Mercedes A-Klasse: Vorstellung
So kommt die neue A-Klasse

Die neue A-Klasse ist jung, sportlich, mutig. Mercedes plant viele verschiedene Modelle. Dazu Allrad, Smartphone-Anbindung statt Comand und eine AMG-Variante mit 350 PS.
- Georg Kacher
A-Klasse-Käufer müssen umdenken – oder zur B-Klasse wechseln. Denn der betont jugendlichen neuen A-Klasse dürfte es nicht leichtfallen, Stammkunden bei der Stange zu halten. In Stuttgart erklären sie den radikalen Kurswechsel beim kleinsten Mercedes unter anderem mit dem rapide steigenden Alter einer stetig schrumpfenden Fangemeinde. Von der neuen A-Klasse erwarten die Mercedes-Macher, dass sie sich nicht nur gegen Audi A3 und BMW 1er durchsetzt, sondern auch gegen VW Golf, Ford Focus und Opel Astra, die Lieblinge des verstärkt auch von Mercedes hofierten jungen Publikums. Und so tritt die neue A-Klasse auch an: bullig, flach, sportlich. ähnlich selbstbewusst kommt nur noch der SLS-Flügeltürer daher.
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So fährt sich die A-Klasse
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Topmodell mit viel Dampf: Der A 25 AMG wird rund 350 Turbo-PS auf die Straße bringen.
Bild: Marcelo Poblete Press
Bei der Ausstattung spielen A und B in derselben Liga. Auch im kleinen Mercedes ist der Kollisionswarner ebenso aufpreisfrei wie sieben Airbags, ein Müdigkeitssensor und Start-Stopp-Automatik. Der optionale 4Matic-Allradantrieb wird zunächst in den Modellen A 200, A 200 CDI, A 250 und A 25 AMG angeboten – teilweise in Verbindung mit einer geringfügigen Leistungssteigerung oder Hubraumerhöhung. Auf Wunsch kann jede Motorvariante mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Mercedes hat für die A- und B-Klasse zudem fünf verschiedene alternative Antriebskonzepte entwickelt, von denen allerdings nur zwei mit Sicherheit in Serie gehen werden – beide vor Ende 2014. Offiziell bestätigt ist inzwischen der Range Extender (Konzern-Kürzel: Rex), der nach dem gleichen Prinzip arbeitet wie beim Opel Ampera.
Den Antrieb der Vorderräder übernimmt dabei ein etwa 100 PS starker Elektromotor, der bei Bedarf von einem aufgeladenen 0,9-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit 85 PS unterstützt wird. Nahezu zeitgleich startet in A- und B-Klasse die Brennstoffzelle (F-Cell). Dabei handelt es sich um eine Chemiefabrik im Kompaktformat, die gasförmigen Wasserstoff in Elektrizität umwandelt. Die dabei gewonnene Energie lädt die im Heck untergebrachte Lithium-Ionen-Batterie, die ihrerseits einen rund 150 PS starken Elektromotor mit Strom versorgt. Er treibt die Vorderräder über ein stufenloses Ein-Gang-Getriebe an. Weil während der Fahrt ständig nachgeladen wird, sind bei sanfter Fahrweise rund 400 Kilometer Reichweite drin. Mercedes will die Brennstoffzelle zum Preis eines vergleichbaren Diesel-Hybriden anbieten. Nicht mehr ganz so wichtig ist den Entwicklern momentan der Elektroantrieb (zu schwer, zu hoher Platzbedarf) und der im Prinzip zukunftsträchtige Plug-in-Hybrid. Denn der ist Mercedes für die Kompaktklasse zu teuer – noch.
Fazit
Mit der neuen A-Klasse geht Mercedes auf Konfrontationskurs zur Konkurrenz – und zum Vorgängermodell. Diese Handbremswende mag ein paar konservative Kunden verschrecken. Trotzdem ist das der einzig richtige Weg, um gegen die Dynamiker aus Ingolstadt und München künftig zu bestehen. Doch Mercedes sagt nicht nur A und B. Mit den Nischentypen GLC, CLC und dem Shooting Brake wird sich das Kompaktklasse-Angebot in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppeln.
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