Formel 1: Bilder - Hamilton vs. Rosberg 2014

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Formel 1: Vettel macht Rosberg Hoffnung

— 18.11.2014

Herzschlagfinale in der Wüste

Sebastian Vettel ist egal, wer ihn als Weltmeister ablöst. In Bezug auf Nico Rosberg werden bei ihm vor dem Finale aber Erinnerungen an 2010 wach.

Der Titel-Showdown in Abu Dhabi. Am Mittwoch werden Nico Rosberg (29) und Lewis Hamilton (29) bei einem Sponsor-Event in Dubai erstmals nach Rosbergs Sieg in Brasilien wieder aufeinandertreffen. Der Deutsche fliegt mit einem guten Gefühl in die Wüste. Er hat das letzte Rennen gewonnen und ist am Donnerstag mit dem Bambi ausgezeichnet worden. Trotzdem braucht er Schützenhilfe im Kampf um den WM-Titel. Teamkollege Hamilton hat vor der Premiere eines Grand Prix mit doppelten Punkten 17 Zähler Vorsprung. Das bedeutet: Selbst wenn Rosberg gewinnt, reicht ihm ein zweiter Platz zu seinem zweiten Titel. „Ich traue Nico den Sieg in Abu Dhabi zwar zu“, räumt Rosberg-Entdecker und Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT ein. „Aber ich befürchte, er kommt zwei Rennen zu spät.“

Hamilton hat alles zu verlieren

Während Räikkönen (vorne) zu seinem ersten Titel eilt, flattern Hamilton (hinten) 2007 in Sao Paulo die Nerven

„Nico hätte auch in den USA unbedingt gewinnen müssen. Die Silberpfeile sind so überlegen, dass Lewis Hamilton - wenn nichts Außergewöhnliches passiert - immer Zweiter werden kann.“ Ein Rosberg-Sieg in Austin und der Rückstand wäre nach Brasilien auf drei magere Pünktchen geschmolzen. Trotzdem kann sich der Deutsche berechtigte Hoffnungen machen. Auf Hamilton lastet der mentale Druck eines vermeintlich leichten Resultats. Rosberg dagegen kann frei auffahren. „Es ist immer für denjenigen schwerer, der in Führung liegt“, glaubt Ex-Weltmeister Damon Hill in der englischen Presse. „Der Jäger hat sich mit dem Gedanken einer Niederlage schon befasst und akzeptiert die Möglichkeit nicht zu gewinnen. Der andere Fahrer hat dagegen alles zu verlieren.“ Eine ähnliche Situation könne man im Golf oft beobachten. Hill: „Du führst vier Löcher vor dem Ende und plötzlich denkst du darüber nach, was du tust.“

Nervenflattern trotz 17 Punkten Vorsprung?

Auch in der jüngeren Formel-1-Geschichte mangelt es nicht an entsprechenden Beispielen. Wenn er wissen will, wie man einen 17-Punkte-Rückstand in zwei Rennen - und das ist Abu Dhabi ja durch die doppelten Zähler - doch noch verspielt, muss Nico Rosberg nur Lewis Hamilton fragen. Der Brite lag 2007 zwei GP vor Schluss 17 Punkte vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. In China parkte er seinen McLaren mit abgewetzten Reifen unfreiwillig im Kiesbett. In Brasilien schaffte er nach einem Fahrfehler und einem Getriebedefekt nur Rang sieben. Räikkönen holte seinen ersten Ferrari-Titel. Hamilton im Rückblick: „Das war ziemlich hart zu schlucken - ungefähr so, als wolle man ein Haus herunter schlucken: unmöglich."

Vettel siegte 2010 im Dreikampf

Alonso (hinten) müht sich 2010 vergeblich ab. Er und auch Webber kommen nicht an Petrov (vorne) vorbei

Ein Jahr später wurde der Brite dann doch noch Weltmeister. Den dafür nötigen fünften Platz in Brasilien ergatterte er allerdings erst nach einem Überholmanöver an Toyota-Pilot Timo Glock in der letzten (!) Kurve. Ferrari-Mann Felipe Massa fühlte sich sekundenlang schon als sicherer Titelträger. Ein Herzschlagfinale. Doch damit nicht genug. 2003 reichte Ferrari-Star Michael Schumacher ein Punkt zum Titel. Doch das Rennen in Suzuka wurde zur Zitterpartie. Schumacher wurde im überlegenen Ferrari nur Achter und holte gerade so den nötigen Zähler. 2010 hatte Sebastian Vettel vor dem entscheidenden Rennen in Abu Dhabi 15 Punkte Rückstand auf Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Gleichzeitig fehlten ihm sieben Zähler auf Red Bull-Teamkollege Mark Webber. Trotzdem gewann er den Titel.

Erinnerungen an den ersten Titel

„Das war eine ähnlich schwierige Situation wie heute für Nico“, vergleicht der Weltmeister im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT. „Ich wusste, dass meine einzige Chance sein würde zu gewinnen. Ich habe mich also versucht voll darauf zu konzentrieren, wollte während des Rennens keine Updates über den Zwischenstand in der WM haben.“ Vettel siegte. „Und glücklicherweise haben die anderen es versäumt, die nötigen Punkte einzufahren“, erinnert er sich. „Ich war damals ziemlich überrascht, weil die Chancen statistisch gesehen eigentlich kaum vorhanden waren, dass Mark es nicht auf den dritten und Fernando es nicht auf den fünften Platz schaffen würden.“ Auch in Lewis Hamilton kann sich der Heppenheimer hineinversetzen. 2012 reichte Vettel ein sechster Rang in Brasilien zu seinem dritten WM-Titel. Leicht war das Rennen dennoch nicht.

Eine gehörige Portion Adrenalin

Gleiche Stelle wie bei Hamilton 2007: Vettel steht in der ersten Runde in Brasilien 2012 umgedreht auf der Piste

„Es ging alles schief, was schief gehen konnte“, blickt er zurück. „Damals fand ich mich in der ersten Runde plötzlich entgegengesetzt zur Fahrtrichtung wieder. Dann haben wir auch noch zur falschen Zeit auf die falschen Reifen gewechselt und am Ende fiel der Funk aus. Trotzdem habe ich es geschafft - wenn auch mit einer gehörigen Portion Adrenalin.“ So oder so: Ein Mercedes-Pilot wird den Vierfach-Champion am kommenden Sonntag als amtierenden Weltmeister ablösen. Welcher das ist, ist Vettel egal. „Beide verdienen den Titel“, sagt der Hesse auf Nachfrage. „Lewis hat mehr Rennen gewonnen als Nico, aber Nico fuhr sehr konstant und clever. Beide sind unterschiedliche Fahrertypen, beide haben aber einen sehr guten Job gemacht in diesem Jahr.“
Rosberg vor dem Finale in Abu Dhabi: Schützenhilfe ist nötig

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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