BMW FAST: Vorschau

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BMW FAST: Vorschau

— 19.10.2010

Der kleine Bruder des BMW X1

BMW rüstet ab: Die 1er-Reihe wird ab 2014 nach unten ausgebaut – mit Front- und Allrad statt mit Heckantrieb. 2016 kommt mit dem FAST der kleine Bruder des X1.

FAST – der Name ist Programm. Nein, das hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun. FAST steht vielmehr für Family Activity Sports Tourer. Was das ist? Eine Mischung aus VW Touran, Audi A3 Sportback und Mercedes B-Klasse, garniert mit einem Schuss X1 und Q3, abgeschmeckt mit einer Prise Range Rover Evoque. Dieser BMW will Nutzwert, Sportlichkeit und Lifestyle auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Und das zu einem Preis, der deutlich unter dem des X1 liegt. Deshalb steht auch diesmal der xDrive-Vierradantrieb nur in der Aufpreisliste. Die Basisversion des FAST heißt sDrive und konzentriert sich auf die Vorderräder.

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Ableger einer ganzen Modellfamilie: Der BMW FAST, ein kleines SUV-Crossover auf 1er-Basis.

Genetisch gehört der FAST zur Kompaktklasse, die bei BMW mit dem Kürzel UKL belegt ist. Dort tummeln sich bisher ausschließlich die Minis, doch das ändert sich künftig mit der breiteren Auffächerung der 1er-Palette. "Mittelfristig wollen wir rund eine Million Autos mit Heck- und Allradantrieb sowie etwa eine Million mit Front- und Allradantrieb bauen", verrät der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer. "Zu diesem Zweck entstehen zwei modular aufgebaute Architekturen, die flexibel ausgelegt sind, Gewicht sparen und deutliche Kostenvorteile bei Entwicklung, Einkauf und Fertigung versprechen." Insgesamt besteht die UKL-Familie aus elf verschiedenen Modellen der Marken BMW und Mini. Aus dieser Überlegung heraus ist parallel zum FAST ein artverwandtes Mini-Schwestermodell im Entstehen. Der Wagen heißt MAT (Was wäre die BMW-Welt ohne Kürzel?) und will ein Multi Activity Transporter sein.

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Konkurrenz für den Audi: Mit einem zweitürigen Kleinen will BMW den A1 angreifen.

Der Lebenszyklus der künftigen UKL-Protagonisten ist mit sechs Jahren tendenziell etwas kürzer als die Laufzeit von Klassikern wie 3er oder 5er. Für den FAST prognostiziert BMW einen Gesamtabsatz von 300.000 Einheiten – das wären immerhin 50.000 Stück pro Jahr. Der hochgerechnete Wert für den Mini MAT liegt sogar bei 370.000 Autos. Zusätzlich zum FAST stehen im FIZ (Forschungs- und Entwicklungszentrum) zwei weitere Kompaktwagen auf dem Prüfstand. JOY ist der Deckname für das BMW-Gegenstück zum klassischen zweitürigen Mini, das Jagd machen soll auf den vielversprechend gestarteten Audi A1. CAT (Compact Activity Tourer) ist die interne Bezeichnung für einen kleinen Sportvan, dessen Silhouette etwas an den Golf Plus erinnert. Der Allradantrieb spielt für BMW in der UKL-Planung eine sehr wichtige Rolle. Weil Audi nach A3-Vorbild demnächst eine quattro-Version des A1 vorstellen will und Mercedes für die nächste A-/B-Klasse eine 4Matic-Option entwickelt hat, können und wollen die Münchner nicht zurückstehen.

Dabei soll zunächst die Lamellenkupplung des Mini Countryman reibungs- und gewichtsoptimiert weiterentwickelt werden. In einem zweiten Schritt wird man sich ansehen, welche Erkenntnisse beim Aufbau des neuen Rallyeautos auf Mini-Countryman-Basis in die Serie einfließen können. Noch offen ist beispielsweise das Getriebethema. Der Handschalter ist gesetzt. Doch beim Automaten deutet sich eine zweigleisige Lösung an: für komfortbewusste Exportmärkte die klassische Wandlerautomatik und für Europa ein Doppelkupplungsgetriebe. Natürlich dürfen sich Modelle wie BMW FAST und Mini MAT nicht nur im Detail unterscheiden. Schließlich ist das Modulkonzept so ausgelegt, dass zwei unterschiedliche Karosserien auf derselben Architektur profitabel darstellbar sind. Für den FAST bedeutet das ein deutlich sportlicheres Design mit einer coupéhafteren Dachlinie, einem etwas längeren hinteren Überhang und einer hochwertigeren Sitzanlage.

Aus Gründen der Differenzierung haben die Münchner lange mit Schiebetüren geliebäugelt, doch jüngste Insider-Informationen lassen eher auf konventionell angeschlagene Einstiegsluken schließen. Statt dessen will man über die Gestaltung der C-Säule und des Dachbogens eine eigenständige Optik schaffen. Für die xDrive-Typen ist außerdem eine leicht rustikale Ausprägung im Stil der Audi Allroad im Gespräch. Zum Allrad-Paket gehören auf Wunsch Schlechtwege-Paket, Unterfahrschutz, Zusatzscheinwerfer und Offroad-Navigation mit Routenspeicher. Natürlich werden Fahrwerk, Lenkung, Bremse, Kraftübertragung und Elektronik markenspezifisch abgestimmt, doch der wichtigste Unterschied zwischen BMW und Mini betrifft – zumindest vorläufig – die Triebwerke. Mini setzt nämlich auf Dreizylinder-Diesel und -Benziner mit je 1,5 Liter Hubraum, die Leistungsspanne reicht von 75 bis 184 PS.

Für den etwas schnelleren und insgesamt dynamischeren FAST haben dagegen Vierzylinder Priorität. Auch hier will BMW mit nur einem Hubraum die komplette Bandbreite abdecken. Die neuen 2,0-Liter-Aggregate haben als Benziner 150, 184 oder 218 PS. Zu stark für ein kompaktes Auto? Dann bleibt der Dreizylinder, von dem es 2013 eine schärfere BMW-Version geben wird.

Autor: Georg Kacher

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