Kia Optima, Ford Mondeo, Peugeot 508: Diesel-Test
Kompliment: Kia kann es!

Er heißt Kia Optima. Und er macht die Konkurrenz ziemlich nervös. Wie nervös zeigt der Diesel-Vergleich mit dem altgedienten Ford Mondeo und dem neugeborenen Peugeot 508.
- Wolfgang König
Noch Zweifel? Wir nicht. Spätestens beim Anblick des Optima wird klar: Der Einkauf von Peter Schreyer, Ex-Audi-Designer, war die beste Investition in der jüngeren Geschichte der koreanischen Automarke Kia. Frisch kommt sie daher, die neue Mittelklasselimousine, dynamisch und erfreulich unverschnörkelt. Und – selten bei Produkten aus Fernost – sogar wiedererkennbar. Der neue Kia-Grill mit dieser Taille in der Mitte gibt den Modellen der Hyundai-Tochter ein eigenes Gesicht. In einem Punkt bleibt freilich alles beim Alten: Der Preis der neuen Mittelklasse verharrt am unteren Rand des Segments. Den Optima gibt es ab 24.490 Euro, unsere Topversion namens "Spirit" kommt auf 33.090 Euro.
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Macht nicht nur optisch an: Der Kia Optima gefällt auch mit seinen inneren Werten.
Bild: Roman Raetzke
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Von wegen französicher Komfort: Der 508-Fahrer sitzt wie auf einem Kutschbock.
Bild: Roman Raetzke
Als Vorbild taugt in dieser Runde hingegen nach wie vor der Ford. Geräumig und bequem gepolstert, mit tadelloser Sitzposition für den Fahrer, ordentlich, wenn auch nicht premiumverdächtig verarbeitet und ohne größere Bedienungsrätsel bietet so ein Mondeo den überlegenen Wohlfühlfaktor. Noch ein Vorteil: Als Einziger wartet er serienmäßig mit großer Heckklappe auf, ist also fast ein Kombi. Das wahre Können eines Autos (und das seiner Väter) zeigt sich beim Fahren. Und vor allem in diesem Punkt ließen Kia-Produkte bisher noch Raum für Verbesserungen erkennen. Umso größer unsere Verblüffung: Der Optima bewegt sich, als hätte er in der deutschen Oberstufe das Laufen gelernt. Sauber abgestimmt, straff, aber nicht zu hart gedämpft, erledigt sein Fahrwerk anspruchsvolle Aufgaben ungewohnt kompetent und mit leicht sportlichem Akzent. Seine 18-Zoll-Räder (Serie) halten ihn auch in engen Kurven fest in der Spur, unterstützt von einer ESP-Regelung, die früh, aber sanft einschreitet. Kurswechsel gelingen dank der exakten Lenkung ebenso mühelos wie präzise, nett wäre aber mehr Rückmeldung.
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Gutes Handling, ausgewogene Federung: Beim Fahrwerk hat der Mondeo die Nase weit vorn.
Bild: Roman Raetzke
Eng wird es für den 508. Er lässt erkennen, dass bei Peugeot besonders in Sachen Fahrwerk Nachhilfe notwendig ist. Die teigige Lenkung, frühes Untersteuern, dieses ESP, das ständig dazwischenfunkt, andauerndes Stuckern der Federung, das selbst auf guten Straßen für Unruhe sorgt, das alles sollte in dieser Klasse heute überwunden sein. Wie inzwischen ja auch der koreanische Konkurrent beweist. Zumal der 508 in dieser Variante auch im Bereich des Antriebs keine Glanzlichter setzt. Dem betagten Mondeo hingegen gelingt solches noch immer, da dürfte bei Ford vielen ein Stein vom Herzen fallen. Denn klar ist: Kia kommt, und zwar schneller als erwartet.Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fazit
Was kann Kia, das andere nicht können? Kein großes Geheimnis, eigentlich: Kia konzentriert sich auf das Produkt, studiert den Markt, reagiert zügig und fokussiert auf das Wesentliche. Außerdem verfügt die Firma, wie der Optima vermuten lässt, über gute Leute. Das langt noch nicht ganz zum Sieg, aber für eine rasante Aufholjagd. Ford bleibt vorn – immer noch eine Wohltat, der Mondeo –, während der Peugeot enttäuscht. Anziehend ist er nur von außen. Beim Fahren fehlt dagegen Reiz.
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