Fiat Tipo Fünftürer (2016): Fahrbericht

Fiat Tipo Fünftürer (2016): Fahrbericht

— 09.05.2016

Der Tipo kann was!

Fiat komplettiert seine Tipo-Familie – mit Schrägheck und Kombi hat das neue Kompaktmodell das Zeug zum Bestseller. Fahrbericht im Topmodell!

Video: Fiat Tipo (2016)

Günstig, aber schick

Fiat fährt mit dem Tipo zurück in die Kompaktklasse. Nach der Limousine, schon seit März beim Händler, folgen ab 11. Juni 2016 mit dem fünftürigen Schrägheck und dem Kombi im September die Volumenmodelle. Und dieses Mal versuchen die Italiener gar nicht erst in Sachen Technik und Komfort mit Golf, Astra & Co zu konkurrieren, sondern präsentieren sich ganz bewusst im unteren Segment der Kompaktklasse als preiswerte Alternative für Familien- und Flottenfahrer.
Fahrbericht im Fiat Tipo Stufenheck

Als Billigheimer will Fiat Europa-Chef Luca Napolitano den Tipo deshalb dennoch nicht verstanden wissen und spricht lieber von einem Auto mit Substanz zum richtigen Preis. Offiziell startet der Tipo in Deutschland ab 13.990 Euro für die Limousine, die jedoch ganz regulär mit 2000 Euro Eintauschprämie (für den Gebrauchten) schon ab 11.990 Euro zu konfigurieren ist. Das Schrägheck, ab 14.990 Euro in der Liste, käme nach diesem Rechenexempel also auf 12.990 Euro. Und das wäre dann tatsächlich eine Menge Auto fürs Geld.

Fiat Tipo (Genf 2016): Sitzprobe

Sicherheitsfeatures serienmäßig

Das Uconnect inklusive Bluetooth und USB ist serienmäßig. Gegen Aufpreis gibt es sogar eine Rückfahrkamera.

Neben einer ordentlichen Sicherheitsausrüstung (sechs Airbags, ESP, Bremsassistent und Reifendruckkontrolle) fährt jeder Tipo serienmäßig stets mit Klimaanlage, verstellbarem Lenkrad und Fahrersitz, beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern vorn, Funkfernbedienung und Audioanlage mit externen Anschlüssen vor. Für jeweils einen Tausender mehr gibt es die mittlere Ausstattungsvariante "Easy"-Version inklusive Infotainmentsystem Uconnect mit 5-Zoll-Touchscreen, elektrischen Fensterhebern hinten, Lederlenkrad und -schaltknauf sowie die Topversion "Lounge" mit Klimaautomatik, 7-Zoll-Touchscreen, Licht- und Regensensor, 16-Zoll-Alufelgen, Tempomat und Nebelscheinwerfern.

Kunden können zwischen vier Motoren wählen

Die Motorenpalette beschränkt sich in Deutschland auf zwei Benziner und zwei Diesel, jeweils mit 95 PS und 120 PS. Darunter nun auch erstmals der Turbobenziner 1.4 T-Jet (ab 17.190 Euro), der allerdings einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Trotz der 200 Nm Drehmoment ab 1750 Touren sackt der Vierzylinder beim Beschleunigen aus Stand oder Kurve in ein klassisches Turboloch wie aus dem Technik-Geschichtsbuch, bevor er danach munter vor sich hin schnürt. Das Datenblatt, auf dem der Turbobenziner in 9,6 Sekunden auf Tempo 100 sprintet, bestätigt den Eindruck. Vorausgesetzt, das gut sortierte Sechsganggetriebe wird schnell bedient, kann man mit dem Top-Benziner dennoch recht flott unterwegs sein. Unterstützt von einem Fahrwerk mit zielgenauer Lenkung, das in den meisten Fällen gutmütig und klaglos Verwerfungen, Dellen und andere Gemeinheiten des Belags schluckt. Auch wenn aus den 6,0 Liter Normverbrauch bei unserer Probefahrt über Landstraßen und städtischem Stop&Go dann 8,8 Liter im Schnitt wurden.

