Baut mit dem Heimsieg seine Tabellenführung weiter aus: Gary Paffet

DTM 2012

— 20.05.2012

Paffett jubelt: Heimsieg vor Spengler und Rockenfeller

Nicht einmal ein verpatzter Boxenstopp kann den Sieg von Lokalmatador Gary Paffett in Brands Hatch verhindern - Bruno Spengler gewinnt heißen Kampf um Platz zwei

Es soll wohl das Wochenende der deutschen Sportler sein: Nach der "Pole dahoam" durch Gary Paffett (HWA-Mercedes) und der Champions-League-Niederlage des FC Bayern München im gestrigen "Finale dahoam" in München gegen den FC Chelsea London gelang Lokalmatador Paffett heute beim dritten DTM-Saisonrennen 2012 als Krönung des britischen Erfolgs-Wochenendes der "Sieg dahoam" bei seinem Heimspiel in Brands Hatch.

Weil der befürchtete Regen vor 27.000 Zuschauern und bei kühlen zwölf Grad Celsius ausblieb, waren Überholmanöver wie erwartet Mangelware. Polesetter Paffett gewann den Start, fuhr anschließend ein souveränes Rennen, ließ sich von einem verpatzten letzten Boxenstopp nicht aus der Ruhe bringen und gewann nach 98 Runden auf der kürzesten Strecke des DTM-Kalenders (1,929 Kilometer) vor Bruno Spengler (Schnitzer-BMW) und Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi).

Kein optimaler Start von Paffett

"Das Team und das Auto waren super. Wir haben einen super Job gemacht, es lief perfekt", jubelt der Sieger, der mit seinem zweiten Saisonerfolg seine Tabellenführung weiter ausbaut. "Mein Start war nicht so optimal, aber ich bin Erster geblieben. Anschließend habe ich das Rennen kontrolliert, auch wenn es nicht so leicht war, wie es aussah. Bruno hat mich zwar immer wieder unter Druck gesetzt, aber es lief einfach großartig."

Die Vorentscheidung fiel bereits am Start, bei dem Paffett zwar Wheelspin hatte, doch der Brite konnte seine Pole-Position trotz eines sehr guten Anfahrens von Spengler in die erste Kurve hinein verteidigen. Unglücklich agierte Christian Vietoris (HWA-Mercedes), der vom zweiten auf den neunten Platz zurückfiel. "Er muss halt noch lernen", meint Mercedes-Sportchef Norbert Haug, "aber immerhin hat er sich bis zur Zielflagge wieder auf Platz sechs nach vorne gekämpft."

Dreikampf bis zum Schluss

Bereits früh spitzte sich Brands Hatch 2012 auf einen Dreikampf zwischen Paffett, Spengler und Rockenfeller zu. Nach sieben Runden lag das Spitzentrio innerhalb von 1,8, nach 19 Runden immer noch innerhalb von 3,3 und nach 37 Runden und dem ersten Boxenstopp innerhalb von 3,4 Sekunden. Trotzdem schien Paffett nie ernsthaft in Gefahr zu sein - bis die HWA-Crew seinen letzten Boxenstopp versemmelte und die eine oder andere Sekunde liegen ließ.

"Wir haben zwar ein paar Sekunden verloren, hatten aber vier, fünf Sekunden Vorsprung", schildert Paffett die kritische Situation. Angst und bange wurde ihm deswegen nicht: "Es war okay. Wenn Spengler näher dran gewesen wäre, dann wäre es eng geworden." Das hätte auch gut und gerne so sein können, doch auch Spenglers Schnitzer-Crew arbeitete heute nicht fehlerfrei und benötigte für den ersten Stopp des Lausitzring-Siegers sechs Sekunden.

Nach 97 von 98 geplanten Runden (wegen des Erreichens der 70-Minuten-Marke wurde die Renndistanz verkürzt) hatte Paffett solide 5,065 Sekunden Vorsprung auf Spengler, dessen Guthaben nach hinten im Finish wegen einer beschädigten Karosserie empfindlich dahinschmolz. Doch Spengler bewahrte die Nerven, als Rockenfeller und später auch Martin Tomczyk (RMG-BMW) im Rückspiegel immer größer wurden, und rettete Platz zwei ins Ziel.

Spengler mit stumpfen Waffen

"Ich habe das ganze Rennen lang versucht, Gary zu folgen, was hier aber gar nicht so einfach ist. Gary war richtig gut und hat keinen Fehler gemacht", sagt Spengler. "Im letzten Stint war ich ganz gut unterwegs, bis der Splitter vorne links kaputt gegangen ist. Dadurch verlor ich sehr viel Abtrieb und hatte sehr viel Untersteuern. Dann musste ich ein bisschen auf Sicherheit gehen und durfte keinen Fehler machen. Es war ganz schön heiß, aber jetzt bin ich glücklich."

Pech hatte Filipe Albuquerque (Rosberg-Audi): Der Portugiese lag lange Zeit an guter vierter Stelle, hatte dann aber ein Problem beim Boxenstopp und verlor dabei einige Positionen. Später fiel er dann auch noch hinter Miguel Molina (Phoenix-Audi) und Jamie Green (HWA-Mercedes) zurück und landete mit fast einer halben Minute Rückstand auf dem enttäuschenden zehnten Platz. Dafür gibt es gerade noch einen einzigen Punkt für die Gesamtwertung.

Farfus zum zweiten Mal ohne Punkte

Mattias Ekström (Abt-Audi) wurde Fünfter, gefolgt von Vietoris, Molina, Green, Edoardo Mortara (Rosberg-Audi) und Albuquerque. Augusto Farfus (RBM-BMW), nach den Freien Trainings noch als Geheimfavorit gehandelt, konnte das schlechte Qualifying nicht ausmerzen und schrammte als Elfter um weniger als eine Sekunde an einem Punkt vorbei. Als Zwölfter fuhr Adrien Tambay (Abt-Audi) über die Linie, der zu Beginn noch viel weiter vorne mitgemischt hatte.

Die ehemaligen Formel-1-Stars David Coulthard (Mücke-Mercedes) und Ralf Schumacher (HWA-Mercedes) landeten auf den Positionen 15 und 19. Schumacher kassierte wegen Pit-Lane-Speedings eine Durchfahrstrafe, sodass er als Letzter ins Ziel kam. Timo Scheider (Abt-Audi) schied ganz aus: "Wir hatten Motoraussetzer, die immer schlimmer wurden." Auch Susie Wolff (Persson-Mercedes) und Andy Priaulx (RBM-BMW) sahen die Zielflagge nicht.

In der Meisterschaft führt nach drei von zehn Rennen der zweifache Saisonsieger Paffett mit 68 Punkten vor Spengler (43) und Ekström (35). Das heißt, dass sich Paffett beim nächsten Rennen im österreichischen Spielberg theoretisch sogar eine Nullrunde leisten könnte und trotzdem auf jeden Fall als Gesamtführender nach Deutschland zurückkehren würde. Titelverteidiger Tomczyk (18) liegt derzeit auf Position sieben.

Fotoquelle: xpbimages.com

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