Baby Range Rover

Baby Range Rover

— 19.08.2003

Eine Nummer kleiner

In den nächsten fünf Jahren bringt der englische Offroad-Spezialist fünf neue Modelle auf den Markt. 2005 kommt der "Baby Range", ein besonders sportlicher Gegner von BMW X5, Porsche Cayenne, VW Touareg und Mercedes-Benz ML.

Land Rover schreibt schwarze Zahlen

Die Zukunft der PAG steht in den Sternen über Detroit: Um Volvo ranken sich Verkaufsgerüchte, Jaguar rutscht immer tiefer in die roten Zahlen, Aston Martin muss in den nächsten zwei Jahren zwei Neuanläufe verkraften. Auch Land Rover steckt mitten in der Umstrukturierung. Während der PAG-Chef Mark Fields immer weniger zu sagen hat, punktet Bob Dover – Herr über Jaguar und Land Rover – mit klugen strategischen Entscheidungen, innovativen technischen Konzepten und kostenbewussten Lösungen.

Mit Land Rover kann daher wenigstens der eine englische Patient noch in diesem Jahr aus dem Krankenhaus entlassen und für gesund erklärt werden. Die Geländewagensparte von PAG wird 2003 erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben, und die mittelfristige Prognose gibt ebenfalls Anlass zu verhaltenem Optimismus.

Für die nächsten fünf Jahre plant Land Rover ein Mammutprogramm, das uns neben zwei Facelifts nicht weniger als fünf vollkommen neue Modelle bescheren wird. Hier die Einführungsdaten im Detail: • 2003 Facelift Freelander, Code L314 • 2004 Discovery-Nachfolger, T5-Plattform, Code L319 • 2005 Baby Range Rover, T5-Plattform, Code L320 • 2006 Freelander-Nachfolger, C1-Plattform, Code L359 • 2007 Baby Freelander, 2-Plattform, Code L359 • Facelift Range Rover, Code L322 • 2008 Defender-Nachfolger, T5-Plattform, Code L317.

Mindestens 250.000 Fahrzeuge im Jahr

Mit Hilfe der erweiterten Palette will Land Rover auch bei den Stückzahlen kräftig zulegen – von 174.000 Einheiten im vergangenen Jahr auf mindestens 250.000 Fahrzeuge bis 2008. Selbst die 300.000er-Schallmauer ist mittelfristig wohl zu knacken. Erfreulicher Nebeneffekt: Die teilweise schlecht ausgelasteten Fabriken arbeiten bald wieder rentabel. Das gilt vor allem für Halewood, wo der nächste Freelander (und sein Volvo-Schwestermodell) Seite an Seite mit dem Jaguar X-Type vom Band laufen wird. Das Stammwerk Solihull ist neben dem Range Rover in Zukunft auch für die Modelle der neuen T5-Baureihe zuständig. Also für den kleinen Range Rover, den neuen Discovery und den Nachfolger des Defender.

Die T5-Plattform ist sowohl leicht, vielseitig und modern, als auch kostengünstig. Im Gegensatz zum Aluminium intensiven Range Rover entschieden sich die Engländer bei den kleineren Fahrzeugen für eine Stahlkonstruktion mit Leiterrahmen, Einzelradaufhängung und Karosserie in Mischbauweise.

Disco III, Baby Range und Defender besitzen Federbein-Vorderachsen und Doppelquerlenker-Hinterachsen. Der Discovery II soll hinten serienmäßig Luftfedern erhalten, die zugleich als Niveauregulierung funktionieren und beim Anhängerbetrieb wertvolle Dienste leisten. Der Baby Range, der Range Rover Sport oder Shooting Brake heißen dürfte, wird vielleicht auch an der Vorderhand mit Federbälgen statt mit Federbeinen ausgerüstet.

Der neue Discovery wächst deutlich

Eine Geländeuntersetzung ist bei Discovery und kleinem Range ebenso selbstverständlich wie Bergabfahrhilfe Hill Descent Control, Servolenkung mit variabler Kennung, paritätische Drehmomentverteilung zwischen den Achsen und ESP. Bei der Kraftübertragung rechnen Insider mit zwei verschiedenen Lösungen: In Verbindung mit dem V8 soll ein Räderwerk von New Venture Gear zum Einsatz kommen, beim V6 erhält das preiswertere Borg-Warner-System den Zuschlag.

