Le-Mans-Designs im Formel-1-Look

Formel 1: Motorreglement 2021

— 29.03.2017

F1-Meeting: Audi ist dabei

Am 31. März 2017 kommt es in Paris zu einem Treffen der Motorenhersteller. Dort wird über das Reglement ab 2021 diskutiert. Auch Audi ist vertreten.

Die seit 2014 in der Formel 1 verwendeten 1,6-Liter-V6-Turbomotoren sind technische Meisterwerke. Dank Energierückgewinnungssystemen aus Brems- und Wärmeenergie erreichen die Motoren fast die 1000-PS-Marke. Und sind dennoch die sparsamsten und effizientesten Antriebsstränge der Formel-1-Geschichte. Trotzdem haben sie nur wenige Fans vom Hocker gerissen: zu leise, zu komplex, zu teuer.

Noch bis 2020 ist das aktuelle Reglement festgeschrieben. Doch 2021 soll ein neues Motorformat eingeführt werden. Bisher haben der neue Formel-1-Besitzer Liberty Media und der neue Formel-1-Sportchef Ross Brawn viele Wünsche präsentiert, aber noch keine konkreten Ideen. Am Freitag (31. März 2017) soll der nächste Schritt folgen: eine Diskussion über die Zukunft der Motoren in der Formel 1.

Mercedes-Sportchef Toto Wolff erklärt: "Ziel des Meetings ist es, die Meinung der Hersteller darüber einzuholen, wie es mit dem Motorsport-Antrieben in Zukunft weitergehen soll." Mindestens acht Hersteller sitzen am Tisch: Neben den derzeit in der Formel 1 engagierten Konzernen Ferrari, Mercedes, Renault und Honda sowie einem weiteren japanischen Autobauer sind auch unabhängige Motorkonstrukteure vertreten. Wolff: "Mit dabei sind nicht nur die Hersteller, die gerade in der Formel 1 engagiert sind.“

Le-Mans-Designs im Formel-1-Look



Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT hat ein Audi-Sprecher bestätigt, dass auch die Ingolstädter beim Meeting in Paris dabei sind. Allerdings wird kein Vertreter von Audi Motorsport dabei sein, sondern Lamborghini-Boss Stefano Domenicali, der als ehemaliger Ferrari-Teamchef sowieso Formel-1-affin ist. Dabei soll es allerdings um keinen schnellen F1-Einstieg von Audi oder Audi-Tochter Lamborghini gehen. Es soll ausgelotet werden, inwieweit zum Beispiel ein Konzept wie der "Global Race Engine" doch noch eine Zukunft hat. Dieser sogenannte "Weltmotor" (2-Liter-Vierzylinder) sollte vor einigen Jahren bereits die Basis aller Rennsport-Antriebe bilden und damit in verschiedenen Serien von Formel 1 bis zur Rallye-WM in unterschiedlichen Formen (mit Turbo, Hybrid etc.) einsatzfähig sein. Die Idee wurde nie umgesetzt. Für einen Hersteller wie Audi/VW würde ein entsprechender Basismotor die Kosten eines vielfältigen Motorsport-Engagements extrem senken und einen Einstieg in die Formel 1 zumindest erleichtern. Der Audi-Sprecher: "Auch wenn wir dem Meeting beiwohnen, ein Einstieg in die Formel 1 ist für uns derzeit kein Thema."

Als unabhängiger Hersteller soll unter anderem Ilmor am Pariser Meeting teilnehmen. Nach der Trennung von Renault arbeitet Ex-Mercedes-Motorpapst Mario Illien nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT nun für McLaren. Offenbar kann sich das britische Traditionsteam, das gerade am neuen Honda-Antrieb verzweifelt, einen eigenen Motor vorstellen.
Rückkehr der Hersteller: Kommen Ford, Toyota und BMW zurück?

Unterdessen schließt FIA-Präsident Jean Todt eine Rückkehr zu V8- oder gar V10-Motoren aus. Aber auch die Möglichkeit, dass die Formel 1 ähnlich wie die Formel E rein elektrisch betrieben wird. "Ich bin nicht der Ansicht, dass die Zukunft der Mobilität im rein elektrischen Fahren liegt. Die limitierenden Faktoren sind eben die Reichweite und die Ladezeit", so der ehemalige Ferrari-Teamchef während einer Presserunde in Melbourne.

Stattdessen ist der Franzose ein Bewunderer der Brennstoffzellen-Technik. Todt: "Die Brennstoffzelle ist wahrscheinlich die entscheidende Technologie. Die Fahrzeuge schaffen 600 bis 1000 Kilometer und sind in drei Minuten wieder aufgetankt." Deswegen will er die Brennstoffzelle auch im Motorsport sehen. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sollte diese Technik eigentlich 2021 zugelassen werden. Aus Kostengründen ist diese Idee aber wieder verworfen worden. Es gibt außerdem Hersteller, die sagen: Das ist frühestens 2025 realistisch.

Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff

Fotos: Sean Bull Design; Picture-alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung