Killer-Kältemittel R1234yf
Suche nach Ersatz

Daimler schockt die Autobranche mit seiner Absage an R1234yf. Das Klima-Kältemittel ist tot. Was kommt jetzt? Eine mögliche Alternative ist die CO2-Klimaanlage.
Bild: Auto Bild / Fotolia Montage
- Frank Rosin
Alles auf Anfang! Nach den Enthüllungen von AUTO BILD und nach Daimlers überraschender Entscheidung, das neue Kältemittel R1234yf doch nicht in den Klimaanlagen seiner Autos zu nutzen, beginnt nun die Suche nach einem geeigneten Ersatzstoff. In sogenannten "Real-Life"-Tests hatte Daimler nachgewiesen, dass sich R1234yf an heißen Motorteilen entzündet und dabei hochgiftigen und ätzenden Fluorwasserstoff freisetzt. Noch sind die Ergebnisse der Versuche nicht detailliert veröffentlicht, dennoch ist klar: Das Killer-Kältemittel dürfte keine Zukunft haben.
Mehr Infos: Mercedes verbannt Killer-Kältemittel

Spektakulärer Versuch im Chemielabor: Wirkung des R1234yf-Abbauprodukts Fluorwasserstoff an einem Schweinekopf.
Mercedes SL-Rückruf: Kältemittel wird getauscht

Mercedes will das Kältemittel 1234yf nicht verwenden und ruft in Deutschland 705 SL in die Werkstatt zurück.
Bild: Thomas Ruddies
Autos mit R1234yf: Wer zieht sie aus dem Verkehr?

Die Klimaanlage im VW Touran des Umweltbundesamtes kühlt seit 2009 mit CO2.
Bild: Werk
Alternative Kältemittel R744, R436b, Luft ...

Die Schukey-Maschine der Hamburger Firma Thermodyna kühlt mit Luft.
Bild: Ralf Timm
R1234yf: Chronik eines Skandals
September 2007
Der Verband der Autoindustrie (VDA) bestimmt CO2 als Nachfolger des Kältemittels R134a.
Februar 2008
Die Chemiekonzerne Honeywell und Dupont präsentieren die Fluorchemikalie R1234yf.
2008/2009
Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) simulieren ein Leck in einer R1234yf-Klimaanlage. Es kommt zum Brand, Fluorwasserstoff wird in tödlicher Konzentration nachgewiesen.
September 2009
"Klimakiller Klimaanlage" – AUTO BILD berichtet über Sicherheitsbedenken bei R1234yf. Der VDA will es dennoch auf seine Eignung als Kältemittel prüfen.
Mai 2010
Der VDA entscheidet, dass künftig R1234yf und nicht CO2 das Kältemittel R134a ersetzen soll.
Februar 2011
"Eiskalt abkassiert" – Ein Pkw-Klimaservice mit R1234yf kostet voraussichtlich das Vierfache wie mit R134a.
September 2011
"Das Killer-Kältemittel" – AUTO BILD zeigt die Wirkung des R1234yf-Abbauprodukts Fluorwasserstoff an einem Schweinekopf vom Metzger. Chemieprofessor Andreas Kornath führt den Versuch durch und warnt vor R1234yf.
Oktober 2011
"Verschlusssache Killer-Kältemittel" – Weder VDA noch TÜV erklären sich bereit, ihre Gutachten zu veröffentlichen. Die sollen angeblich die Sicherheit von R1234yf bestätigen.
Januar 2012
"Baustopp in China – Killer-Kältemittel auf der Kippe". Chinesische Behörden haben die Umweltauflagen für die R1234yf-Fabrik verschärft. Deren Fertigstellung wird sich um mindestens ein Jahr verzögern.
März 2012
"TÜV-Segen trotz fehlender Tests" – AUTO BILD enthüllt, dass der TÜV Gutachten zur Unbedenklichkeit von R1234yf erstellte, ohne eigene Versuche durchzuführen. Inzwischen gelangt das erste Auto mit R1234yf-Klimaanlage auf den deutschen Markt, der Subaru XV.
April 2012
Die EU verschiebt wegen Lieferschwierigkeiten den Start von R1234yf offiziell auf den 1. Januar 2013. Damit ermöglicht sie der Autoindustrie, Pkw mit R134a weiter legal zuzulassen.
September 2012
Daimler gibt nach eigenen Tests die Abkehr vom Killer-Kältemittel R1234yf bekannt.
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