Der neue Discovery ist deutlich größer als das aktuelle Auto. Hier die wichtigsten Abmessungen:

Gegen Aufpreis ist eine dritte Sitzbank lieferbar, die sich umklappen und im Laderaumboden versenken lässt. Sie macht den Land Rover zum vollwertigen Siebensitzer, denn Kopf- und Beinfreiheit sind in den hinteren beiden Reihen nahezu identisch. Der Range Rover Sport ist dagegen ein reiner Fünfsitzer. Mit diesem Modell, das preislich zwischen Discovery und Range Rover positioniert ist, zielen die Briten auf Cayenne, Touareg, M-Klasse und X5. Ausstattung, Qualität sowie Design sind ganz klar am noblen großen Bruder ausgerichtet.

V8-Motoren mit 300 bzw. 400 PS

Auf der Detroit Auto Show im Januar 2004 enthüllt Bob Dover eine – allerdings nur dreitürige – Designstudie des L320. Unter der Regie des ebenso bescheidenen wie genialen Geoff Upex entstand ein relativ kompakter Kraft-Wagen mit typischen Range-Rover-Stilmerkmalen wie geteilter Heckklappe, Zehn-Augen-Gesicht, Vier-Balken-Grill, umgreifender Motorhaube und zwei auffälligen seitlichen Sicken.

Bei den Motoren für die künftigen Land Rover setzen die PAG-Strategen auf eine einheitliche, modellübergreifende Strategie: • 4-Zylinder von Ford (2,0-Diesel und Benziner für L359, L358) • 6-Zylinder-Benziner von Volvo (3,0-Reihenmotor für L319, L317) und Ford (2,5-V6 für L359), 6-Zylinder-Diesel von PSA (2,7-V6-Biturbo für L359, L319, L317, L320, L322) • 8-Zylinder-Benziner von Jaguar (4,2-Sauger für L319, L320, L322; 4,4-Kompressor für L320 und L322), 8-Zylinder-Diesel als Neuentwicklung (3,6-Biturbo für L320, L322).

Das Drehmoment-orientierte V8-Kraftwerk schafft als Sauger rund 300 PS, mit Lader knapp 400 PS. Dem von Volvo zugelieferten, extrem kompakten Reihensechser werden 225 PS nachgesagt. Der V6-Diesel bringt gut 200 PS, die V8-Version im td8 über 250 PS.

Freelander II wird geländetauglicher

Der Nachfolger des Freelander wird gemeinsam mit Volvo entwickelt. Beide Modelle bedienen sich der C1-Plattform und der Antriebstechnik der Konzernmutter Ford. Der Freelander II wird größer und geländetauglicher. Die Optik erinnert eher an den rustikalen Discovery als an die Nobelmodelle Range Rover und Baby Range. Als einzige Karosserievariante wird ein Fünftürer angeboten.

Der Dreitürer, intern Baby Freelander, Landie oder Small SUV genannt, soll als neues Basismodell etabliert werden. Damit sich die Sache rechnet, will man Entwicklung und Fertigung des L358 mit dem Ford Fiesta Fusion 2 und dem Volvo XC10 zusammenlegen. Als Unterbau für alle drei ist die allradfähige nächste Generation der Ford-B-Plattform vorgesehen. Für dieses Fahrzeug, das in Brasilien oder Mexiko produziert werden dürfte, fehlt noch der Vorstandsbeschluss.

Auch die Defender-Nachfolge wird noch diskutiert. Kommt ein komplett neues Modell, dann basiert es auf dem T5-Komponentensatz. Priorität haben die Versionen für den militärischen, kommunalen und landwirtschaftlichen Einsatz. Die geplante Lifestyle-Ausführung wird wohl zugunsten des dreitürigen Baby Freelander gestrichen. Sollte das Geld für eine Neuentwicklung nicht reichen, könnte das fertigungs- und crashtechnisch überarbeitete Modell künftig in Südafrika montiert werden.

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