Fiat Tipo (2016): Fahrbericht und Preise

Eine sparsame Eco-Variante folgt

Sparsamer und komfortabler, deshalb aber nicht weniger schnell unterwegs, ist das gleich starke Diesel-Pendant (ab 18.190 Euro). Mit den 320 Nm Drehmoment, die der 1,6-Liter-Selbstzünder ab 1750 Touren auf die Kurbelwelle wirft, lässt man ebenso locker den Turbobenziner an der Ampel stehen wie man schaltfaul durch den Großstadtverkehr bummelt. Theoretisch soll er sich dafür nach Norm mit 3,7 Liter (98 g/km CO2) im Schnitt zufriedengeben. Eine Eco-Variante (120 Euro extra) im Laufe des Jahres soll den Wert dann mit Hilfe aerodynamischer Tricks noch mal auf Dienst- und Firmenwagentaugliche 3,4 Liter (89 g/km CO2) drücken. Die werden sich vor allem für den Kombi entscheiden, für den Fiat noch keine Preise verrät. Nach der Strategie für Limousine und Schrägheck dürfte die Preisliste des Lademeisters entsprechend ab 15.990 Euro anfangen.

Kaum optische Unterschiede zwischen Schrägheck und Kombi

Die Sitze im Fiat Tipo fallen etwas knapp aus, dafür gibt es im Innenraum reichlich Ablagefächer.

Der Tipo kann aber nicht nur günstig. Das durchaus ansprechende Design, irgendwo zwischen Peugeot 308 und Hyundai i30, gefällt mit konturierenden Kniffen und Linien im Blech. Schrägheck und Kombi sind optisch kaum zu unterscheiden, tragen wie die Limousine eine identische Front mit lächelndem Wabengrill und markanten Scheinwerfern mit Hockeyschläger-Leuchtsignatur. Der 4,37 Meter kurze Fünftürer fällt sehr kompakt aus, räumt dennoch dank geradlinigen Zuschnitts nach hinten viel Kopf- und Beinfreiheit sowie 440 Liter Gepäck hinter den Rücksitzen ein. Selbst Skodas Rapid Spaceback (415 Liter) oder ein Peugeot 308 (420 Liter) müssen da passen. Der Kombi ist 20 Zentimeter länger (4,57 Meter) und steckt schon im Normalzustand 550 Liter weg. Eine niedrige Ladekante, ein Unterflurfach mit zweitem Ladeboden, zwei seitliche Ablagen und Taschen-Haken sowie Verzurrösen am Boden erleichtern und sortieren das Einladen. Die Rücksitzlehnen sind im Verhältnis 60:40 klappbar und schaffen komplett umgelegt eine 1,80 Meter lange, fast ebene Ladefläche.

Fiat Tipo Fünftürer (2016): Fahrbericht

Assistenzssysteme sind Mangelware

Okay, bei der Materialauswahl für Armaturenträger, Mittelkonsole und Türinnenverkleidung gibt's Abzüge in der B-Note. Ebenso für die etwas knapp geschnittenen Sitze. Dafür finden sich im Innenraum neun Ablagefächer, die insgesamt zwölf Liter automobilen Krimskrams verstauen. Und gegen Extra-Euros in Paketen versteckt dazu auch Komfort-Tools wie Rückfahrkamera, Navigationssystem, City-Notbremsassistent oder ein Tempomat mit Abstandshalter. Gängige Assistenzsysteme wie Spurhalte- und Spurverlassenswarner, Müdigkeitssensoren oder gar intelligente Scheinwerfer sucht man hingegen in Auto und Aufpreisliste vergebens.
Autor:

Frank Wald

Fazit

Mit dem Tipo legt Fiat einen konsequenten Neustart in der Kompaktklasse hin, punktet vor allem mit Geräumigkeit und Preis-Leistung. Und die Konkurrenz hat schon reagiert. Kia bietet ab sofort den Cee'd als Aktionsmodell "Edition 7 Emotion" inklusive Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung, Bluetooth, 16-Zoll-Alus, Nebelscheinwerfer, Metallic-Lack und Überführungskosten für 13.990 Euro. Der Kampf der kompakten Kellerkinder hat begonnen.

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