Citroën DS3 und Mini Clubman im Test — 28.03.2010
Citroën DS3 schlägt Mini Clubman
Auf britischen Retro-Stil antwortet Frankreich mit feschem Esprit: Gegen den Mini Clubman schickt Citroën den DS3 ins Rennen. AUTO BILD hat die beiden lifestyligen Kleinwagen verglichen.
Überblick: Alle News und Tests zum Mini Clubman
Mini-Neulinge haben ganz andere Probleme: Erst will der runde Designer-Stick in den Zündschloss-Schacht gefummelt werden. Die Logik hinter den chaotisch verstreuten Kippschaltern und Knöpfen bleibt ein ähnliches Mysterium wie das Regelwerk des Nationalsports Kricket. Und nach wie vor staunt man über den Tacho, der so groß ist wie eine Turmuhr, aber schlechter abzulesen als ein Reisewecker. Zwar passen manche Kunststoffe und der beim Klopftest hohl klingende Armaturenträger nicht ganz zum hohen Preis; sauberer Fugenverlauf und sorgfältig entgratete Kunststoffkanten künden jedoch vom Qualitätsanspruch der Mini-Mutter BMW, während beim DS3 hier und da noch Laisser-faire-Mentalität durchschimmert. Obwohl der kleine Brite mit Panoramascheibe und schlanken Dachstreben viel Licht hereinlässt, wirkt sein französischer Rivale luftiger. Kein Wunder: Der DS3 ist innen breiter und überragt in der Länge sogar die Mini-Stretchvariante Clubman, die hier zum Vergleich antritt.
Überblick: Alle News und Tests zum Citroën DS3
Trotzdem geizt der Gallier in der zweiten Reihe mit Knie- und Kopffreiheit. Im Mini fühlt man sich bequemer aufgehoben, auch wenn sich die Ellenbogen schneller ins Gehege kommen. Leichter entern lässt sich seine Rückbank außerdem, denn auf der rechten Seite öffnet sich die "Clubdoor" wie ein kleines Gartentor. Als selbst ernannter "Stadtsportwagen" muss sich der DS3 am fahrdynamischen Talent des Mini messen lassen. Ganz schön mutig, denn der Brite legt die Latte hier bekanntlich ziemlich hoch. Zwar reizen die braven 95 PS des Basisbenziners die Möglichkeiten des Mini-Fahrwerks nicht mal ansatzweise aus. Der Mix aus messerscharfer Lenkung, kurzen Federwegen und trittsicherer Abstimmung führt aber auch schon beim Einstiegsmodell One zum markentypischen Kart-Gefühl. Leider blieb der Komfort zum Teil auf der Strecke. Schlechte Fahrbahnbeläge reicht der Mini barsch nach innen durch. Mit zunehmendem Tempo bügelt das knochentrockene Fahrwerk Unebenheiten aber immer geschmeidiger glatt.Der DS3 gibt sich weniger krawallig, geht zum französischen Softie-Klischee allerdings klar auf Distanz. Gekonnt trifft er den Ton zwischen Straffheit und Schluckfreude; lediglich kurz aufeinanderfolgende Bodenwellen bringen die Federn, die langhubiger als beim Mini ausgelegt sind, aus der Ruhe. Die leichtgängige Lenkung stochert bei Stadttempo etwas im Nebel, gewinnt bei flotter Gangart aber an Direktheit. Dadurch wirkt auch der DS3 erfrischend quirlig, sodass – wie im Mini – immer wieder der Wunsch nach mehr Temperament aufkommt. Besonders in den großen Gängen lässt der Vierzylinder, der insgesamt weniger kernig klingt als im Mini, seine Flügel hängen.
