Timo Scheider scheint zurück zu gewohnter Stärke gefunden zu haben

DTM 2013

— 04.05.2013

Von der Traufe in den Regen: Scheider holt Auftakt-Pole

Der Audi-Star erwischte einen perfekten Samstag und startet vor BMW-Ass Augusto Farfus - Mercedes-Youngster überzeugen mit fünf Autos unter den Top 10

Viele Überraschungen, aber am Ende waren es doch die üblichen Verdächtigen, die das Qualifying zum DTM-Saisonauftakt in Hockenheim bestimmten. Knifflige Bedingungen erwarteten die 22 DTM-Piloten bei anfangs klatschnasser, aber zunehmend abtrocknender und mit Slicks befahrbarer Strecke. Nach einer Saison voller Pleiten setzte Timo Scheider zum Start in das Rennjahr 2013 ein Ausrufezeichen. In 1:35.918 Minuten war der zweifache Champion im Einzelzeitfahren der Top 4 nicht zu schlagen.

"Danke an die Fans, dass ihr auch bei diesem Scheißwetter gekommen seid", ließ ein hörbar erleichterter Lahnsteiner die Motorsportbegeisterten im Motodrom, die sich von Kälte und Dauerregen nicht abschrecken ließen, wissen. Der Audi-Star geht am Sonntag vor BMW-Publikumsliebling Augusto Farfus ins Rennen, der seine starke Form des vergangenen Jahres mit einer über das gesamte Qualifying hinweg konstant guten Leistungen eindrucksvoll bestätigte. "Hoffentlich ist es im Rennen trocken", so der Brasilianer, der offenbar nicht das Risiko einer reinen Regenabstimmung eingegangen ist. Am Sonntag soll es trocken bleiben.

Dritter wurde Mercedes-Youngster Chrisitan Vietoris, der noch im dritten Abschnitt der Schnellste war. Auf Platz vier landete mit Robert Wickens ein weiterer junger Mann aus den Reihen der Stuttgarter, dessen Zeit im Top-4-Einzelzeitfahren, das neuerdings mit frischen Pneus ausgetragen wird, wegen Überfahrens einer Streckenbegrenzungs-Linie gestrichen wurde - das hatte jedoch nur protokollarischen Wert. "Die Session war ziemlich verrückt und ich hatte keine Ahnung, was ich erwarten sollte. Man macht schnell Fehler unter diesen Bedingungen", resümiert ein zufriedener Kanadier.

Junge Sterne: Wehrlein sensationell, Juncadella stark

Ein sensationelles Debüt endete vor dem Shootout: Pascal Wehrlein, der zuvor noch mit zwei Bestzeiten geglänzt hatte. Der 18-Jährige schied als Achter aus, hinterließ bei seinem DTM-Debüt als jüngster Pilot aller Zeiten aber bleibenden Eindruck. "Eigentlich schon", antwortet der freche Sigmaringer auf die Frage, ob er mit so einer Leistung gerechnet hätte. "Es war schwierig von den Bedingungen her. Auch in Q3 war ich sehr schnell, aber dann bin ich über die Start-und-Ziellinie, als die Uhr gerade fünf Sekunden abgelaufen war", ärgert sich Wehrlein darüber, dass er nicht mehr von der rasant abtrocknenden Strecke profitieren konnte. Die Bestzeiten fielen zu diesem Zeitpunkt im Staccato-Takt.

Während des Qualifyings stieg die Streckentemperatur um rund fünf Grad Celsius an. Dass für die Ex-Champions Mattias Ekström (5.) und Gary Paffett (6.) kein Einzelzeitfahren mehr drin war, ist genauso eine Überraschung wie die Leistung Bruno Spenglers, der von Startplatz sieben aus ins Rennen gehen wird. "Heute war es wirklich eine Lotterie. Unter diesen Bedingungen muss man aber nicht komplett unzufrieden sein", relativiert der amtierende Meister seine Leistung. BMWs US-Import Joey Hand (9.) profitierte offenbar von seiner verbesserten Streckenkenntnis. Mit Ex-Formel-3-Star Daniel Juncadella überzeugte ein weiterer Mercedes-Youngster bei der Premiere. "Ich bin sehr glücklich und habe mich gut gefühlt, obwohl ich auf meiner letzten Runde in Q2 noch ein Auto überholen musste", schildert der Spanier seinen Weg zu Platz zehn.

