Audi A2 concept

Audi A2 concept auf der IAA: Sitzprobe

— 15.09.2011

Die Zeit ist reif

Keine Lücke ist zu klein: Zwischen A1 und A3 passt noch ein Modell – findet Audi. AUTO BILD hat sich vor der IAA in Frankfurt zu einer exklusive Sitzprobe im neuen A2 aufgemacht.

Zu früh. Als Audi 1997 auf der IAA das erste Konzept des A2 präsentierte, waren die Käufer noch nicht reif für den Kleinwagen aus Ingolstadt. Schmal, hoch und mit einem Kammheck versehen sah er einfach zu skurril aus für den Massengeschmack – auch die deutlich entschärfte Serienversion, die 1999 auf den Markt kam. Dabei hatten die Ingenieure ein Meisterstück abgeliefert, der A2 war dank Alukarosserie extrem leicht und daher effizient wie kaum ein zweites Auto. Sogar eine Variante mit einem Verbrauch von nur drei Litern auf 100 Kilometer bot Audi an.

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Der Scheinwerfer erscheint dreidimensional, die Linse in der Mitte soll an ein Auge erinnern.

14 Jahre später zeigt Audi die Studie eines A2-Nachfolgers. Ohne den Vorgänger zu verleugnen, entwickelt der A2 concept das aktuelle Audi-Design weiter. Der riesige Singleframe-Grill ist nur im unteren Drittel geöffnet, da ein Kühler aus dem Rennsport nicht mehr Luft benötigt, um den Elektromotor zu kühlen. Die LED-Scheinwerfer mit "Matrix Beam"-Technologie erzeugen ein hoch aufgelöstes und blendfreies Fernlicht. Tagfahrlichtfasern umrahmen das LED-Abblendlichtmodul – zusätzlich erfüllt die neue Technik eine gestalterische Aufgabe. Der Scheinwerfer erscheint dreidimensional, die Linse in der Mitte soll an ein Auge erinnern. Gut möglich, dass wir diese Lösung schon bald bei einem Serien-Audi finden werden.

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Blinkt der Fahrer, laufen Lichtimpulse durch das seitliche Band. Beim Bremsen läuft ein roter Lichtbalken von hinten nach vorn.

Auch technisch zitiert der neue A2 seinen Vorgänger. Obwohl die Akkus eine Reichweite  von rund 200 Kilometern ermöglichen, wiegt der A2 concept nur 1150 Kilogramm – für ein Elektroauto ein Federgewicht. Anders als BMW beim i3 setzt Audi auf eine intelligente Mischbauweise aus hochfesten Stählen, Carbon und Aluminium. Diese ist günstiger herzustellen als die Carbonkarosserie des BMW – scheinbar ohne schwerer zu sein. Die Seite ziert eine Lichtleiste, die die bekannte Tornadolinie ersetzt und verschiedene Funktionen erfüllt. "Der A2 kann so mit seiner Umwelt kommunizieren" sagt Audi-Designchef Stefan Sielaff. So kann das "Dynamic Light" mit Hilfe von Sensoren den Besitzer erkennen und öffnet die Türen, wenn der winkt. Während der Fahrt dient "Dynamic Light" als Seitenmarkierung, blinkt der Fahrer, laufen Lichtimpulse durch das Band. Bremst das A2 concept, läuft ein roter Lichtbalken von hinten nach vorn. Noch ist das gesetzlich nicht erlaubt, Audi arbeitet aber gemeinsam mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) an einer Zulassung.

Im Innenraum fällt schon auf den ersten Blick auf: Audi hat beim A2 vieles anders gemacht. "Der A2 ist der erste Audi, der konsequent als Elektroauto konzipiert ist", so Sielaff. Und das merkt der Fahrer bei der ersten Sitzprobe sofort. Weil unter der Motorhaube kein großer Verbrennungsmotor und Getriebe Platz brauchen, konnten die Audi-Ingenieure die komplette Klimabox, die sich sonst hinter der Mittelkonsole und dem Armaturenbrett versteckt, dort unterbringen. Der A2 concept bietet so auf nur 3,80 Meter Länge (und damit 15 Zentimeter weniger als ein A1) bequem Platz für vier Personen. Der Armaturenträger mit einem filigranen Lenkrad samt Touchpad-Bedienflächen ist minimalistisch – hier stand Apple Pate. Zusätzlich klappen beim Start des E-Motors rechts zwei weitere Bedienflächen hoch. "Uns war wichtig, dass der Fahrer Rückmeldung bekommt, wenn das Auto fahrfertig ist", so Sielaff. Ein Siebenzoll-Display und zwei kleinere Bildschirme informieren über den Ladezustand des Akkus, ermöglichen das Surfen im Internet und verwalten eine Musikbibliothek; der iPod lässt grüßen.

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Alles Zukunftsmusik? Nicht ganz. Auch wenn Audi sich offiziell noch zurückhält ist bereits klar: Der A2 kommt 2015 auf den Markt. Erst, mag man mit einem Blick auf die ausgereifte Studie meinen, aber Audi ist bei der Entwicklung einer Elektroauto-Plattform von der Konzernmutter VW abhängig. Und so kommt der A2 zwei lange Jahre nach seinem direkten Konkurrenten BMW i3 auf den Markt. Hoffentlich diesmal nicht zu spät.
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Der A2 ist die schlüssigste Audi-Studie der letzten Jahre. Das Design ist angenehm schlicht und macht trotzdem an. Zudem haben die Ingenieure – in bester A2-Tradition – konsequent funktionale Lösungen für den Innenraum gefunden. Das macht Lust auf mehr. Ich bin mir sicher: Anders als sein Vorgänger wird der neue A2 ein Erfolg. Die Zeit ist reif.

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