BMW X5 M50d/X5 50i: Vergleich
— 07.11.2012Triturbo-Diesel oder V8?
381 PS holt der BMW X5 M50d aus drei Litern Hubraum. Lohnt sich da überhaupt noch noch der Blick auf den V8-Benziner mit 407 PS?
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Es hat sich einiges getan seither, sagt uns der Bick auf die Daten des neuen M50d von BMW. Wie der alte Mercedes hat er drei Liter Hubraum. Aber daraus holt er 381 PS und 740 Nm. Vor lauter Kraft muss er bei 250 km/h abgeregelt werden, und der Normverbrauch liegt bei 7,5 Liter/100 km. Wie geht das? Nun, am Kraftstoff selbst liegt es nicht. Es handelt sich immer noch um das gute alte Dieselöl nach DIN 51601. Mit Dieselkraftstoff aus dem Jahr 2012 läuft auch ein 240 D 3.0 keinen Deut schneller als 1974 – wir haben es kürzlich mit dem Oldtimer eines Freundes ausprobiert. Nein, die immens gestiegene Kraft rührt von der Heftigkeit der Explosionen in den Brennräumen, dem Verbrennungsdruck. Und der wiederum kommt in erster Linie aus dem Ladedruck der heutigen Turbomotoren. Der BMW-Dreiliter lässt sich von insgesamt drei (!) Turboladern die Frischluft mit bis zu drei Bar Ladedruck in die Brennräume pressen. Diese wird anschließend mit bis zu 2200 Bar Druck eingespritztem Dieselkraftstoff vermengt und durch die erhitzte Luft zur Selbstzündung gebracht. Zum Vergleich der Einspritzdruck im rasenden Diesel-Mercedes von 1974: 115 Bar.Überblick: Geländegänger und SUVs bei AUTO BILD ALLRAD
Die wahnwitzigen Explosionen, die im BMW-Diesel entstehen, zwangen die Konstrukteure zu umfangreichen Maßnahmen, damit der Motor sich nicht einfach selbst sprengt: So werden zusätzliche Zuganker – das sind spezielle lange Schrauben – zwischen den Hauptlagern des Motorblocks und dem Zylinderkopf eingesetzt, damit dieser bei Vollgas nicht einfach abhebt. Und wie fährt sich dieser Super-Dieselmotor im X5? Nach dem Motorstart ist man zunächst über den Klang erstaunt: Zwischen 1000 und 1700 Touren lässt der Reihensechszylinder einen rauchigen Reibeisenbass hören. Das klingt, als würden ein Reihensechszylinder und ein V8 parallel nebeneinander mit synchroner Drehzahl arbeiten, die beide einen leichten Lagerschaden haben und deshalb rau laufen – sehr speziell, dieser Sound. Beschleunigt man auf mittlere und höhere Drehzahlen, tritt wieder der bekannte Sechszylinderklang eines typischen BMW -Diesels hervor. Trotz der drei abwechselnd und auch mal zusammen aktiven Turbolader gibt es dennoch eine spürbare, wenn auch kleine Turbopause, bis der Diesel so richtig loslegt.Das macht er aber dann mit einer geradezu provozierenden Lässigkeit und ohne hohe Drehzahlen. Obwohl dieser Diesel durch die Turboladerkaskade bis 5400 Touren drehen kann, hat die Achtstufen-Wandlerautomatik sehr wohl realisiert, dass Drehzahlen über 4500/min auch bei diesem Wunderdieselmotor keine bessere Beschleunigung bringen. Also schaltet sie schnell und korrekt weiter in den nächsten Gang. Und hier liegt der feine Unterschied zum Benziner: Der jubelt mit Lust und Leichtigkeit einfach weiter bis 7000 Touren. Muss er aber nicht, denn trotz seiner 140 Nm weniger Drehmoment schiebt auch er schon bei niedrigen Drehzahlen mit triumphaler Lässigkeit an.
