Audi TT Clubsport Turbo: Mitfahrt und Sitzprobe

Audi TT Clubsport Turbo/TT RS Test: Mitfahrt und Sitzprobe

— 13.05.2015

Dieser TT macht mächtig Druck

Im TT Clubsport Turbo spielt viel Zukunftsmusik: Die Studie gibt einen Ausblick auf künftige RS-Modelle und dient als Technikträger für kommende Motoren. Wir waren  mit der Studie unterwegs.

Video: Audi TT Clubsport Turbo

Die TT-Turbo-Rakete

Mit Tuning hat das nichts zu tun. Was Audi mit dem TT Clubsport Turbo auf dem 34. GTI-Treffen am Wörthersee (13. bis 16. Mai 2015) zeigt, ist ein Ausblick auf zukünftige Technik und kommendes Design. Als Erstes werden wir den E-Turbolader in Serie sehen. Er wird bei Audi und auch bei anderen Marken des VW-Konzerns künftig die Turbolöcher schließen. Wie sich das anfühlt, durften wir auf dem Beifahrersitz des TT Clubsport Turbo erleben. Vehement wie ein Elektroauto beschleunigt der TT Clubsport Turbo aus dem Stand auf den ersten Metern der Teststrecke. Dabei brüllt es aus der Sidepipe auf der Fahrerseite so dreckig wie es eben nur ein Fünfzylinder kann. Der brachiale Schub presst einen in die Sparco-Schalensitze und sorgt für adrenalingeschwängerte Jubelschreie.
Alles zum extremen Audi TT RS

Der VW-Konzern lässt's krachen

Turboloch? Es hat sich ausgezählt!

Der Fahrer arbeitet sich eilig durch die sechs sehr kurz abgestuften Schaltgänge.

Grund ist der E-Turbo, der angetrieben vom 48-Volt-Bordnetz den Motor auch dann mit viel Luft versorgt, wenn der herkömmliche Turbolader noch nicht genug Schwung durch die Abgase bekommt. Ein Vorteil, besonders im unteren Drehzahlbereich, wo einen sonst das Turboloch "21, 22, 23 …" zählen lässt, bevor es ordentlich abgeht. Der allradgetriebene TT Clubsport Turbo hat ab der ersten Sekunde, bei der kleinsten Berührung des Gaspedals jede Menge Kraft. Im unteren Drehzahlbereich erhöht der E-Turbo das Drehmoment um 200 Newtonmeter. 600 PS und 650 Nm bei 3000 bis 7000 Umdrehungen sind maximal drin. Nach 3,6 Sekunden soll die Tachonadel die 100 km/h-Markierung passieren. Der Fahrer arbeitet sich eilig durch die sechs sehr kurz abgestuften Schaltgänge. Erst bei 310 km/h soll Schluss sein, was wir mit dem Showcar leider nicht testen durften. Audi arbeitet noch daran, Gewindefahrwerk und Getriebe auf die enorme Leistung auszulegen. Dann soll er im Rahmen von LeMans zeigen, was wirklich im E-Turbo steckt.

Um 14 Zentimeter verbreitert

Die offenen Flanken dürften wir laut Audi bei kommenden RS-Modellen wiederfinden.

Breit und muskulös wie ein Bodybuilder steht der Audi TT Clubsport Turbo auf dem Asphalt. Bei 4,33 Meter Länge ist er einschließlich der Seitenspiegel 1,97 Meter breit. Seine kantigen Kotflügel erinnern an den Ur-Quattro, ein Designmerkmal, das Audi bereits bei allen Varianten der Studie Prologue zeigte. Beim TT Clubsport sind die Kotflügel allerdings vorn und hinten geöffnet, damit der Fahrtwind die Bremsen kühlen kann. Die offenen Flanken dürften wir laut Audi bei kommenden RS-Modellen wiederfinden. Offenbar ein neuer Designtrend für sportliche Automobile, da auch der künftige Bugatti Chiron (2016) sowie der Nissan GT-R (2018) derartige Seitenpartien haben sollen. Der Singleframe-Grill und die großen Lufteinlässe des Audi TT Clubsport werden von vertikalen Stegen, die die Lichtsignatur der Matrix-LED-Scheinwerfer fortsetzen, flankiert. Als wenn der TT sich mit seinen Licht-Klauen in den Fahrbahnbelag krallt. Den manuell einstellbaren Heckflügel bekam die Studie vom Rennwagen Audi Sport TT Cup. Für den großen Auftritt hat der Spoiler jedoch in der Breite um 20 Zentimeter zugelegt. Auf der Teststrecke, einer Flugbahn, fällt der TT mit seiner XXL-Theke neben den Propellermaschinen kaum auf. Der Flügel besteht ebenso aus kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff (CFK) wie die Lufteinlässe und der große Splitter an der Front, die Kotflügel und Seitenschwellerleisten sowie der Diffusor am Heck. Vorbild für das Showcar ist der Audi 90 IMSA GTO der späten 1980er Jahre.

Ein Stück Österreich im Cockpit

Reduziertes Cockpit mit engen Sparco-Schalensitzen und Vierpunktgurten.

Beim Interieur und Komfort verzichtet Audi beim Showcar auf überflüssigen Ballast wie Türverkleidungen, Rücksitzbank und Klimaanlage. Es ist eben ein richtiger Sportwagen mit einem "Käfig" aus Titan-Rohren, engen Sparco-Schalensitzen und Vierpunktgurten. Geblieben ist das Anzeige- und Bedienkonzept, das Virtual Cockpit, das sich wie gewohnt auf den Fahrer fokussiert. Neu ist die Grafik mit dem TT Showcar im Display sowie die Ladedruck-Anzeige. Das griffige mit Alcantara bezogene Sportlenkrad mit Startknopf ist ein weiteres Teil, das wir bald in sportlichen Serienfahrzeugen der Ingolstädter finden werden. Als Nullmarke hat Audi für das GTI-Treffen die Farben der österreichischen Flagge am Lenkrad gewählt. Ein bisschen Show muss bei all den Zukunftsausblicken eben doch sein.

E-Turbo geht noch 2015 in Serie

Der E-Turbo soll schnell in Serie gehen. Zunächst bei den Dieselmotoren. VW kündigte dazu auf dem Wiener Motorensymposium einen 2.0 TDI mit 272 PS an. Bei Audi könnte es demnächst im Q7 einen V6-TDI mit E-Turbo geben. Eine Studie dazu zeigten die Ingolstädter mit dem RS 5 TDI im letzten Jahr. Besonders die Diesel dürften durch den E-Lader sparsamer werden, da ohne Druckverlust höhere Fahrstufen früher gewählt werden können. Wann der elektrische Turbo für die Benziner kommt, steht noch nicht fest. Doch es braucht nicht viel Fantasie, um den gedopten 2.5 TFSI aus dem TT Showcar im künftigen TT RS zu sehen.

Audi TT Clubsport Turbo: Mitfahrt und Sitzprobe

Robin Hornig

Fazit

Audi nutzt den Auftritt am Wörthersee, um die Reaktion auf die Designsprache für künftige RS-Modelle zu testen. Einige Stilelemente, wie die seitliche Lufteinlässe, werden wir wohl schnell in Serie sehen. Zugleich wird der E-Turbo für Benziner vorgestellt. Auf der ersten Mitfahrt beeindruckt sein heftiger Schub vom Start weg. Jetzt muss uns Audi nur noch selbst ans Steuer lassen und die Technik schnell auf die Straße bringen.

Stichworte:

Rennwagen Studie

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.