Fiat Doblò/VW Caddy: Test — 29.04.2011
Praktische Kisten
Schönheitspreise werden sie nie einheimsen. Doch darauf können die beiden geräumigen Alltags-Praktiker Fiat Doblò und VW Caddy auch ganz locker pfeiffen. Ein Vergleich.
Machen wir uns nichts vor:
Fiat Doblò und
VW Caddy fallen heraus aus dieser Zeit, in der selbst brave Kleinwagen zumindest dynamisch, hochwertig oder irgendwie premium sein wollen oder sollen. Bei der Entwicklung dieser 4,4 Meter langen Kisten dürfte der Design-Etat nicht wirklich groß gewesen sein. Und bei der Einrichtung des Innenraums, der hier wie da luftig wirkt wie ein Wintergarten, war Strapazierfähigkeit wichtiger als jenes "Hier ist alles aufgeschäumt"-Ambiente, das den Fingerkuppen schmeichelt. Nutzwert-Autos also. Uneitel, pragmatisch, rustikal – aber nicht ohne Reiz.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Caddy
Denn es ist einfach schön, ein Fahrzeug vor der Tür stehen zu haben, das bei vorgeklappten (Fiat) oder ausgebauten (VW) Rücksitzen über 3000 Liter Stauraum bietet, andererseits aber fünf Personen durchaus komfortabel und flott ans Ziel bringen kann. Im
Fiat wird das aber schnell zur Reise in die Illegalität, denn er darf nur lächerliche 332 Kilogramm zuladen (VW: 632 kg). Die Nachfahren des
Renault 4 F6 oder der Kasten-Ente AK 400 von
Citroën federn trotz nicht sehr aufwendiger Fahrwerke manierlich, entschärfen Gefahrensituationen mit serienmäßigem ESP und lassen sich mit leichtgängigen Lenkungen komfortabel in Parklücken zirkeln (was beim Fiat dank der besseren Sicht nach hinten leichter fällt).
Überblick: Alle News und Tests zum Fiat Doblò
Die gut 100 PS starken Turbodiesel bieten genügend Temperament, um unangestrengt im Verkehr mitschwimmen zu können; rund sechs Liter Testverbrauch (beide haben serienmäßig Start-Stopp) sind da angemessen, zumal die kistigen Praktiker ja haushoch und mit über 1,6 Tonnen keine Fliegengewichte sind. Unterwegs sprechen die straffere Lenkung und die komfortableren Sitze, der kultiviertere Motor und der bessere Geräuschkomfort für den
VW. Der Fiat fährt sich spritziger, er ist besser ausgestattet (zum Beispiel mit einer serienmäßigen Klimaanlage, die bei VW 1363 Euro kostet) und trotzdem deutlich billiger. So wird es ein knappes Ergebnis in diesem Vergleichstest der tollen Kisten, die kaum einmal Neid verursachen, aber sich viel Sympathie erarbeiten.
| Fahrzeugdaten |
Fiat |
VW |
| Motor |
Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen |
4 pro Zylinder/2 |
4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb |
Zahnriemen |
Zahnriemen |
| Hubraum |
1598 cm³ |
1598 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min |
77 (105)/4000 |
75 (102)/4400 |
| Nm bei 1/min |
290/1500 |
250/1500 |
| Vmax |
164 km/h |
170 km/h |
| Getriebe |
Sechsgang manuell |
Fünfgang manuell |
| Antrieb |
Vorderradantrieb |
Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten |
Scheiben/Trommel |
Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung |
195/60 R 16 T |
195/65 R 15 T |
| Radgröße |
6 x 16" |
6 x 15" |
| Abgas CO2 |
138 g/km |
134 g/km |
| Verbrauch* |
6,1/4,7/5,2 l |
5,9/4,7/5,1 l |
| Tankinhalt |
60 l/Diesel |
60 l/Diesel |
| Vorbeifahrgeräusch |
72 dB (A) |
74 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. |
1300/500 kg |
1500/750 kg |
| Kofferraumvolumen |
790–3200 l |
750–3030 l |
| Grundpreis (wird bewertet) |
20.100 Euro |
22.075 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km |
