Hummer HX: Elektro-Auto

— 06.06.2013

Der will doch nur spielen

Der Hummer ist tot, es lebe der Hummer! Der SUV-Saurier feiert sein Comeback – als witzig-winziges Elektro-Auto.



Seinen ersten Auftritt hatte er als martialisches Militärfahrzeug im Golfkrieg, dann wurde er zum Star der Schickeria und irgendwann als SUV-Saurier erst an den Pranger gestellt und dann ausgemustert. Doch jetzt ist der Hummer wieder da. Denn drei Jahre nachdem General Motors die Produktion eingestellt und die Patente nach China verkauft hat, baut eine Firma in England mit dem Segen aus Detroit eine Neuauflage. Allerdings ist aus dem Klimasünder jetzt ein Öko geworden, und imponieren kann man mit dem Allrad-Giganten auch keinem mehr. Denn als hätte man das Original zu heiß gewaschen, ist der Hummer auf das halbe Format geschrumpft. Und statt dicker Diesel oder fetter Benziner summt unter der Kunststoffkarosse ein Elektromotor.

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Zwei Minuten Handarbeit muss investieren, wer das Dach weg haben möchte.

Für die Wüste ist der kleine Stromer freilich nichts mehr, und auch in den Hollywood Hills oder auf der Leopoldstraße in München dürfte er keine so gute Figur machen. Zwar ist er wendiger als es das Original je war, und mit dem vollen Drehmoment aber der ersten Sekunde hat er an der Ampel sogar einen ganz ordentlichen Antritt. Aber erstens schafft der fünf Kilowatt starke E-Motor nur 80 km/h und ist mit Rücksicht auf das Versicherungskennzeichen sogar auf Tempo 45 abgeregelt. Und zweitens sieht er zwischen echten Autos halt aus wie ein etwas groß geratenes Kinderspielzeug – als Fahrer fühlt sich darin bestenfalls wie im Autoscooter auf dem Rummelplatz. Spätestens wenn man den anderen Verkehrsteilnehmern ins Gesicht schaut, fühlt man sich allerdings eher wie jemand, den seine Kinder vor dem Supermarkt in eines jener Autos gezwängt haben, die für 20 Cent zwei Minuten lang wackeln, hupen und fiepen.

Einer dieser drei Super-Trucks soll den Humvee beerben

JLTV Humvee Nachfolger JLTV Humvee Nachfolger

Das Design des HX orientiert sich an der gleichnamigen Studie, die 2008 in Detroit gezeigt wurde.

Dabei ist der Hummer HX eigentlich eine ganz klasse Karre. Das Design orientiert sich an der gleichnamigen Studie, mit der General Motors der Marke 2008 auf der Motorshow in Detroit noch eine Zukunft geben wollte. Details wie die wuchtigen Außenspiegel, der chromblinkende Kühlergrill, die LED-Scheinwerfer und ja, sogar die Cupholder, sind liebevoll umgesetzt. Und wer sich für die Billigvariante mit Softtop entscheidet, sitzt nach zwei Minuten Handarbeit in einem coolen Cabrio. Mag ja sein, dass das Schrumpf-SUV im fließenden Vekehr eine Lachnummer ist. Aber in einer großen Ferienanlage oder auf einem weitläufigen Golfplatz ist man damit ganz sicher der Star.

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Video: Hummer HX

Erste Fahrt im E-Hummer

Dumm nur, dass es bei uns kaum solche Einsatzzwecke gibt. Deshalb verkaufen die Engländer den Hummer HX auch vor allem nach Amerika, nach Asien und nach Russland und der deutsche Importeur Quadix tut sich ein bisschen schwer mit der Zielgruppen-Definition. Viel mehr als verwöhnte Teenager, die vor der Schule mal richtig auffallen wollen, fallen den Bayern deshalb nicht ein. Und auch deren Interesse wird merklich abflauen, wenn sie den Preis hören: 18.000 Euro kostet der Wüstenkrieger für die Westentasche. Für einen echten Hummer ist das ein Schnäppchen. Aber für eine bessere Mobilitätshilfe eben verdammt viel Geld. Viel mehr als mit dem Preis hadert Importeur Jörg Braun allerdings mit den Batterien. Denn die Blei-Akkus reichen bestenfalls für 50 Kilometer, sind sehr wartungsintensiv und müssen nicht nur mit Strom, sondern bei jedem Boxenstopp auch mit destilliertem Wasser befüllt werden. "Das ist wenig komfortabel", räumt Braun ein.

Großes Manko: Der E-Hummer kommt nur fünfzig Kilometer weit.

Weil er bei den Verhandlungen mit dem Hersteller nicht so recht weiterkommt und der limitierte Einsatzzweck nicht gerade die beste Basis für gute Geschäfte ist, arbeitet er mit Hochdruck bereits am Nachfolger, dem eBuggy. Der wird zwar ähnlich viel kosten, soll aber sicher 100 Kilometer schaffen, Tempo 100 erreichen und zur echten SUV-Alternative für Förster, Bauern oder Parkpfleger werden. Auf die Schützenhilfe der US-Designer will Braun dabei allerdings nicht verzichten. Statt vom Hummer ist der eBuggy deshalb vom Willys Jeep inspiriert.

Autor: Thomas Geiger



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