholspur flankieren und im Fahrwasser des Traumwagens auf Kundenfang gehen.

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Den MiTo gibt es jetzt auch mit dem TwinAir-Zweizylinder und 105 PS.

Der MiTo räubert dabei im großen Feld der Kleinwagen, zielt aber weniger auf Polo & Co als auf die Lifestyle-Flitzer vom Schlage eines Citroen DS3 oder des Mini. Dabei setzt er künftig nicht nur auf sein schmuckes Design und einen halbwegs konkurrenzfähigen Grundpreis von 14.100 Euro. Sondern vor allem ein neues Interieur mit bunten Cockpits soll die Kunden ködern. Zumal darin jetzt auf Wunsch auch ein neues Navi mit Touchscreen und allerlei angesagten Zusatzfunktionen wie dem Musikdownload prangt. Auch technisch haben die Italiener nachgelegt und ihren starken TwinAir-Benziner in die Baureihe geholt. Mit seinen 105 PS steht der Zweizylinder in der Goldenen Mitte einer Palette von fünf Benzinern und zwei Diesel, die von 70 bis 170 PS reicht. Er hat zwar nur 0,9 Liter Hubraum und klingt wie immer ein bisschen knurrig, beißt dafür aber zu wie ein Großer. Na ja, ein größerer zumindest. Denn immerhin mobilisiert das Motörchen 145 Nm, mit denen der MiTo in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 kommt und danach bis 184 km/h beschleunigt. Und wer tapfer schaltet und die Drehzahlen schön hoch hält, der kann mit dem Mini-Maschinchen tatsächlich seinen Spaß haben – nur die 4,2 Liter des Normverbrauchs darf man dann nicht ganz so ernst nehmen.

Fahrbericht: Alfa Romeo 4C

Als wichtigste Neuheit für die Giulietta feiert Alfa einen weiterentwickelten Common-Rail-Diesel, der aus zwei Litern Hubraum jetzt 150 PS holt.

Wie man sparen und sporteln kann, das wollen die Italiener beim großen Bruder Giulietta beweisen. Denn als wichtigste Neuheit für das mindestens 19.250 Euro teure Julchen feiert Alfa einen weiterentwickelten Common-Rail-Diesel, der aus zwei Litern Hubraum jetzt 150 PS holt, dank neuer Einspritztechnik zehn Prozent sparsamer wird und in der Theorie jetzt mit 4,2 Litern zufrieden ist. Dank einer verbesserten Dämmung flüsterleise, überrascht er aus dem Stillen heraus mit einem Punch wie Rocky Balboa und treibt Julia flott voran. Bei maximal 380 Nm und einem ordentlichen Sechsgang-Getriebe reichen 8,8 Sekunden, dann flitzt das Fräulein mit Tempo 100 durch die Campagna, die Zwischenspurts auf der Landstraße absolviert sie mit einem Lächeln und durch Kurven schwänzelt sie mit der Anmut einer Ornella Muti. Nur auf der Autobahn geht dem flotten Feger schon bei 210 km/h die Puste aus. Daneben bieten die Italiener wie bisher noch zwei weitere Diesel mit 105 oder 170 PS und vier Benziner von 105 bis 235 PS an.

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Natürlich haben sich die Entwickler auch bei der Giulietta nicht mit dem neuen Motor beschränkt. Sondern bei dem Golf-Gegner wurde ebenfalls der Innenraum aufgemöbelt, ein neues Navi eingebaut und die Front umgestaltet. Allerdings so dezent, dass man es erst auf den dritten Blick erkennt. Das Design ist schön wie eh und je, mittlerweile können sich die beiden Alfas für Alle auch innen halbwegs sehen lassen, und wenn man mit den neuen Motoren unterwegs ist, die Charakterregelung auf "dynamic" stellt und sich nicht um den Verbrauch schert, dann spürt man tatsächlich schnell etwas von der Leidenschaft, die diese Marke selbst in den schwersten Zeiten nicht verloren hat.

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Doch mit lustvollen Formen und einem leidenschaftlichen Charakter alleine lässt sich das Ruder nicht herum reißen. Und zwei neue Navigationssysteme sind ein bisschen wenig im Kampf mit Konkurrenten, die schon für viel weniger Geld deutlich mehr elektronische Helfer anbieten. Denn bei der Frage nach einer automatischen Abstandsregelung muss Alfa genauso passen wie beim Totwinkelwarner, der Spurführungshilfe oder einem Notbremsassistenten.

Autor: Thomas Geiger

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