Audi A1 Sportback in Paris

Audi A1 Sportback (2008) Audi A1 Sportback (2008)

Audi A1 Sportback in Paris

— 01.10.2008

Audi vom Kleinsten

Kleiner ist feiner, heißt die Parole. Mit dem A1 Sportback führt Audi auf der Paris Motor Show schon mal vor, wie das geht. Das schmucke Schaustück verbrennt mit einem Hybridantrieb nur 3,9 Liter Benzin.

Ballast abwerfen – die Zukunft ist schlank, leicht, zierlich. Auch beim Auto. Ganz besonders beim Auto. Dumm nur, dass gerade die Nobelfraktion mit dem Premiumlabel bis jetzt stramm in die entgegengesetzte Richtung marschierte: je dicker, desto edler. Viel Blech gleich viel Prestige, so lautete die Devise, auch bei Audi. So gesehen ist der A1, den die Ingolstädter nun als seriennahe Studie auf dem Pariser Salon präsentieren, ein Meilenstein. Ein Umkehrpunkt. Er muss das Kunststück fertigbringen, klein und doch premium zu sein. Ein Image-Gefährt im Taschenformat, etwas weniger Auto für etwas mehr Geld. Bisher gelang dieser Trick so richtig nur dem Mini von BMW. Beim Alfa MiTo indessen steht der Beweis noch aus.

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Der große Audi-Grill wirkt in Kombination mit der geschrumpften Karosserie besonders mächtig.

Wichtig: Den kleinen Wagen darf auf keinen Fall die Aura von Armut umwehen. Wer bei Audi einkauft, egal wie viel, erwartet die Nobelitätsgarantie. Der A1, das lässt das Showstück erahnen, verspricht sie. Er macht was her – nicht auf die nostalgische, leicht abgedrehte Art wie der Mini, eher modern konservativ. Mit einer sportlichen Grundnote. Kurze Karosserieüberhänge, relativ üppiger Radstand (2,46 Meter), flache Dachlinie, dazu natürlich der große Audi-Grill, der sich in dieser geschrumpften Umgebung besonders mächtig ausnimmt. Die charakteristische Audi-Sicke in Hüfthöhe setzt sich am Hinterteil fort, läuft rund ums Auto. Breite Spur, 18-Zoll-Räder, aber mit Leichtlaufreifen – es muss (oberstes Gebot) gespart werden.

Spielwiese der Designer: Im A1-Cockpit leuchten die Luftdüsen, glänzt die Mittelkonsole.

Nur im Verbrauch, versteht sich, nicht in der Anmutung. Knapp 3,99 Meter misst der A1 in der Länge, relativ schmale 1,75 Meter in der Breite, trotzdem soll er ein glaubhafter Viersitzer sein, was ihm vom Mini unterscheidet. Und vier Türen hat er, zwei mehr als die erste Studie des Kleinen, die Audi bereits 2007 auf dem Salon in Tokio zeigte. Dieser zweite Anlauf heißt analog zum A3 Sportback, gibt sich weniger als Coupé, mehr als Vollwert-Auto, stattlicher, realistischer, auch wenn der Innenraum noch als Spielwiese der Designer herhalten muss. Da leuchten die Luftdüsen, glänzt die Mittelkonsole.

Basis vom nächsten VW Polo

Im Serienauto wird es deutlich sachlicher zugehen. Die technische Basis liefert der nächste VW Polo, dessen Bodengruppe schon heute im Seat Ibiza Dienst tut. Eine für alle lautet hier das Konzernmotto, was sich auch in der Motorenpalette des A1 widerspiegeln wird. Doch der Showstar leistet sich in seiner Stuppsnase doch ein Extra, das voraussichtlich erst einmal eine Audi-Exklusivität bleiben wird. Denn der 1,4-Liter-TFSI-Benziner, bekannt aus diversen Konzernmodellen, bekommt Schützenhilfe von einem Elektromotor, der vor dem DSG-Getriebe (S tronic) zwischengeschaltet ist – ein Hybridantrieb mithin. Elektrisch erzeugte 20 kW (27 PS) und 150 Nm Anfahrdrehmoment helfen dem Verbrenner (110 kW/150 PS) auf die Sprünge; der Saft reicht, um bei langsamer Fahrt auch rein elektrisch voranzukommen. Experten nennen das einen Vollhybriden, wobei hier bei Bedarf auch an der Steckdose getankt werden kann. Und die Start-Stopp-Automatik darf natürlich auch nicht fehlen.


Mit Hybrid mehr Mumm und weniger Verbrauch

Nur 3,9 Liter/100 km soll dieser A1 Sportback im EU-Fahrzyklus konsumieren, das entspricht 92 g/km CO2. Zugegeben, zum Produktionsstart des A1 im Frühjahr 2010 wird der Hybrid noch nicht erhältlich sein, aber schon ein Jahr später könnte er wahr werden. Vorausgesetzt, Batteriespezialist und Audi-Partner Sanyo kann bis dahin die benötigten Lithium-Ionen-Akkus liefern. Audi hofft unterdessen, dass der A1 die Premiumkundschaft auch ohne die teure Hybridtechnik hinreichend elektrisiert. Denn so viel ist klar: Künftig kommt der Fortschritt vor allem in kleinen Dosen. Diese hier ist auf jeden Fall schon mal zum Angewöhnen.


Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König

Sparsame Kleinwagen mit Premiumanspruch haben rosige Aussichten. Da passt der A1 Sportback bestens ins Bild. Mehr Vollwertauto als Spielzeug, verspricht er Allroundqualitäten, die dem Mini nicht gegeben sind. Das dürfte den Schritt zur Nummer kleiner erleichtern. Und er sieht so adrett aus, wie es sich für einen Audi gehört – das unterscheidet ihn deutlich von seinem erfolglosen Vorgänger, dem A2.

Autor: Wolfgang König

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