Drei sparsame Kleinwagen: Vergleich

Honda Jazz Hybrid Peugeot 207 VW Polo Honda Jazz Hybrid Peugeot 207 VW Polo

Drei sparsame Kleinwagen: Vergleich

— 28.02.2011

Was kann der neue Honda Jazz Hybrid?

Jetzt wird es ernst: Mit dem Honda Jazz geht erstmals ein Kleinwagen mit Benzin-Elektro-Antrieb an den Start. Kann der Hybride mit den sparsamen Dieseln Peugeot 207 und VW Polo mithalten?

Geiz ist geil – kann keiner mehr hören. Nachdem uns der Elektronikändler jahrelang diesen Spruch um die Ohren gehauen hat, schalten wir auf Durchzug. Bei Benzinpreisen um 1,50 Euro pro Liter könnte man allerdings wieder ins Grübeln kommen, ob die nicht doch recht hatten. Statt PS und Tempo ist der Verbrauch längst Kaufargument Nummer eins. Soll der Kleine weniger als vier Liter schlucken, hatte man bei Polo und Co bisher allerdings nur einen Diesel zur Wahl. Bis jetzt. Denn Honda schickt mit dem Jazz den ersten Kleinwagen mit Hybridantrieb auf den Markt. Den1,3-Liter-Benziner mit 88 PS unterstützt ein 14-PS-Elektro-Motor – ein Mildhybrid wie auch in Insight und CR-Z.

Überblick: Alle News und Tests zum Honda Jazz

Video: Honda Jazz Hybrid, VW Polo BlueMotion, Peugeot 207 Blue Lion

Vergleich der Sparsamen

Rein elektrisch fährt der Jazz also nicht, dem Verbrenner wird nur elektrisch unter die Kolben gegriffen. Zudem sorgt die E-Maschine für eine Start-Stopp-Funktion. Beim Test-the-Best-Event rund um Rom treffen Honda Jazz Hybrid, VW Polo 1.6 TDI BlueMotion Technology und Peugeot 207 Blue Lion erstmals aufeinander. Ein technisch hochkarätiges Treffen auf niedrigstem CO2-Niveau. Spannendste Frage: Wer geizt am besten? Der Honda mit der Kraft der zwei Herzen, der VW mit effizientem Diesel und Start-Stopp-System oder der Peugeot 207 mit Spritsparreifen und langer Übersetzung? Auf dem Papier protzen vor allem die Diesel mit einem Verbrauch von weniger als vier Litern, der Honda soll mit 4,4 Litern knapp darüber liegen. In der Praxis hält keiner der Testkandidaten das gegebene Spar-Versprechen ein. Niedrige Verbrauchswerte erfordern hier wie dort einen ultra leichten Gasfuß. Am effektivsten knausert sich noch der Polo über unsere 100-Kilometer-Verbrauchsrunde. Er hat eine Start-Stopp-Automatik, die den laut dieselnden 90-PS-TDI an Ampeln abstellt. Dazu lange Übersetzung und Aerodynamik-Feinschliff – macht im Schnitt 4,7 Liter.

Überblick: Alle News und Tests zum Peugeot 207

Der 207 bringt 1,3 Tonnen auf die Waage, gibt sich beim Verbrauch dennoch bescheiden.

Der Peugeot geht gehandicapt in den Vergleich. Mit 1317 Kilogramm gehört er zu den Schwergewichten in seiner Klasse. Start-Stopp oder ein drehzahlsenkendes Sechsganggetriebe werden nicht angeboten. Trotzdem müssen nach 100 Kilometern nur fünf Liter Diesel nachgetankt werden. Da kann der Honda nicht ganz mithalten. Obwohl der Elektromotor den Benziner beim Beschleunigen spürbar unterstützt, braucht er selbst betont sparsam gefahren am Ende 5,8 Liter für die Runde. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Denn der Jazz ist der einzige Benziner im Testfeld, mit entsprechenden Vorteilen beim Abgas. Und auch das serienmäßige stufenlose CVT-Getriebe kostet Sprit, fährt sich aber sehr komfortabel und entlastet den Piloten. Auch beim Platzangebot kann der Honda punkten, weder Polo noch 207 können mithalten. Vor allem im Fond ist der kleine Honda ein Riese.

