Sehen DTM-Autos ähnlich, klingen aber ganz anders: In Japan gibt's V4-Sound

DTM 2013

— 20.08.2013

Japanische DTM-Renner: Lost in Translation?

Die Super-GT-Modelle von Nissan, Honda und Lexus unterscheiden sich in Details und einem Grundsatz von ihren deutschen Vorbildern: dem Motor

Es ist das vielleicht wichtigste Projekt fr die DTM seit ihrer Neugrndung vor zwlf Jahren: Am vergangenen Freitag hat der Reglement-Export nach Japan ein Gesicht bekommen. Nissan, Honda und die Toyota-Luxusmarke Lexus zeigten in Suzuka ihre ersten nach dem deutschen Reglement gebauten Boliden, wie sie ab der Saison 2014 in der GT-500-Klasse der Super-GT-Meisterschaft zum Einsatz kommen sollen. Optisch erinnern die Renner an ihre DTM-Cousins, unter dem Karbon schlummern Unterschiede.

Die betreffen auch die zahlreichen Einheitsteile der Tourenwagen, die in Japan durch eigene Zulieferer bereitgestellt werden. Das Monocoque besitzt einen leicht nach hinten versetzten obersten Punkt der A-Sule, um dem Charakter der asiatischen Serienmodelle mit den Super-GT-Rennversionen besser gerecht zu werden. Ein Rohr des berrollkfig in Hhe der B-Sule, die die DTM als zustzliche Sicherheit ber die FIA-Vorschriften hinaus eingefhrt hat, wurde nach intensiver Diskussion jedoch bernommen.

Grund fr die Skepsis war die Tatsache, dass in der Super-GT Fahrerwechsel durchgefhrt werden. Bei Testlufen hatten sich die Piloten unter anderem mit dem HANS-System an dem Bauteil verfangen, mit etwas bung war das Problem jedoch ausgerumt. Damit die Ablsungen schnell und reibungslos funktionieren, wurde lediglich eine berstehende Ecke am Fahrersitz entfernt. Schnelles Aussteigen hatten auch die DTM-Architekten bei der Konstruktion der Boliden ins Kalkl gezogen, allerdings aus Sicherheitsgrnden.

Hinzu kommen kleinere nderungen bei der Positionierung von Auspuff und Tankstutzen. Der groe Unterschied zwischen den Prototypen der deutschen Hersteller und ihren Pendants ist unter der Motorhaube versteckt. Der Nissan GT-R Nismo, der Honda NSX Concept GT und der Lexus LF-CC kommen schon jetzt mit einem turbountersttzten Zweiliter-Motor daher, wie ihn die DTM in heimischen Gefilden frhestens 2016 als Nachfolger ihrer Vierliter-Saugmotoren einfhren will.

Jens Marquardt erklrt die unterschiedlichen Zeitplne gegenber 'Autosport' mit der groen Regelmentnovelle zum Einstieg seiner Marke: "Wir mussten 2012 einen neuen Motor entwickeln und es wre nicht kosteneffizient, ihn nur zwei Jahre lang zu nutzen", so der BMW-Motorsportchef. Hans Werner Aufreht ist zuversichtlich, in sptestens drei Jahren nachzuziehen und sich der angestrebten Reglementgleichheit mit neuen Aggregaten einen weiteren Schritt genhert zu haben: "Wenn wir positiv rechnen, sind die Ende 2015 fertig. Ich gehe davon aus, dass wir 2016 mit neuen Motoren fahren", sagt der Boss des DTM-Dachverbandes ITR im Gesprch mit 'Speedweek'.

Fotoquelle: Nissan

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