Kässbohrer PistenBully 600: Fahrbericht

— 12.02.2013

Pistensau

Die roten Pistenraupen von Kässbohrer sind in jedem Skigebiet ein vertrauter Anblick, ihre anspruchsvolle Technik kennt kaum jemand. Wir waren mit dem Standardmodell PistenBully 600 unterwegs.



Stampfend und knirschend schiebt sich das Ungetüm durch die Nacht. Hansjörg Lederer zieht läs­sig mit seinem acht Tonnen schwe­ren Kässbohrer PistenBully 600 über die Ski­pisten durch das Tiroler Alpbachtal, damit Skifahrer und Snowboarder am nächsten Morgen eine perfekte Strecke vorfinden. "An die Dunkel­heit kann man sich gewöhnen, da­für haben wir unsere Scheinwer­ferbatterie auf dem Dach. Bei Nebel wird es aber übel, das gleicht ei­nem Blindflug." Vor fünf Jahren wäre er in dichter Suppe beinahe abgerutscht. Zum Glück fand er in der Hektik des letzten Moments noch den Rückwärtsgang.

Heavy Mover: Deutschlands dickster Brummi

Hansjörg Lederer pilotiert bereits seit 17 Jahren im Tiroler Alpbachtal einen PistenBully.

Mit seinen Händen hält der 46-Jährige den Steuerknüppel mit den vielen Tasten und Rädchen fest in der Hand, variiert ständig die Höhe und Neigung der Fräsen, da­mit die Strecke nicht zu stark abgehobelt wird. Ein Blick auf den großen Monitor zeigt ihm weitere Daten zu Schaufel und Fräsen an. Vorn schiebt die Schaufel die auf­getürmten Schneehügel weg, die Ketten zermahlen die dicken Bro­cken, hinten frisst die Fräse alles klein und verdichtet den Schnee zugleich. Bis zum Öffnen des ers­ten Lifts hilft oft der Frost zur per­fekten Skipiste. Lederer achtet auf braune Stellen und drückt gezielt den Schnee darüber. Sonst würden die scharfen Kanten der Steine am nächsten Morgen die Skier und Boards zerkratzen.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Das Cockpit gleicht einer Flugzeugkanzel. Hier werden Höhe und Neigung von Schaufel und Fräse gesteuert.

Die Fahrt gleicht einem Zickzack-Kurs, ge­steuert über das Lenkrad, das die Geschwindigkeit der Ketten links und rechts regelt. Der 12,8-Liter-Sechszylinder-Diesel brummt mo­noton vor sich hin, die scharfen Ketten rasseln und knirschen im Schnee, die Hydraulik von Schau­fel und Fräse summt hochfrequent. Die 350.000 Euro teure Raupe ist zwar kein Renner, erreicht aber trotz acht Tonnen Gewicht bis zu 23 km/h. Das mächtige Mercedes-Triebwerk OM 460 mit rund 400 PS genehmigt sich bis zu 32 Liter – pro Stunde. Mit dem 220-Liter-Tank kommen die Fahrzeuge aber ohne Stopp die Nacht durch – getankt wird erst nach Schichtende, gegen Mitternacht. Mehr Bilder vom Pistenbully sehen Sie oben in der Bildergalerie.
Technische Daten Pistenbully 600
Motor Reihen-6-Zyl.-Saugdiesel Mercedes OM 460
Hubraum 12 800 cm³
Leistung 295 kW/401 PS bei 2000/min
Verbrauch 20–32 l/Stunde
Höchstgeschwindigkeit 23 km/h
Preis 350.000 Euro

Autor: Fabian Hoberg

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