Bei den Anschaffungskosten hat der Citroën DS3 eindeutig die Nase vorn
Streifendekor, Chromspängchen, Zweifarblackierung: Die Grundpreise, die längst den Rahmen der Kleinwagenklasse sprengen, schießen angesichts der Riesenauswahl von Lifestyle-Gimmicks bei beiden schnell über die 20.000-Euro-Marke. DS3-Fahrer kommen immerhin ohne Zuzahlung in den Genuss von Bordcomputer und Lederlenkrad; der Mini hat dafür sechs statt fünf Gänge und eine Start-Stopp-Automatik, die jedoch am winterlichen Testtag den Verbrauch nicht drücken konnte – sie arbeitete nicht. Mit mehr als 4000 Euro Preisvorteil gelingt es dem Citroën am Ende, trotz ungünstigerer Restwertprognose seinen Vorsprung in der Testwertung zum klaren Gesamtsieg auszubauen. Ein Triumph, der manchen Markenfan vielleicht sogar über den historisch unsensiblen Umgang mit dem Typkürzel DS hinwegtröstet. Denn das war einst kein modisch aufgepeppter Kleinwagen, sondern eine "Göttin" auf Rädern.
| Fahrzeugdaten | Citroën | Mini |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn quer | Vierzylinder, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1397 cm³ | 1397 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 70 (95)/6000 | 70 (95)/6000 |
| Nm bei 1/min | 136/4000 | 140/4000 |
| Vmax | 184 km/h | 183 km/h |
| Getriebe | Fünfgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Trommel | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 195/55 R16 T | 195/55 R16 V |
| Radgröße | 6,5 x 16" | 6,5 x 16" |
| Abgas CO2 | 134 g/km | 130 g/km |
| Verbrauch* | 7,6/4,8/5,8 l | 6,9/4,5/5,4 l |
| Tankinhalt | 50 l/Super | 40 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 73 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1150/570 kg | 650/500 kg |
| Kofferraumvolumen | 285–980 l | 260–930 l |
| Preis (wird bewertet) | 15.200 Euro | 19.350 Euro** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive 16-Zoll-Bereifung für 1150 Euro | ||
| Messwerte | Citroën | Mini |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 3,6 s | 3,5 s |
| 0–100 km/h | 11,6 s | 11,9 s |
| 0–130 km/h | 19,7 s | 21,4 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 10,4 s (4. Gang) | 13,4 s (4. Gang) |
| 80– 120 km/h | 15,6 s (5. Gang) | 25,4 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1134/418 kg | 1206/434 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 62/38 % | 59/41 % |
| Wendekreis links/rechts | 10,9/11,0 m | 11,6/11,7 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 38,5 m | 37,8 m |
| aus 100 km/h warm | 38,4 m | 37,0 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 63 dB (A) | 63 dB (A) |
| bei 100 km/h | 70 dB (A) | 70 dB (A) |
| bei 130 km/h | 73 dB (A) | 74 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,8 l S – 161 g/km | 6,8 l S – 161 g/km |
| Reichweite | 730 km | 590 km |
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Kommentare zum Artikel (38)
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Der Artikel ist Autobild-typisch ziemlich dumm und schlecht recherchiert. Er wird weder dem DS3 noch dem Mini gerecht. Sind beides zwei grundverschiedenen Autos für jeweils ein ganz anderes Klientel.
Darf's bisschen mehr sein? JA, der normale Cooper mit seinen 122 PS, zum Beispiel!
Eine geile Nummer, eine eigene Welt, aber nicht introvertiert, sondern communikativ nach aussen. Gruss und Dank nach Oxford und München!!!!!!
Sicherlich mehr Leute als nach einem langweiligen Mini!
Mir als Mini Fahrer eigentlich völlig egal, was die AutoBlöd schreibt. Schließlich kaufe ich mir ja ein Auto nicht weil ich auf andere Meinungen höre... Der Mini ist und bleibt im Kleinwagensegment ungeschlagen... Und mal ehrlich - wer dreht sich schon nach einem Citroen um? :-P
...Allein durch durch den Preisdruck der Zulieferer gibt es wahrscheinlich gar keine echten deutschen, amerikanischen, oder japanischen Autos. Und sowas sind für mich jedenfalls entscheidende Charakterzüge eines Autos. Wenn es ein Japaner ist, dann soll es auch ein Japaner sein und nicht ein chinesicher Dreiviertel-Ford. Bei diesem Vergleich kann ich darum überhaupt nicht aus Überzeugung sagen, welchen Hersteller oder welche Philosophie ich vorziehe. Hier entscheidet wirklich nur der Geschmack des Äußeren.