Nach Tests am Lausitzring hofft Audi auf eine Steigerung in Brands Hatch

DTM 2012

— 16.05.2012

Audi erwartet das engste Qualifying des Jahres

Audi rechnet auf dem kurzen Kurs in Brands Hatch mit extrem engen Abständen - Tests am Lausitzring sollten den A5 voranbringen

Am kommenden Wochenende gastiert die DTM auf der kürzesten Strecke des Jahres. Der sogenannte "Indy-Kurs" in Brands Hatch ist gerade einmal 1,929 Kilometer lang. Nachdem schon bei den beiden bisherigen Saisonrennen die Zeitabstände im Qualifying sehr gering waren, erwartet Audi am Samstag bei Rundenzeiten von etwa 42 Sekunden eine extrem spannende Qualifikation. "Ich glaube, dass wir uns auf das engste Qualifying des Jahres gefasst machen können", prophezeit Timo Scheider.

Und auch sein Sportchef bestätigt: "In Brands Hatch lag das Feld immer extrem eng zusammen. Und nach allem, was wir in dieser Saison gesehen haben, wie groß die Dichte insgesamt ist, kann man davon ausgehen, dass es extrem eng sein wird und dass es sehr geringe Unterschiede geben wird", sagt Wolfgang Ullrich. "Das heißt, die ganz kleinen Kleinigkeiten werden unter Umständen einige Plätze bedeuten, und dementsprechend muss man konzentriert an die Sache herangehen."

"Wir alle wissen, wie eng die Zeiten aufgrund der Streckenlänge und der Charakteristik beieinanderliegen. Demzufolge ist das Qualifying in Brands Hatch wichtiger denn je", meint Scheider. "Überholen ist dort sehr schwierig, und auch über die Strategie kann man nicht so einfach reagieren." Vor allem die richtige Taktik während der Qualifikation wird für eine schnelle Runde entscheidend sein, doch hier stehen die Teams vor einer gewaltigen Herausforderung.

Herausforderung Qualifying

"Für die Renningenieure wird es im Qualifying unfassbar schwierig sein zu entscheiden, wann schicke ich meinen Fahrer raus, damit er eine freie Stelle hat", erklärt der zweimalige DTM-Meister. "Das ist fast nicht möglich. Wenn man die Anzahl der Autos und die Streckenlänge sieht, ist es nicht nur schwierig, eine perfekte Runde zu fahren, sondern überhaupt eine freie Runde zu erwischen", erwartet Scheider. "Ich glaube, das macht das Wochenende, vor allem am Samstag, extrem spannend."

In der Pause zwischen den Rennen am Lausitzring und in Brands Hatch ging Audi den Probleme auf den Grund, die zu dem schwachen Abschneiden in den ersten beiden Saisonrennen geführt haben. Weder in Hockenheim, noch in der Lausitz, konnten die Audi-Fahrer im Rennen mit den Konkurrenten im Mercedes oder BMW mithalten. Bei zwei Testtagen am Lausitzring arbeiteten Mike Rockenfeller und Mattias Ekström an der Entwicklung des A5. "Wir haben uns sehr viele erarbeitet, wovon wir überzeugt sind, dass es uns im Normalfall helfen sollte", hofft Ullrich.

"Unmittelbar nach jeder Rennveranstaltung wird eine Analyse durchgeführt. Daraus ergeben sich Arbeitsgebiete"; beschreibt der Sportchef die Vorgehensweise. "Beim Test haben wir versucht, diese alle abzudecken. Wir hatten ein sehr umfangreiches Programm. Wir hoffen, dass uns die Dinge, die wir uns in diesen beiden Tagen erarbeitet haben, in Brands Hatch wieder dorthin bringen, wo wir uns normalerweise sehen, nämlich dass wir immer um den Sieg mitfahren können."

Scheider hingegen dämpft allzu hohe Erwartungen: "Aufgrund der Zeit, die uns zur Verfügung stand, darf man natürlich keine Quantensprünge erwarten. Aber ich bin nach Studium der Testberichte guter Dinge. Es sollte uns ein kleiner Fortschritt gelungen sein. Wir haben an unserem Paket das ein oder andere ändern können." Dabei spielen laut dem Audi-Fahrer auch die Rückmeldungen der Fahrer eine entscheidende Rolle.

Unbekanntes Terrain für die neuen Autos

"Alle Informationen, die von den Fahrern geliefert wurden, sind noch einmal haarklein unter die Lupe genommen worden. Man versucht daraus herauszulesen, welches Potenzial man wo vielleicht noch haben könnte. Wie sich das im Rennen oder im Qualifying auswirkt, muss sich erst zeigen", so Scheider. "Brands Hatch ist eine neue Herausforderung für uns alle. Wir fangen mit einem Basis-Setup an, welches wir uns im Vorfeld überlegt haben und probieren, daraus das Beste zu machen. Die Frage ist: Wie schnell schaffe ich es, an das bestmögliche Setup heranzukommen? Wie schaffe ich es, mich an die Streckenbedingungen und die Entwicklung der Strecke heranzuarbeiten?"

Während am Hockenheim und am Lausitzring mit den neuen DTM-Autos getestet wurde, betreten die drei Hersteller in Brands Hatch mit ihren Coupés völliges Neuland. Ullrich glaubt daher: "Derjenige, der sich am besten auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen kann, wird die besten Chancen haben, sowohl im Qualifying als auch im Rennen ganz vorne zu sein. Dementsprechend: Volle Konzentration auf die Spezialitäten dieser Rennstrecke. Und alles das nutzen, was wir bisher gelernt haben."

Neben dem kurzen Indy-Kurs gibt es in Brands Hatch auch noch die alte Grand-Prix-Strecke, die mit schnellen Kurven durch den Wald führt. Scheider bedauert ein wenig, dass er nicht dort fahren kann. "Die lange Version in Brands Hatch ist natürlich noch reizvoller, weil es wirklich eine ganz spannende Streckencharakteristik ist. Ich bin dort 2005 mit dem A1GP-Auto gefahren. Ich hätte natürlich Spaß, weil ich glaube, dass das DTM-Auto sehr gut auf diese Strecke passen würde, speziell unser Audi. Die Entscheidung (für die kurze Strecke, Anm. d. Red.) fiel im Sinne der Zuschauer, damit sie die Autos öfter sehen."

Fotoquelle: DTM

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