Formel E 2015/2016

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Formel E: Buemi gewinnt den Auftakt

— 24.10.2015

Heidfeld auf dem Podium

Renault bestätigt die Favoritenrolle: Sébastien Buemi gewinnt den Auftakt zur zweiten Formel-E-Saison in China vor Lucas di Grassi und Nick Heidfeld.

Perfekter Einstand für den Vizemeister: Sébastien Buemi hat das Auftaktrennen der Formel E in Peking in überlegener Manier für sich entschieden. Der Schweizer, der von der Pole-Position aus ins Rennen ging und an der Spitze von der Konkurrenz zu keiner Zeit gefährdet werden konnte, staubte neben den drei Zusatzpunkten für Startplatz eins und den 25 Zählern für den Sieg, auch noch die zwei Extra-Punkte für die schnellste Rennrunde ab. Mit der Maximalausbeute von 30 Zählern gelang Buemi damit ein traumhafter Auftakt in die Saison. Zweiter wurde in Peking der Brasilianer Lucas di Grassi von der deutschen ABT-Truppe. Der Deutsche Nick Heidfeld schaffte es als Dritter aufs Podium.

Dragon setzt auf andere Strategie

Bittere Aussicht für den Titelverteidiger: Nelson Piquet Jr. musste das Rennen von ganz hinten aus aufnehmen

Bereits am Start war Heidfeld an Nicolas Prost vorbei und auf die zweite Position gegangen, während Buemi sich vorne absetzte. Dessen Teamkollege Prost fiel anschließend nach einem Verbremser auch hinter Di Grassi zurück. Nach drei Runden gab es dann die erste Gelbphase. Da Simona de Silvestro in ihrem Andretti-Boliden in der Wand steckte, durften die Fahrer nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren, ehe das Rennen wieder freigegeben wurde. Probleme gab es derweil bei Heidfelds Teamkollege Bruno Senna, der nach zehn Runden innerhalb kürzester Zeit gleich vier Plätze zurückfiel und sich damit ganz aus den Top-10 verabschiedete. Während die Zusatzleistung durch den Fan-Boost Nelson Piquet Jr., Sam Bird und Oliver Turvey abstaubten, spielten sich kurz vor dem Autowechsel bei Halbzeit besonders im Mittelfeld viele Positionstäusche und Kämpfe ab, weil eingie Piloten bereits Energie sparen mussten – dabei ging jedoch alles fair zu. Der Führende Buemi kam schließlich als erster Fahrer an die Box und stieg um, sein Vorsprung betrug zu diesem Zeitpunkt schon fast 15 Sekunden. Während fast alle anderen Piloten dem Schweizer folgten, hatte man beim Dragon-Team auf eine andere Strategie gesetzt. Loïc Duval und Jérôme d’Ambrosio sparten mehr Energie und konnten so eine Runde länger fahren als der Rest der Top-Piloten. Etwas hinter dem Duo, machten es ihnen auch Turvey, Nathanaël Berthon und Piquet nach.

Villeneuve-Einstand mit Kollision

Kollision: Da Costa ist schon aus dem Auto draußen, Villeneuve kann schließlich sogar weiterfahren

Zu einer Kollision kam es zwischen Jacques Villeneuve und Antonio Felix da Costa. Während Ex-Formel-1-Weltmeister Villeneuve sein erstes Rennen in der Strom-Serie fortsetzen konnte, bedeutete der Unfall das Aus für den Portugiesen, der sich später entschuldigte: "Es gab ein Problem an meinem Lenkrad. Als ich mich darum gekümmert habe, hat Jacques vor mir gebremst. Für das Team und auch für Jacques tut es mir sehr leid. Es war mein Fehler." Ganz schlecht lief das Rennen auch für Titelverteidiger Piquet. Als Letzter gestartet, stand er zehn Runden vor Schluss auf einmal mit einem Problem auf der Strecke und sorgte für die nächste Gelbphase. Zwar konnte der Brasilianer weiterfahren, die fehlende Pace seines Teams China dürfte ihm, ausgerechnet beim Heimspiel des Rennstalls, aber große Sorgen mit Blick auf den Rest der Saison bereiten. Heidfeld war indes beim Stopp und Re-Start hinter Prost zurückgefallen. Doch gerade als sich der Franzose aufmachte, auch den Zweiten Di Grassi anzugreifen, fingen die Kameras in Kurve 13 ein Trümmerteil auf der Strecke ein. Kurze Zeit später war klar, es stammte vom Heckflügel Prosts, der nun schief herunterhing. Auch wenn der Renault-e.dams-Pilot zunächst weiterhin schnelle Zeiten fahren konnte, wies die Rennleitung ihn anschließend an, die Box anzusteuern, um nicht noch mehr Teile auf der Piste zu verteilen. Als Prost dieser Aufforderung zwei Runden später nachkam, war sein Rennen beendet. In der Schlussphase war damit vor allem der Kampf um Platz drei spannend. Heidfeld wurde von den beiden Dragon-Piloten verfolgt, die nach ihren späteren Stopps noch mehr Energie zu Verfügung hatten.

