Fahrbericht Audi TTS

Audi TTS: Fahrbericht

— 01.09.2014

Erste Fahrt im neuen Audi TTS

Stärker, schneller und spaßiger – der neue Audi TTS kann alles besser als sein Vorgänger. Aber die größte Innovation ist sein virtuelles Cockpit.

Was für eine Überraschung! Mit dem neuen TTS zeigt Audi endlich wieder "Fortschritt durch Technik" und beweist obendrein, dass man im VW-Konzern das Lachen nicht verlernt hat. Was die Topversion des kompakten Coupés so zukunftsweisend und unterhaltsam macht, zeigt der Fahrbericht.

Alte Außenmaße, neue Optik

Video: Audi TTS (2014)

So klingt der Audi TTS!

Dicke Vierfach-Endrohre, Diffusor, Chromeinsätze im wuchtigen Kühlerschlund sowie die neue Position der vier Ringe auf der Motorhaube machen den TTS zum kleinen R8. Im Gegensatz zum Basis TT-kauert der S serienmäßig zehn Millimeter tiefer über dem Asphalt. Die Abmessungen des Vorgängers wurden zwar beibehalten, doch dank 37 Millimeter größerem Radstand schrumpften die Überhänge, was den Proportionen zu Gute kommt. In Kombination mit den tief in die vorderen Kotflügel gezogenen Scheinwerfern wirkt der Neue stämmiger und geduckter. Zusätzlich verlor er durch die Alu-Karosserie 50 Kilo. Der Schwerpunkt ist nun tiefer. Auch der Lufwiderstandsbeiwert (cw-Wert) wurde gegenüber dem Vorgänger auf 0,29 verbessert. Wäre doch ein Witz, wenn sich durch all die Veränderungen nicht die Fahrdynamik geändert hätte! Also rein ins Cockpit, Fuß auf die Bremse und den Start-Stop-Knopf fest gedrückt.

Ein großer Bildschirm stellt Instrumente und Navigation dar

Video: Audi TTS (2014)

So funktioniert das TTS-Cockpit

Klangvoll beginnt der Vierzylinder mit seiner Arbeit. Doch Halt! Noch bevor die Schuhsohle das Gas berührt, fokussiert sich die gesamte Aufmerksamkeit auf das aufleuchtende 12,3 Zoll große Display hinter dem Steuer, auf dem Instrumente, Fahrzeugdaten, Navigation und Multimedia dargestellt werden. Der klassische Bildschirm in der Mittelkonsole entfällt. Alle wichtigen Funktionen hat der Fahrer nun direkt vor der Nase – und in den Händen: Denn sämtliche Eigenschaften des Dreh-Drück-Schalters, abgesehen vom Touchpad, sind redundant auf der rechten Seite des Lenkrads; Lautstärkeregulierung sowie Voicecontrol links im Volant. Nach wenigen Kilometern auf der Straße wird klar, der Blick auf die vier Hauptmenüs (Navi, Telefonbuch, Musik und Fahrzeugdaten) lenkt nicht mehr ab, als die routinierte Sicht auf den Tacho. Per Knopfdruck werden entweder die klassischen Rundinstrumente oder die Menüs groß in der Mitte des Bildschirms gezeigt.

Virtual Cockpit für Passat und A4

Gewohnt gut: Die hochwertigen Materialien sowie die tadellose Verarbeitung kennt man von Audi.

Wirklich alles in der Kommandozentrale im TTS ist auf den Fahrer zugeschnitten, unterstützt ihn, wo es nur geht: Das Klima lässt sich direkt über die Lüfter regeln. Die Suchfunktion macht ähnlich wie Google Vorschläge. Sprachbefehle ersetzen die manuelle Eingabe und werden gut erkannt. Mit einer Display-Auflösung von 1440 mal 540 Pixeln ist die Darstellung gestochen scharf wie das Bild eines HD-Fernsehers. Die hochwertigen Materialien sowie die tadellose Verarbeitung sind Audi-typisch. In den neuen Sitzen ist die richtige Position schnell gefunden. Mit ordentlichem Seitenhalt und angenehmer Unterstützung des Rückens sind auch lange Strecken zum Wochenende auf der Rennstrecke drin. Pfiffig: Der Schlüssel hat einen eigenen Platz vor der Armablage. Das Smartphone verschwindet in der sogenannten Phonebox hinter dem Automatikwählhebel. Dort gibt es auch zwei USB-Anschlüsse. Da die Buchsen doch recht tief liegen, ist die Verbindung kniffelig. Und trotz aller Fortschrittlichkeit fehlt ein Browser und die Anzahl von unterstützten Smartphone-Apps wie Napster ist noch recht überschaubar.