Glock muss noch lernen

Der zweite Abschnitt forderte zahlreiche prominente Opfer: BMW-Star Martin Tomczyk, der nach eigener Aussage zu früh auf die Strecke ging und seine Reifen zu arg quälte, sowie Audi-Neuzugang Jamie Green, unter regnerischen Bedingungen ein heißes Eisen, schieden mit den Startplätzen elf und zwölf aus. Dazu war für weitere drei weitere RS5-Piloten Feierabend: Adrien Tambay, Mike Rockenfeller und Filipe Albuquerque gehen am Sonntag von den Postionen 13, 14 und 16 in den ersten Wertungslauf der Saison, könnten jedoch mit einer weniger kompromissbehafteten Trockenabstimmung gepokert haben.

Als 15. bestätigte Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock nicht die starke Leistungen, die er noch anlässlich der ITR-Tests in Barcelona und Hockenheim gebracht hatte - damit war jedoch zu rechnen, schließlich erlebte der Hesse einen Einstand unter schwierigsten Bedingungen. "Es hat Spaß gemacht, ich habe mich sehr, sehr wohl gefühlt", erinnert Glock an starke Zeiten im ersten Abschnitt, hatte dann jedoch mit nachlassenden Pneus zu kämpfen. "Ich konnte einfach nicht schneller."

Dass Mercedes-Youngster Wehrlein unter den Augen der Formel-1-Stars Sebastian Vettel und Nico Rosberg allerdings parallel die zu diesem Zeitpunkt schnellste Rundensetzte, relativiert die Schonfrist für Glock. Nach dem ersten Qualifyingabschnitt war für Andy Priaulx, der sich nach seinem BMW-internen Teamwechsel von RBM zu RMG eigentlich so viel vorgenommen hatte, als 17. Schluss. Die Audi-Piloten Miguel Molina (18.) und überraschend auch Edoardo Mortara (19.) mussten früh die Segel streichen.

Pechvögel: Merhi und Wittmann

Ein echter Reinfall war das Qualifying für Roberto Merhi: Der Spanier verlor noch ohne gezeitete Runde auf der Habenseite eingangs des Motodroms die Kontrolle über seinen Mercedes, schlitterte auf den Randstein und flog in die Mauer. Seinen stark havarierten Boliden schleppte er noch an die Box, wo die Mechaniker ihn wieder rennfertig machten, über die 20. Zeit kam der junge Pilot jedoch nicht mehr hinaus. Auch Marco Wittmann erwischte einen rabenschwarzen Tag: Wie schon am Vormittag rollte der M3 DTM des Neulings mit einem technischen Defekt und ohne Vortrieb aus - die neue MTEK-Mannschaft war dem Fehler zuvor nicht auf die Schliche gekommen. Trotzdem reichte es noch, sich vor Markenkollege und Schlusslicht Dirk Werner zu positionieren.

Am Abend müssen die Teams bekanntgeben, auf welcher Reifenmischung ihre Fahrer das Rennen angehen. Mit dem Option-Reifen steht eine weitere Mischung zur Verfügung, die zahlreiche taktische Varianten eröffnet. Dazu könnte das neue Drag-Reduction-System (DRS) dazu beitragen, das früh ausgeschiedene Piloten, die ihr Auto konsequenter für trockene Verhältnisse abgestimmt haben, durch das Feld pflügen. Rennstart in Hockenheim ist nach dem novellierten DTM-Zeitplan bereits um 13:30 Uhr.

Fotoquelle: Audi

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