Fahrbericht Opel Insignia — AUTO BILD 40/2008 — 06.11.2008
Opels neue Ideal-Linie
Großer Opel vor großer Kulisse: Der Vectra-Nachfolger Insignia muss den dringend benötigten Erfolg für die Rüsselsheimer einfahren.
Sportlich? Elegant? Oder praktisch? Die neue Limousine aus Rüsselsheim sucht den Weg zum dringend benötigten Erfolg. AUTO BILD war exklusiv mit dem Topmodell Opel Insignia 2.8 V6 Turbo unterwegs.
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Der Innenraum des neuen Opel ist ein Platz zum Wohlfühlen
Die Rüsselsheimer packen an innovativen Extras alles hinein, was moderne Elektronik hergibt. Vom Spurhalteassistenten über ein aktives Fahrwerk bis zur kameragestützten Verkehrsschild-Erkennung. Doch wenn der Kunde einsteigt, dann entscheidet immer noch, was man spüren, fühlen und anfassen kann. Mein erster Eindruck: Der neue große Opel ist ein moderner Typ geworden. Das merkt man im Interieur sofort, die Designer haben die Kostenrechner irgendwo zwischen Entwicklungsstart und Serienreife abgehängt. Angenehme Farben, wohnliche Materialien und hübsche Details zieren das Cockpit. Allein die Anzeigen fesseln die Augen wie ein Computerspiel: Nach dem Motorstart huschen die rot hinterleuchteten Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser einmal über die Skalierung und zurück. Bei Nacht projizieren die feinen Zeiger-Spitzen ein dezentes Leuchtpünktchen auf die Ziffern. Ja, verspielt, aber nett gemacht – der Licht-Trick könnte glatt einem Conceptcar von Audi entstammen.Auch hohe Geschwindigkeiten spult der Insignia souverän ab
Genug geguckt – sitzen, Gas geben, ausprobieren heißt heute die Devise. Ich darf den Insignia schließlich als Erster fahren. Ein sattes Vergnügen, denn der 260 PS starke 2.8-Turbo-V6 sowie das intelligente Allradsystem Adaptive 4x4 sind eine überaus glückliche Verbindung. Der Motor surrt leise, hat ordentlich Dampf, läuft ausgesprochen kultiviert. Traktionsprobleme gibt es nicht, das Drehmoment wird schlau verteilt. So gelangt zum Beispiel beim Sprintstart die Kraft vorrangig nach hinten, bei konstanter Geradeausfahrt arbeitet das elektronische Allradsystem spurstabilisierend als Frontantrieb. Überhaupt fällt auf, wie unerschütterlich der Insignia selbst bei hohem Tempo geradeaus läuft, Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h souverän abspult. Auch die Seriensitze mit angenehm weicher Oberfläche und anhaltend stützender Polsterung verdienen sehr gute Noten.ANZEIGE
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn
Neue Größe, neuer Ansatz, neues Wohlgefühl – aber ich vermisse das herausragende Fahrerlebnis. Allerdings wird das von einem Opel kaum erwartet. Bleibt: ein schicker und (als 2.8 Turbo) souveräner Gleiter.| Fahrzeugdaten | Opel Insignia 2.8 Turbo |
|---|---|
| Motor/Hubraum | V6, Turbo/2792 cm³ |
| Leistung | 191 kW (260 PS) |
| max. Drehmoment bei 1/min | 350 Nm/1900 |
| 0–100 km/h | 6,9 s |
| Vmax | 250 km/h |
| Verbrauch (l/100 km) – CO2 | 10,9 l S – 256 g/km |
| Kofferraum | 500–1010 l |
| Länge/Breite/Höhe | 4830/1856/1498 mm |
| Preis | ab 37.480 Euro |
| Plus | leiser und starker Motor, sehr gute Traktion, innovative Extras |
| Minus | mäßige Kopffreiheit im Fond, nervige Warnton-Häufung, knochige Schaltung |
| AUTO BILD-Note | 2 |
| Konkurrenten: • Ford Mondeo 2.5, 220 PS, ab 28.250 Euro • Citroën C5 3.0 V6, 211 PS, ab 33.300 Euro | |