Neue Software für den Allradantrieb

Starthilfe: Dank Launch-Control schaffen auch Laien, den Audi in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen.

Nach einer Turbolader-Gedenksekunde zischt der TTS los, sprotzelt und prustet über die Abgasanlage. Die Drehzahlnadel schießt blitzschnell über 3000 Touren, exakt in den Bereich, wo das Coupé im vollen Saft steht. Gefühlt ist noch einen Ticken mehr Power in der Hütte als die werkseitig angegebenen 310 PS es versprechen. Selbst ungeübte Fahrer können den Sprint von null auf Tempo 100 mit Hilfe der serienmäßigen Launch-Control in 4,6 Sekunden (Vorgänger 5,3 s) absolvieren. Eine weitere angenehme Unterstützung bietet der Allradantrieb: Die Haldex-Kupplung bekam von Audi eine komplett neue Software, reagiert nun clever auf das Lenkrad. Beim Kurveneintritt werden bis zu 60 Prozent der maximal 380 Newtonmeter an die Hinterachse geschickt und der TTS so in die Biegung gedrückt. Dabei verhält er sich durchaus neutral. Bis man es übertreibt, das Lenkrad zügellos einschlägt und viel Gas gibt, wodurch sich ein kleiner Drift provozieren lässt. Der Heckschlenker wird bei ausgeschaltetem ESP noch großzügiger, aber rechtzeitig vor dem Abflug vom nicht gänzlich schlummernden Sicherheitsprogramm eingefangen. Damit wird der TTS bestimmt nicht zur Driftmaschine á la Toyota GT86, macht aber mehr Spaß als sein Vorgänger und andere Fahrzeuge des VW-Konzerns in dieser Preiskategorie.

Das Fahrwerk kann Sport und Alltag

Kann Rennstrecke und Landstraße: Mit "drive select" schafft es der TTS, überall gut auszusehen.

Wenn man nicht gerade wilde Sau spielen will, sorgt der Allradantrieb für eine tadellose Traktion. Die serienmäßigen vier Fahrmodi (drive select) efficiency, comfort, dynamic und auto weisen spürbare Unterschiede im Bereich der Dämpfung, Lenkunterstützung, Gaspedalkennung, Getriebesteuerung und Kraftverteilung auf. Nur im sportlichen Dynamic-Modus schlagen kurze Bodenwellen und starke Hindernisse zum Teil härter durch. Ansonsten ist das Fahrwerk stark komfortorientiert. Die elektrisch unterstützte Progressiv-Lenkung ist bei geringem Tempo leichtgängig, verzichtet aber bei höheren Geschwindigkeiten mehr und mehr auf die Servounterstützung, verhärtet und wird direkter. Damit schafft der TTS den Spagat zwischen Alltag und Sportlichkeit. Apropos Alltag: Die Plätze im Fond haben andere Qualitäten als reichlich Platz für Erwachsene zu bieten: Bei umgeklappten Lehnen vergrößern sie das Ladeabteil auf 712 Liter. Das ist dank weit öffnender Heckklappe ohne Verrenkungen zu erreichen. Aber auch im Normalzustand bietet der Kofferraum mit 305 Litern 13 Liter mehr als beim Vorgänger – genügend Stauraum für die Sportsachen oder Koffer. Das Topmodell TTS steht ab März 2015 bei den Händlern und wird bei einem Grundpreis von 49.100 Euro mit 18-Zoll-Rädern geliefert. Mit Automatikgetriebe sind für den TTS mindestens 51.250 Euro hinzublättern.

Technische Daten Audi TTS 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo • 310 PS bei 5800–6200 1/min • 380 Nm bei 1800–5700 1/min • Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) • Allradantrieb (quattro) • 0-100 km/h 4,6 s • Vmax 250 km/h • 6,8 l S/100 km -• 157 g CO2 • L/B/H 4191/1832/1343 mm • Radstand 2505 mm, Leergewicht 1385 kg (mit Handschaltung) • Preis 51.250 Euro.
Robin Hornig

Fazit

Dynamisch und sportlich beherrscht der TTS besser denn je. Am beachtlichsten ist aber, wie das Coupé mit neuer Software für den Allradantrieb und vor allem dem revolutionären Virtual-Cockpit den Fahrer unterstützt.

Stichworte:

Sportcoupé

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