Dazu kommt ein geniales Klapp- und Faltsystem für die Sitze: alles umlegen für eine ebene Ladefläche oder die Sitzfläche hochstellen und ein Fahrrad stehend einladen – alles mit wenigen Handgriffen erledigt. Feintuning haben die Japaner bei der Fahrwerkabstimmung betrieben, das Poltern auf schlechten Strecken ist weg. "Trotzdem bietet der Jazz auf kurzen Wellen zu wenig Komfort", urteilt der ungarische AUTO BILD-Chef Robert Szabo. Auch der Peugeot zeigt sich wenig galant. Die Sitze haben zu wenig Beinauflage, der Diesel ist akustisch zu präsent, und die um einen halben Zentimeter gekürzten Federn schmälern den Komfort. Immerhin geht der 207 flott und dank serienmäßigem ESP sicher ums Eck.

Überblick: Alle News und Tests zum VW Polo

Gut gemacht: Der VW federt ordentlich, bietet ausreichend Platz und die besten Sitze.

Zu dieser Dynamik passt der Motor gar nicht. Obwohl der 90-PS-HDi sich durchaus drehfreudig reinhängt, versickert das Drehmoment in der langen Übersetzung. Schon bei der kleinsten Steigung muss zurückgeschaltet werden – mit der teigigen Getriebeführung kein Vergnügen. Ganz anders der Polo. "Es fällt schwer, am VW etwas zu kritisieren", sagt der finnische AUTO BILD-Chef Jarmo Markkanen. Der VW federt ordentlich, bietet ausreichend Platz und die besten Sitze. Und auch die Verarbeitung gefällt: Woanders heißt so was Premium. Das alles lässt sich VW gut bezahlen: Der Polo kostet 17.625 Euro – also ausstattungsbereinigt etwa so viel wie der Jazz Hybrid und rund 1000 Euro mehr als der 207. Gar nicht geil.

Technische Daten Honda Jazz Hybrid: Vierzylinder, vorn quer • Hubraum 1339 cm³ • Leistung 65 kW (88 PS) bei 5800/min • Elektromotor • Leistung 10 kW (14 PS) • Systemleistung 72 kW (98 PS) • max. Drehmoment 121 Nm bei 4500/min • Vorderradantrieb • CVT-Getriebe • Spitze 177 km/h • 0–100 km/h 12,6 s • EU-Mix 4,4 l Super/100 km • CO2 104 g/km • Preis: ab 18.900 Euro

Technische Daten Peugeot 1.6 HDI: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1560 cm³ • Leistung 66 kW (90 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 215 Nm bei 1750/min • Vorderradantrieb • Fünfganggetriebe • Tank 50 l • Spitze 185 km/h • 0–100 km/h 11,7 s • EU-Mix 3,8 l Diesel/100 km • CO2 99 g/km • Preis: ab 16.700 Euro

Technische Daten VW Polo 1.6 TDI BMT:
Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 cm³ • Leistung 66 kW (90 PS) bei 4200/min • max. Drehmoment 230 Nm bei 1500/min • Vorderradantrieb • Fünfganggetriebe • Tank 45 l • Spitze 180 km/h • 0–100 km/h 11,5 s • EU-Mix 3,7 l Diesel/100 km • CO2 96 g/km • Preis: ab 17.625 Euro
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Wer nur auf den Verbrauch achtet, ist weiterhin mit einem Diesel am besten bedient. Der Raumkünstler Jazz Hybrid verbraucht allerdings nur wenig mehr und ist mit Automatikgetriebe eine interessante Alternative für den Einsatz in der Stadt. 

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