| Messwerte |
Fiat |
VW |
| Beschleunigung |
| 0–50 km/h |
4,5 s |
3,8 s |
| 0–100 km/h |
14,3 s |
13,0 s |
| 0–130 km/h |
26,1 s |
25,0 s |
| Elastizität |
| 60–100 km/h |
8,1 s (4. Gang) |
11,0 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h |
14,4 s (6. Gang) |
19,1 s (5. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung |
1678/332 kg |
1632/632 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. |
59/41 % |
57/43 % |
| Wendekreis links/rechts |
11,6/11,5 m |
11,1/10,8 m |
| Bremsweg |
| aus 100 km/h kalt |
39,3 m |
39,7 m |
| aus 100 km/h warm |
38,2 m |
39,6 m |
| Innengeräusch |
| bei 50 km/h |
63 dB (A) |
60 dB (A) |
| bei 100 km/h |
70 dB (A) |
70 dB (A) |
| bei 130 km/h |
75 dB (A) |
73 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 |
6,1 l D – 161 g/km |
6,0 l D – 159 g/km |
| Reichweite |
980 km |
990 km |
Fazit
Einige Tage in diesen Autos sind wie Heilfasten. Erst denkt man, es werde etwas fehlen. Doch bald formt sich die Erkenntnis: Die haben und können alles, was man von einem Auto erwartet. Der Fiat Doblò fällt hauptsächlich bei Komfort und Fahrdynamik zurück, ist aber die bessere Wahl für preisbewusste Käufer. Denn er ist bei besserer Ausstattung fast 2000 Euro billiger als der VW Caddy.
Kommentare zum Artikel (18)
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Inhalt
Funktion
Was den Test betrifft mangelt es wohl an Objektivität!
Wer beim Doblo mit falschen technischen Daten handtiert und wichtige Details wie u.a.
6-Gang-Schaltung, Einzelradaufhängung, Joystickschaltung und höhere Sitzposition unterschlägt, vergisst oder gar nicht erst darüber bescheid weis, macht sich Verdächtig, Partei für VW zu ergreifen!
Solange VW sich nur Volkswagen nennt und keine Autos zu Volkspreisen anbietet, wird es bei mir keinen VW geben! Das es anders geht zeigt z.B. Fiat !!!
Gruss
Elystar
VW steht doch eigentlich für "Volkswagen", nur hat das Volk immer weniger Geld!
So frag ich mich, warum VW nicht in der Lage ist, ihrem Namen und dem Ursprung entsprechend Autos anzubieten! Warum sollte man einen überteuerten Caddy kaufen!
Womöglich damit VW noch mehr Geld in solche nutzlosen Prollkarren wie Touareg oder Passat Coupe zu stecken!
Hallo, der Autor hat tatsächlich die Einzelradaufhängung und das 6-Gang-Getriebe beim Doblo unterschlagen. Das Doblo-Fahrwerk ist also gar nicht so unaufwändig. Die Kritik an der Zuladung ist absolut berechtigt. Wie kann Fiat eine so geringe Zuladung in die Fahrzeugpapiere übernehmen. Das wäre bei der Zulassung sicher nur eine Verhandlungsposition gewesen. Brems- und Fahrleistungen beim Fiat sind annähernd gleich zum Caddy, da könnten auch die gleichen Zuladungen und Anhängelasten in die Papiere eingetragen werden. @Doc: Höflichkeit ist eine Tugend, auch bei Beiträgen im Internet. Gruß
Ich hab mir gerade den neuen Caddy zugelegt und alle die nen Doblo oder Kangoo fahren sind Weicheier und absolut uncool !
Kauft Euch doch nen 10.000 Euro Auto und unterstuetzt damit die Franzosen oder die Italiener !
Ich fahre meinen Caddy unter 6.5 l im Stadtverkehr und sehe dabei noch laessig aus ! Und......oh mein Gott er hat Blattfedern......Oh nein....WEIGLE die muss man zu zweit ausbauen. Heul doch Du Mädchen !
Caddy Rulez !!!!
Hat jemand Erfahrung über Renauld Cangoo ?
VW ist typisch im Verhalten,wie eh und je.Typisch hochpreisig bei schlechterer
Ausstattung, als die Konkurenz.Jedenfalls ist Fiat ein tolles Auto gelungen.