Hyundai i20 blue 1.1 CRDI: Fahrbericht

Hyundai i20 blue 1.1 CRDI: Fahrbericht

— 22.05.2012

Mit drei Töpfen auf Sparflamme

Fast unbemerkt und im Schatten des neuen Kompakt-Stars i30 zeigte Hyundai in Genf seinen aufgefrischten Kleinwagen i20. Neu unter der Haube: ein 1,1-Liter-Dreizylinder-Diesel mit 75 PS. Erster Fahrbericht.

Drei Jahre nach seiner Einführung hat Hyundai dem i20 eine frische Optik und einen neu entwickelten, sparsamen 1,1-Liter-Dreizylinderdiesel spendiert. Der Kleinwagen ist jetzt ebenfalls mit dem neuen Markengesicht inklusive Hexagon-Kühlergrill unterwegs, das seit der IAA 2011 auch sein großer Bruder i30 durch die Gegend fährt. Außerdem wurden die bekannten 1,2-Liter- und 1,4-Liter-Vierzylinder-Aggregate leicht überarbeitet. Das war offenkundig auch nötig, denn in der deutschen Zulassungsstatistik für 2011 im so wichtigen B-Segment war der i20 nicht unter den Top Ten zu finden. In den ersten drei Jahren wurden in Deutschland rund 37.000 i20 zugelassen. Da ist – verglichen mit der Konkurrenz um Fiesta, Corsa, Fabia, Ibiza und Co – noch jede Menge Luft nach oben. Ob die für die Kontrahenten bald dünner wird, konnten wir bei einer ersten Ausfahrt in einem Vorserienmodell des neuen Dreizylinders (Start Ende Juli 2012) überprüfen.

Überblick: Hyundai i20 Facelift – Autosalon Genf 2012

Mit 5,1 Litern erzielte der neue kleine Diesel im Test einen höheren Durchschnittsverbrauch als vom Hersteller angegeben.

Ab hinters Steuer: Mit einem – laut Datenblatt – Durchschnittsverbrauch von 3,2 Litern und einem CO2-Ausstoss von nur 84 Gramm pro Kilometer soll der neue kleine Diesel ungemein genügsam sein. Unser genullter Bordcomputer spuckte nach rund 50 Kilometern Fahrtstrecke 5,1 Liter im Schnitt aus. Aber der knuffige Vorserien-Hyundai ist ja auch noch nicht richtig eingefahren. Dank maximalem Drehmoment von 189 Newtonmetern ab 1750 Touren ist der i20 aber trotz seiner Spar-Wut keine Antritts-Schlafmütze. Der 1,1 Tonnen leichte Koreaner geht flott los, das Turbo-Aggregat arbeitet fleißig. Bei kräftigem Gasstoß wirkt der Motor leicht brummig, das muss man einem Dreizylinder jedoch verzeihen.

Überblick: Alle News und Tests zum Hyundai i20

Bei mittelschneller Fahrt im mittleren Drehzahlbereich ist der i20 hingegen angenehm leise. Die manuelle Sechsgang-Schaltung funktioniert tadellos, die Gänge flutschen direkt und lautlos durch die Box. Himmelsstürme auf der Autobahn sind natürlich nicht zu erwarten bei 75 PS, 158 km/h Spitze und einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 15,7 Sekunden. Vor allem der sechste Gang ist extrem lang übersetzt. Hier geht dem Kleinen bei rund 3000 Umdrehungen und 125 km/h fast die Puste aus. Da hätte Hyundai präziser arbeiten können. Aber für lange, schnelle Autobahnfahrten ist der i20 auch nicht unbedingt gemacht.

Die Lenkung könnte einen Tick direkter sein, erfüllt aber generell ihre Pflicht. Dank einer relativ hohen Sitzposition hat der Fahrer eine sehr gute Rundumsicht, die Sitze sind bequem und bieten dank hoher Seitenwangen guten Halt. Auch an den Armaturen wurde nachgebessert. Die Materialien fassen sich gut an, es gibt kaum mehr hartes Plastik im Innenraum. Als Fünftürer mit 295 bis 1060 Liter Kofferraumvolumen, seinen schlanken Abmessungen und dem niedrigen Verbrauch ist der Hyundai i20 ein prima Partner für den Einkaufsbummel durch die Stadt oder den Kurzausflug ins Wochenende. Der neue Hyundai i20 startet in Deutschland im Juni 2012 als Drei- und Fünftürer in drei Ausstattungslinien.

Technische Daten Hyundai i20 blue 1.1 CRDI Dreizylinder in Reihe • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1120 ccm • Leistung 55 kW (75 PS) • maximales Drehmoment 189 Nm bei 1750 bis 2500  U/min • Sechsgang-Schaltgetriebe • L/B/H 3995/1710/1490 mm • 0-100 km/h 15,7 s • Spitze 158 km/h • EU-Mix 3,2l 100km • CO2 84  g/km • Preis (1.1 CRDI) ab 14.630 Euro.
Boris Pieritz

Fazit

Längst sind die kleinen und kompakten Autos von Hyundai kein Geheimtipp mehr. i10, i20 und i30 lassen die Franzosen, Italiener und Japaner in direkten Vergleichen oft schon hinter sich und rütteln bereits zart aber stetig  an der Vorherrschaft  der deutschen Segment-Platzhirsche. Der i20 wird in seinem moderneren Gewand, dem neuen, sparsamen Einstiegsmotor und einem Startpreis von 11.550 Euro für den 1.2 Dreitürer im B-Segment mit Sicherheit eine ordentliche Rolle spielen.

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