Spannendes Duell um Platz drei

Prost kann sein Pech nicht fassen und begutachtet nach dem Ausscheiden seinen kaputten Heckflügel

Fast räumten sich D’Ambrosio und Duval bei der Jagd auf den Deutschen jedoch gegenseitig ab. Heidfeld behielt die Nerven und fuhr damit nach 26 Runden im Olympiapark von Peking auf den dritten Platz, hinter Di Grassi und Buemi, der das Rennen mit elf Sekunden Vorsprung gewann. Vierter wurde Duval vor D’Ambrosio. Turvey und Bird belegten die Plätze sechs und sieben. Berthon holte sich Rang acht, direkt vor Daniel Abt, der als Neunter über die Ziellinie fuhr und dennoch keine Punkte mitnahm. Denn im Anschluss an das Rennen bestraften ihn die Regelhüter wegen eines Unsafe Release, sodass er auf Platz elf zurückfiel. Den letzten Zähler schnappte sich Nachrücker Robin Frijns, der eigentliche Zehnte rückte auf P9 vor: Venturis Stéphane Sarrazin. Teamkollege Villeneuve beendete sein erstes Formel-E-Rennen als 14.

Die Stimmen der Top-3

Sébastien Buemi: Es war gutes Rennen und der Sieg ist natürlich ein tolles Gefühl. Ich habe mich da vorne fast ein bisschen einsam gefühlt. Spaß beiseite, es ist immer toll, mit viel Vorsprung zu gewinnen. Es war ein perfektes Wochenende und ein guter Start in die Saison. Schade ist nur, dass wir wegen des Defekts bei Nico (Prost; d. Red.) nicht zwei Autos auf dem Podium haben.

Jubel beim Sieger: Nach dem Vizetitel im Vorjahr gelang Buemi nun ein perfekter Start in Saison zwei

Lucas di Grassi: Ich gratuliere Renault e.dams. Sie haben ein sehr starkes Paket und das heute beweisen. Für uns war dieses Resultat heute das Maximum. Normalerweise wären wir wahrscheinlich sogar nur Dritter geworden, aber am Ende haben wir es doch auf Platz zwei geschafft. Mit dem Podium ist es ein guter Start. Das feiern wir jetzt, danach müssen wir aber nachlegen, damit wir nächstes Mal ganz oben stehen.

Nick Heidfeld: Das Ergebnis ist eine schöne Überraschung. Nach den Testfahrten dachten wir, dass die anderen ein bisschen schneller sind. Daher könnten wir heute nicht zufriedener sein. Es war ein sehr enges Rennen, vor allem am Ende mit den Dragon-Jungs hinter mir, die noch mehr Power hatten. Das hat es zu einer spannenden Angelegenheit gemacht, dieses Podium ins Ziel zu retten.

So lief das Qualifying

Eindrucksvolle Kulisse: Die Formel E gastierte in Peking direkt vor dem Olympiastadion von 2008

Bereits im ersten und gewohnten Teil des Qualifyings, hatte Buemi die Nase vorne. Neu ist ab dieser Saison jedoch die Super-Pole, die die schnellsten fünf Fahrer unter sich am Ende des Zeittrainings ausfahren. Und auch hier gab sich Buemi keine Blöße. Hinter ihm reihte sich Teamkollege Prost ein, mit fast drei Zehnteln Rückstand. Über eine Sekunde hinten war mit Heidfeld auf Position drei der beste Nicht-Renault-Fahrer. Di Grassi schnappte sich Startplatz vier, vor Jean-Eric Vergne. Bitter für den Franzosen, der nach Teil eins des Qualifyings noch Zweiter hinter Buemi gewesen war. Daniel Abt startet von Rang elf in den Auftaktlauf, eine Position vor Neuling Jacques Villeneuve. Insgesamt sind nur 18 statt 20 Autos in Peking am Start, weil Teile von Team Trulli nicht durch den Zoll kamen und der Rennstall die Teilnahme daher absagen musste.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Eurosport

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