HWA-Mercedes-Pilot Gary Paffett jubelt über seine Heim-Pole-Position

DTM 2012

— 19.05.2012

Polesetter Paffett: Am Qualifying gearbeitet

Gary Paffett und Mercedes-Sportchef Norbert Haug freuen sich über das tolle Qualifying in Brands Hatch: "Mussten an unseren Qualifying-Leistungen arbeiten"

"Unsere Stärke ist nicht unbedingt immer das Qualifying", weiß Norbert Haug. Aber nach der Doppel-Pole-Position durch Lokalmatador Gary Paffett und Christian Vietoris heute in Brands Hatch hält der Mercedes-Sportchef gegenüber der 'ARD' zufrieden fest: "Dafür sehen wir jetzt ganz gut aus!" Denn in einer der knappsten Sessions der DTM-Geschichte hatte Paffett am Ende doch fast zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf den besten Nicht-Mercedes-Piloten, Bruno Spengler auf BMW.

Dabei hatte Haug nach Q3 noch nicht unbedingt mit den Startpositionen eins und zwei gerechnet: "Zunächst haben wir mal zwei Autos in der zweiten Reihe", meinte er nach den Plätzen zwei (Paffett) und vier (Vietoris) im dritten Abschnitt. "Das ist bei dieser Qualifikations-Schlacht schon eine starke Leistung. Unsere Wettbewerber haben auf jeden Fall nicht zwei Autos in den ersten zwei Reihen. Das ist sicherlich schon mal ein guter Auftakt für uns. Vielleicht ist noch ein bisschen mehr drin, vielleicht ist die erste Reihe drin."

Haugs Hoffnung bewahrheitet sich

Eine Ansage, die sich bewahrheiten sollte: "Es war so ein Kampf, wirklich Alfred Hitchcock pur. Jetzt haben wir die Doppel-Pole. Das ist der absolute Hammer", jubelt Haug. "Das ist ein Krimi, dichter geht's nicht. Es gibt immer wieder Überraschungen: In einer Sitzung ist der Eine ein bisschen schneller, dann wieder der Andere. Es sind oftmals zehn Autos in eineinhalb Zehnteln. Das ist wirklich ein Wettkampf auf allerhöchstem Niveau, kann man sagen. Ich denke, wir haben eine gute Rennpace, aber es ist alles möglich."

Für Paffett, mit 13 Punkten Vorsprung auf seinen Landsmann Jamie Green (heute nur Zehnter) derzeit Tabellenführer, bedeutet die Pole-Position gerade beim Heimrennen viel: "Es ist unglaublich", strahlt er. "Großartig, hier in Brands Hatch zu fahren, denn es ist eine sehr herausfordernde Strecke. Ich habe Familie und Freunde hier - da ist es natürlich großartig, auf Pole zu stehen. Die Session war wie immer unglaublich schwierig."

"Nach den ersten beiden Rennen mussten wir an unseren Qualifying-Leistungen arbeiten, denn die waren nicht ideal", erinnert er sich. "Hier war es keineswegs einfach, aber wir waren ein bisschen besser aufgestellt als in den letzten zwei Qualifying-Sessions. Wir hatten die Möglichkeit, auf Pole zu fahren, was in den ersten beiden Rennen nicht möglich gewesen wäre. Das Team hat seit dem Lausitzring tolle Arbeit geleistet, damit wir im Qualifying besser werden, und das hat sich bezahlt gemacht."

Woran genau die Mercedes-Ingenieure gearbeitet haben, will der Formel-1-Testfahrer nicht verraten, doch offenbar verlagerte man den Fokus für dieses Wochenende etwas mehr in Richtung Qualifying-Performance: "Es geht darum, auf eine Runde das Maximum aus dem Auto und den Reifen herauszuholen. Daran haben sie gearbeitet", erklärt er. "Wir sind hierhergekommen und haben uns vielleicht ein bisschen mehr auf das Qualifying konzentriert. Am Ende hat es geklappt."

Mit Q4-Einzug war das Ziel erreicht

"Ich bin sehr glücklich. Schon in Q4 einzuziehen, ist für uns unglaublich, denn das ist nicht so einfach", freut sich Paffett. Dabei war er sich nach der Vorlage von Vietoris nicht sicher, ob er dieser etwas entgegenzusetzen haben würde: "Ich habe Christians Rundenzeit gesehen und war sehr beeindruckt, wusste, dass ich da etwas Besonderes herausholen muss. Ich habe alles herausgeholt, eine gute Runde hingelegt - und am Ende hat es gereicht."

Die Zeitabstände waren auf der weniger als zwei Kilometer langen Strecke extrem eng. Paffett belegte in den einzelnen Sessions die Plätze acht, fünf, zwei und eins. "Durch die kurze Strecke zählt nicht jede Zehntel-, sondern jede Hundertstelsekunde", sagt er. "Ich glaube, das sehen alle Fahrer so: Dieses Qualifying-Format ist unheimlich schwierig, weil man in vier Sessions eine perfekte Runde hinbekommen muss. Das macht es sehr hart. Es ist eine enorme Herausforderung."

Frage: Ist die Pole-Position in Brands Hatch schon die halbe Miete? "Wenn es trocken ist, kann man hier nicht so leicht überholen", glaubt der 31-Jährige, "aber andererseits habe ich hier auch schon mal überholt. Es ist nicht unmöglich. Es hängt von der Strategie ab, auch vom Verkehr, weil es so eine kurze Runde ist." Und möglicherweise vom Regen, den die Wetterfrösche für das 98-Runden-Rennen prognostizieren.

"Wir müssen sicherstellen, dass wir ein gutes Rennauto haben und eine gute Leistung auf die Reihe kriegen", gibt Paffett zu Protokoll. "Es ist für Fahrer und Autos ein hartes Rennen. Die Pole-Position ist eine großartige Ausgangslage, die haben wir uns schon mal erarbeitet. Es liegt aber auch noch viel Arbeit vor uns. Wir werden konzentriert bleiben und versuchen, morgen ein gutes Rennen zu fahren."

Fotoquelle: xpbimages.com

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