Der neuentwickelte BMW-Motor ist für Norbert Haug kein entscheidender Vorteil

DTM 2012

— 15.05.2012

Haug glaubt nicht an Motorenvorteil bei BMW

Norbert Haug glaubt nicht, dass BMW durch den neuentwickelten DTM-Motor gegenüber der Konkurrenz einen Leistungsvorteil hat

Vor Beginn der aktuellen DTM-Saison haben viele Experten Neueinsteiger BMW eine starke Leistung zugetraut, doch dass die Münchener bereits beim zweiten Rennen den ersten Sieg einfuhren, kam für manche Beobachter doch etwas überraschend. Naturgemäß wurde im Anschluss die Frage gestellt, warum BMW innerhalb einer solch kurzen Zeit die etablierten Hersteller Audi und Mercedes schlagen kann.

Dabei richtete sich der Blick schnell auf den V8-Motor der Münchener. Zwar haben alle Hersteller für zur Saison 2012 neue Motoren entwickelt, doch bei Audi und Mercedes basieren diese auf den Vorgängermodellen, während BMW einen komplett neuen Motor entwickelt hat. Diese Konstellation war der Nährboden für Spekulationen, nach denen das neue BMW-Aggregat über mehr Leistung als die Motoren der Konkurrenz verfügt.

Norbert Haug wiegelt bei diesem Thema jedoch ab. "Ich finde die Diskussion etwas müssig. Das wurde von allen Herstellern so beschlossen. BMW musste ja ein Triebwerk bauen, ohne geht es nicht." Der Mercedes-Motorsportchef glaubt zudem, dass es im Rahmen der eng gefassten Regeln kaum möglich sei, beim Motor einen deutlichen Vorsprung zu erzielen. "Die Möglichkeiten bei der Entwicklung des Motors sind ja durch das Reglement eingeschränkt."

Allerdings berichtete Gary Paffett nach dem Rennen am Lausitzring, dass ihm Bruno Spengler beim Herausbeschleunigen auf die Gerade immer wieder davon fuhr. Die könnte ein Hinweis auf eine höhere Motorleistung ein. Doch Haug erklärt: "Dafür gibt es viele Gründe. Wir sind mit einem ganz anderen Setup in das Rennen gegangen. Wer das Rennen lesen kann, weiß genau, dass man im Infield Probleme hatte, einem Fahrzeug zu folgen."

Auch will Haug eine optische Täuschung nicht ganz ausschließen. "Beim Rausbeschleunigen wirkt es natürlich optisch auch so, als würde der Vordermann wegziehen, aber beim Anbremsen ist der Hintermann dann wieder genau so dicht dahinter." Unter dem Strich erkennt der Motorsportchef jedoch keinen deutlichen Vorsprung der BMW. "Beim Blick auf die Stoppuhr ist das alles etwas verständlicher."

Dennoch arbeitet Mercedes an der Weiterentwicklung des C-Coupés und war vor dem Rennen in Brands Hatch testen. Dies sei jedoch keine Reaktion auf die starke Vorstellung der BMW in der Laustiz gewesen, wie Haug betont. "Der Test war von Anfang an geplant. Das ist ein fortlaufender Prozess, denn an einem Rennwochenende kann man nicht alles ausprobieren. Es gibt kleine Modifikationsstufen, sehr viel ist nicht möglich. Es geht um Feinjustierungen."

Doch genau diese Kleinigkeiten können im engen Teilnehmerfeld der DTM 2012 über Sieg oder Niederlage entscheiden. "In der Lausitz haben uns 43 Tausendstelsekunden zur Pole-Position gefehlt. Das zeigt, wie eng der Wettbewerb ist und dass letztlich jedes Tausendstel zählt", erklärt Haug. "Deshalb versucht man, sich im Rahmen der Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Die Testfahrten sind ja limitiert, das war eine der Testmöglichkeiten, die wir im Laufe des Jahres haben. Wir haben da weitere Schritte ausprobiert, so wie es andere auch machen."

Fotoquelle: ITR

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