Bremsen wechseln: Anzeichen für Verschleiß

Bremsscheiben und Bremsbeläge wechseln

— 15.04.2016

Bremsen am Limit

Schleifen, Rubbeln oder niedriger Bremsflüssigkeitsstand – alles Anzeichen für verschlissene Bremsen. Wann es Zeit wird, Bremsscheiben und Bremsbeläge zu wechseln, und was der Service kostet.

Leuchtet dieses Symbol im Kombiinstrument, sind die Bremsbeläge verschlissen. Der Wechsel in der Werkstatt kostet meist zwischen 80 und 300 Euro.

Keine Frage, irgendwann sind die Bremsbeläge abgenutzt, die Scheiben verschlissen. Deshalb prüft die Werkstatt bei jeder Wartung und (hoffentlich) jedem Radwechsel deren Stärke. Über den Daumen gepeilt sollten Bremsklötze unterhalb von zwei Millimetern Restbelag erneuert werden, Trommelbremsbacken spätestens bei einem Millimeter. An Scheibenbremsbelägen finden sich heute in fast allen Autos auch Verschleißanzeigen. Diese können elektrisch arbeiten und ein Licht im Armaturenbrett aufleuchten lassen oder auch mechanisch, wobei ein Metallstift bei Erreichen der Verschleißgrenze laut an der Scheibe zu kratzen beginnt. Das kreischende Geräusch, welches dann beim Bremsen ertönt, ist die ultimative Aufforderung, die Werkstatt aufzusuchen.
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Bremsbeläge selber wechseln: so klappt's

Kosten abhängig von Umfang und Fahrzeugtyp

Der Bremsenservice von großen, schweren SUVs ist deutlich teuerer als bei Kompakt- oder Mittelklasse-Autos. Große Komponenten kosten großes Geld.

Die Kosten für den Bremsenservice sind vor allem abhängig von den zu ersetzenden Verschleißteilen. Sind lediglich die vorderen Bremsbeläge zu wechseln, ist dies naturgemäß günstiger als der Tausch inklusive Bremsscheiben. Auch die Größe der Bremsscheiben und Beläge spielt eine Rolle. Die deutlich kleiner dimensionierten Komponenten eines Renault Twingo sind günstiger als die Scheiben eines BMW X5 im Familien-Pizza-Format. Bei der Arbeitszeit sind beim Belagwechsel etwa 20 bis 30 Minuten pro Rad zu kalkulieren. Viele Werkstätten bieten den Tausch der Bremsklötze zum Komplettpreis an. Die Preise liegen etwa zwischen 80 und 300 Euro, je nach Modell. Müssen auch die Scheiben gewechselt werden, kann sich der Preis verdoppeln oder auch verdreifachen. Denn die Kosten für Bremsscheiben sind deutlich höher, die zusätzliche Arbeitszeit hält sich dagegen im Rahmen (etwa 15 Minuten pro Rad). Gelegentlich kommt es vor, dass Teile der Bremse festsitzen und sich schlecht lösen lassen, was die Arbeitszeit deutlich verlängern kann. Hier sind die Kunden im Vorteil, die zum vorab vereinbarten Komplettpreis reparieren lassen. Andernfalls wird sich die Werkstatt die längere Arbeitszeit auch vergüten lassen. Auch die Kolben in den Bremssätteln oder die Bremszylinder der Trommelbremse können verschleißen. Die Kosten sind hier auch aufgrund der längeren Arbeitszeit deutlich höher. Allerdings fallen diese Reparaturen eher selten an.

Ratgeber: Bremsbeläge wechseln

Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten und Intervalle

Rubbeln oder Gerüttel? Das können die Ursachen sein!

Große Alufelgen ermöglichen einen guten Blick auf die Bremsscheibe. So lässt sich teilweise auch der Zustand der Bremsbeläge begutachten.

Auf Bremsscheiben und -trommeln finden sich eingeprägte Angaben zu zulässigen Mindestdicken bzw. Höchstdurchmessern. In aller Regel sind zwei bis drei Millimeter Verschleiß zulässig, ehe diese Teile erneuert werden müssen. Wichtig: Mit zunehmender Abnutzung der Bremse sinkt auch der Stand der Bremsflüssigkeit im Behälter. Trotzdem sollte man diese nicht auffüllen, solange sie nicht das Minimum erreicht hat. Denn sonst läuft der Behälter über, wenn die Werkstatt neue Beläge montiert und alle Bremskolben auf Anfang stellt. Problematisch: Unabhängig vom Verschleißgrad der Bremskomponenten können unangenehme Begleiterscheinungen beim Verzögern auftreten. Dazu zählt das Rubbeln, wenn also über eine Radumdrehung betrachtet die Bremse unterschiedlich kräftig greift. Das Gerüttel ist oft auch im Lenkrad oder sogar im Bremspedal spürbar und nicht nur lästig, sondern auch schädlich für die gesamte Radaufhängung. Die Ursachen können unterschiedlich sein, reichen von Rost auf der Bremsscheibe nach längerem Parken im Regen bis zu Verzug durch Überhitzung oder als Nebenwirkung einer verbogenen Radnabe.

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Gelegentlich die Bremse kräftig treten

Im Motorraum befindet sich das Ausgleichsbehältnis der Bremsflüssigkeit. Erst nachfüllen, wenn der Stand unter die Minimum-Markierung fällt.

Während sich Rost im Anfangsstadium noch bei normaler Nutzung wegbremsen lässt, muss bei Verdacht auf verbogene Teile die Werkstatt ran und den Planlauf aller Komponenten mit einer Messuhr prüfen. Einige Fahrzeugtypen neigen auch zu extrem rostenden Bremsscheiben an der Hinterachse. Ursache ist zu vorsichtige Fahrweise, beim nur sanften Bremsen werden die Klötze kaum an die Scheiben gedrückt, können Rost und Schmutz nicht wegradieren. Deshalb: Wenn es die Verkehrslage erlaubt, zwischendurch ruhig mal kräftiger aufs Pedal steigen. Augenmaß ist auch bei Geräuschen nötig. Leichtes Kratzen am Morgen ist normal, weil die Luftfeuchtigkeit über Nacht die Reibflächen mit einem Hauch von Oberflächenrost überzieht. Ständige Geräusche, womöglich auch ohne Betätigung der Bremse, sind dagegen ein Fall für die Werkstatt. Das gilt auch, wenn das Auto beim Bremsen zu einer Seite zieht. Denn daran muss nicht zwangsläufig die Bremse schuld sein, oft sind auch Fahrwerksteile ausgeschlagen. Zieht das Fahrzeug dagegen auch zur Seite, obwohl gar nicht gebremst wird, kann eine Bremse festsitzen. Wer diesen Verdacht hat, sollte fühlen, ob eine Felge deutlich wärmer ist als die gegenüber liegende. Ob dagegen alle Bremsen richtig lösen, lässt sich leicht bei ganz langsamer Fahrt prüfen: Abbremsen bis kurz vorm Stillstand, auskuppeln und ausrollen. Bleibt das Fahrzeug mit einem leichten Ruck stehen, ist irgendwo etwas schwergängig. Was, sollte jedoch am besten die Werkstatt herausfinden.

Autor: Hendrik Dieckmann

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