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Der 4,4-Liter V8 mit zwei Turboladern versteht sich dabei als Komfortmotor. Er läuft wesentlich sanfter und vibrationsärmer als der rauere Sechszylinder-Diesel. Typisches V8-Wummern lässt der 90-Grad-V8 nur im Leerlauf und bis 1000 Touren hören. Darüber klingt er durch seine BMW-typische Ansaugrohranordnung eher wie zwei Vierzylinder, die parallel nebeneinander laufen. Bei den Fahrleistungen schenken sich die beiden X5 wenig. Der Benziner hat das breitere Drehzahlband und deshalb bei voller Beschleunigung weniger Schaltpausen. Das bringt ihm bis Tempo 200 eine 3,5 Sekunden bessere Beschleunigung ein. Den wahren Unterschied machen aber Verbrauch und Kosten. Zwischen dem Diesel und dem Benziner liegen bei einem so schweren und großen Wagen wie dem X5 je nach Fahrweise und Straßenverlauf zwischen drei und fünf Liter Verbrauch/100 km; je schärfer die Fahrweise, desto größer die Verbrauchsdifferenz.Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD
| Fahrzeugdaten | BMW X5 M50d | BMW X5 50i |
|---|---|---|
| Motor | 6-Zyl.-Reihe, Triturbodiesel | V8-Zyl., Biturbobenziner |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs |
| Ventile/Nockenw.-Antrieb | 4/Kette | 4/Kette |
| Einspritzung | direkt, Common Rail | direkt, Mehrpunkt |
| Hubraum | 2993 cm³ | 4395 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 280 (381) 4000–4400 | 300 (407) 5500–6400 |
| Nm bei 1/min | 740/2000–3000 | 600/1750–4500 |
| Drehzahl bei 130 km/h | 2025/min | |
| Radaufhängung vorn | Einzelrad, Schraubenfedern | |
| Radaufhängung hinten | Einzelrad, Schraubenfedern | Einzelrad, Luftfedern |
| Lenkung | Zahnstange, Servo | |
| Allradantrieb | permanent über el. Mehrscheibenkupplung | |
| Kraftverteilung vorn:hinten | 0:100 – 50:50/normal 40:60 | |
| Traktionshilfen | el. Bremseingriff v+h | |
| Getriebe | 8-Stufen-Wandlerautomatik | |
| Übersetzung | I: 4,71; II: 3,14; III: 2,11; IV: 1,67; V: 1,29; VI: 1,00; VII: 0,84 VIII: 0,67; R: 3,32; A: 3,15 | |
| Verteilergetriebe | high: 1,00; low: – | |
| Karosserie | selbsttragend, Stahlblech | |
| Bremsen vorn/hinten | innenbelüftete Scheiben v+h | |
| Testwagenbereifung | v 275/40; h 315/35 R 20 | 255/50 R 19 |
| Serienbereifung | v 255/50; h 285/45 R 19 | 255/50 R 19 |
| Tankvolumen | 85 l/Diesel | 85 l/Superbenzin |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 3500/750 kg | |
| Wendekreis links/rechts | 12,8/12,9 m | 12,8/12,8 m |
| Grundpreis | 82.300 Euro | 76.400 Euro |
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Kommentare zum Artikel (3)
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@autofahrer2012: Die 7,5 Liter (Norm)Verbrauch beziehen sich auf den Diesel der im Test 9,1 Liter verbraucht hat. Die 13,4 Liter ist der Verbrauch vom V8 Benziner.
Also ich finde den Verbrauch nicht sooo schlecht wenn man bedenkt das es ein schwerer und starker SUV ist. Ich hatte vor paar Jahren mal ein alten 130 PS Kombi (Diesel) der auch nicht viel weniger verbraucht hat.
Zu beginn des Artikels werden 7,5 Liter Verbrauch gelobt, gegen Ende steht dann "13,4 Liter". Haha. Und wo sind die 0-100 Zeiten? Tauchen nicht mal in der Tabelle auf. Und dass solche Panzer keinen Waffenschein benötigen, sondern von halbschlafenden Vertretern durch die Landstraßen geschifft werden können, die durchgängig ein Rennen gegen sich selbst fahren, ist schon fahrlässig. Gruß von einem V8-Camaro-Fahrer, der im Alltag mit nem 850kg Auto unterwegs ist.
Beides schicke Autos