Lada Granta: Sitzprobe AMI 2012

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Lada Granta: Sitzprobe AMI 2012

— 04.06.2012

Wie gut ist günstig?

Ein Auto. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger will der neue Lada Granta sein. Ab 2013 soll die Stufenheck-Limousine für ca. 8000 Euro in Deutschland zu haben sein.

Sichtlich verwirrt sitze ich im neuen Lada Granta. Keine toxischen Plastik-Gerüche, die mir gnadenlos entgegenwehen, das Cockpit ist aufgeräumt, es wackelt nichts, alles ist ordentlich verarbeitet, simpel und dennoch durchdacht angeordnet. Ablagefächer für Schlüssel, Handys und Brillen sind dort, wo ich sie erwarte. Cupholder sind ausreichend weit von der Mittelkonsole abgerückt, sodass meine Flasche nicht den Weg zu den Bedienelementen versperrt. Keine überflüssigen Chromelemente, keine scharfen Kanten. Einfach, puristisch, schwarz. So viel Sorgfalt in einem Lada? Das kann doch nicht sein.

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Alles, was ein Auto braucht. Ohne Schnickschnack. An den Lüftern erkannt man die Zusammenarbeit mit Renault.

©Harald Almonat

Kaum sind die russischen Pressesprecher abgelenkt, beginne ich am Handschuhfach zu rütteln, an den Sonnenblenden zu zerren, auf dem Gestühl auf und ab zu wippen. Alles bleibt heil. Respekt, selbst bei Dacia-Modellen hatte mal das billige Plastik der Armlehne nachgegeben, drohten Dichtungen ihren Bestimmungsort zu verlassen. Mit dem Granta scheint Lada beweisen zu wollen, was in Sachen Verarbeitungsqualität im Billig-Segment zu machen ist. Alles passt, ist im Fachjargon richtig gut verkapselt und eingepasst. Mir reicht's. Schnell auf die Rücksitze, da gibt's bestimmt was zu meckern. Als großer Mensch kann ich nur anecken. Wieder nichts. Bein- und Kopffreiheit sind auch bei knapp 1,90 Meter gegeben.

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Video: AMI Leipzig 2012

Das Video zur AMI 2012

Meine letzte Hoffnung ist der Kofferraum. Immerhin hat der russische Präsident Wladimir Putin bei der ersten Granta-Vorstellung 2011 zig Versuche gebraucht, bis er die Heckklappe geschlossen bekam. Bei mir klappt's auf Anhieb. Dann demonstriert mir der Lada-Pressesprecher noch die umklappbare Rückbank. Ich klappe ab. Wenn der Lada in der ersten Hälfte 2013 nach Deutschland kommt, soll er rund 8000 Euro kosten, inklusive Fahrer-/Beifahrerairbag und vorderen elektrischen Fensterhebern. ESP ist mittlerweile bei allen Neuzulassungen in der EU Pflicht. In Russland wird der Granta in abgespeckter Version seit November 2011 verkauft.

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Hübsch ist anders. Na und? Dafür bietet der Lada Granta jede Menge Platz.

©Harald Almonat

Was ist denn da bitte schön in den letzten Jahren bei Lada passiert? Viel. Fast so viel wie bei Dacia in Rumänien. Renault-Nissan ist seit 2008 am Lada-Konzern beteiligt, übernimmt dieses Jahr sogar die Mehrheit. Im Zuge der Image-Politur bei Lada hat der Chefdesigner von Renault kräftig an der Entwicklung des Lada Granta mitgewirkt. Nicht nur die Anordnung der Armaturen und Lüfter lässt die Renault/Dacia-Handschrift erkennen. In Sachen Optik hat sich der Granta die Stufenheckvariante des Clio (dort Symbol oder Thalia) zum Vorbild genommen, die ausschließlich in Osteuropa zu Hause ist. Bei den Maßen orientierte Lada sich am Dacia Logan. Der Granta ist einen Zentimeter länger (4,26 Meter), vier Zentimeter flacher (1,5 Meter), drei Zentimeter schmaler (1,7 Meter) als der Logan, in den Kofferraum passen 30 Liter weniger (480 Liter). Damit wäre der Russe ein potenzieller Nachfolger der Billig-Limousine, die nicht mehr in Deutschland angeboten wird. Sicherlich bekommt der Granta mit seinem buckeligen Äußeren keinen Schönheitspreis, aber das will auch niemand, der einfach nur mobil sein will.

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Was steckt drin? Fünfgang-Schaltgetriebe und zwei Motorvarianten mit 87 PS oder 98 PS.

©Harald Almonat

Als Antrieb werden ein 1,6 Liter-Benziner mit acht Ventilen und 87 PS sowie ein 1,6 Liter-Aggregat mit 16 Ventilen und 98 PS angeboten. Neben der "Norm"-Ausstattung, kommt die "Luxus"-Variante mit ABS, Klimaanlage und Sitzheizung. Die technische Plattform stammt in ihren Grundzügen vom 1118 Kalina. Und genau da wird's kritisch: Im Fahrtest 2006 schnitt der Kalina gegenüber dem Logan mehr als bescheiden ab. Selbst wenn an der Lenkung und der Vorder-/Hinterachsaufhängung des Granta noch nachgebessert wurde, muss man in Sachen Fahreigenschaften garantiert Abstriche machen. Wobei es mich nicht wundern würde, wenn der Granta mich auch hier eines Besseren belehren  würde.
Fotos: Harald Almonat

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