Bilder: Vorschau Mercedes A-Klasse

Mercedes A-Klasse: Vorstellung

— 24.02.2012

So kommt die neue A-Klasse

Die neue A-Klasse ist jung, sportlich, mutig. Mercedes plant viele verschiedene Modelle. Dazu Allrad, Smartphone-Anbindung statt Comand und eine AMG-Variante mit 350 PS.

A-Klasse-Käufer müssen umdenken – oder zur B-Klasse wechseln. Denn der betont jugendlichen neuen A-Klasse dürfte es nicht leichtfallen, Stammkunden bei der Stange zu halten. In Stuttgart erklären sie den radikalen Kurswechsel beim kleinsten Mercedes unter anderem mit dem rapide steigenden Alter einer stetig schrumpfenden Fangemeinde. Von der neuen A-Klasse erwarten die Mercedes-Macher, dass sie sich nicht nur gegen Audi A3 und BMW 1er durchsetzt, sondern auch gegen VW Golf, Ford Focus und Opel Astra, die Lieblinge des verstärkt auch von Mercedes hofierten jungen Publikums. Und so tritt die neue A-Klasse auch an: bullig, flach, sportlich. ähnlich selbstbewusst kommt nur noch der SLS-Flügeltürer daher.

Überblick: Alle News und Tests zur Mercedes A-Klasse

Video: Mercedes A-Klasse (2012)

So fährt sich die A-Klasse

Vergessen sind der geniale, aber nie entsprechend genutzte Sandwichboden, die maßgeschneiderten, aber kaum evolutionsfähigen Motoren, das funktionelle, aber betuliche Design. Das 2012er Modell, das ab Juli in den Schauräumen steht, macht dagegen auf dicke Hose. Mit breiter Spur, großen Rädern, einer coupéhaften Dachpartie und einem völlig neuen Cockpit will der Baby-Benz dynamischer wirken als ein 1er-BMW. Das Interieur soll in Bezug auf Wertigkeit, Bedienkonzept und Multimedia-Talente mit dem neuen Audi A3 zumindest gleichziehen. Klar, dass sich die A-Klasse an der Technik der Ende 2011 eingeführten B-Klasse orientiert. Klar aber auch, dass Mercedes sein Einstiegsmodell anders positionieren wird als das familientaugliche Hochdachmobil. Da gibt es zum Beispiel den neuen A160 CDI mit 90 PS, der in Anschaffung und Unterhalt besonders günstig ist. Der kleine Diesel wird nach MB-Vorgaben vom Partner Renault produziert.

Überblick: Alle News und Tests zu Mercedes-Benz

Topmodell mit viel Dampf: Der A 25 AMG wird rund 350 Turbo-PS auf die Straße bringen.

Am oberen Ende der Skala gibt es den A 25 AMG, der mit 350 Turbo-PS und Allradantrieb den nächsten Audi RS 3 und den geplanten BMW M135i angreift. So sieht die Motorenpalette aus: • A 180, 122 PS/200 Nm • A 200, 156 PS/250 Nm • A 200 4Matic, 170 PS/250 Nm • A 250, 211 PS/350 Nm • A 25 AMG 4Matic, 350 PS/450 Nm • A 160 CDI, 90 PS/220 Nm • A 180 CDI, 109 PS/260 Nm • A 200 CDI, 136 PS/300 Nm (auch lieferbar als 4Matic) • A 220 CDI, 170 PS/350 Nm Noch auf der Warteliste steht der A 250 CDI mit dem 204 PS starken Diesel, den wir bereits aus den größeren Modellen bis hinauf zu ML und S-Klasse kennen. Die sparsamste A-Klasse mit ihrem 1,6-Liter-CDI stößt imagewirksame 99 g CO2/km aus, was einem Durchschnittsverbrauch von knapp vier Litern entspricht. Alle Diesel- Modelle kommen mit einer 50-Liter-Tankfüllung über 1000 km weit, EU 6 soll nur eine Formsache sein.

Bei der Ausstattung spielen A und B in derselben Liga. Auch im kleinen Mercedes ist der Kollisionswarner ebenso aufpreisfrei wie sieben Airbags, ein Müdigkeitssensor und Start-Stopp-Automatik. Der optionale 4Matic-Allradantrieb wird zunächst in den Modellen A 200, A 200 CDI, A 250 und A 25 AMG angeboten – teilweise in Verbindung mit einer geringfügigen Leistungssteigerung oder Hubraumerhöhung. Auf Wunsch kann jede Motorvariante mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Mercedes hat für die A- und B-Klasse zudem fünf verschiedene alternative Antriebskonzepte entwickelt, von denen allerdings nur zwei mit Sicherheit in Serie gehen werden – beide vor Ende 2014. Offiziell bestätigt ist inzwischen der Range Extender (Konzern-Kürzel: Rex), der nach dem gleichen Prinzip arbeitet wie beim Opel Ampera.

Den Antrieb der Vorderräder übernimmt dabei ein etwa 100 PS starker Elektromotor, der bei Bedarf von einem aufgeladenen 0,9-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit 85 PS unterstützt wird. Nahezu zeitgleich startet in A- und B-Klasse die Brennstoffzelle (F-Cell). Dabei handelt es sich um eine Chemiefabrik im Kompaktformat, die gasförmigen Wasserstoff in Elektrizität umwandelt. Die dabei gewonnene Energie lädt die im Heck untergebrachte Lithium-Ionen-Batterie, die ihrerseits einen rund 150 PS starken Elektromotor mit Strom versorgt. Er treibt die Vorderräder über ein stufenloses Ein-Gang-Getriebe an. Weil während der Fahrt ständig nachgeladen wird, sind bei sanfter Fahrweise rund 400 Kilometer Reichweite drin. Mercedes will die Brennstoffzelle zum Preis eines vergleichbaren Diesel-Hybriden anbieten. Nicht mehr ganz so wichtig ist den Entwicklern momentan der Elektroantrieb (zu schwer, zu hoher Platzbedarf) und der im Prinzip zukunftsträchtige Plug-in-Hybrid. Denn der ist Mercedes für die Kompaktklasse zu teuer – noch.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Mit der neuen A-Klasse geht Mercedes auf Konfrontationskurs zur Konkurrenz – und zum Vorgängermodell. Diese Handbremswende mag ein paar konservative Kunden verschrecken. Trotzdem ist das der einzig richtige Weg, um gegen die Dynamiker aus Ingolstadt und München künftig zu bestehen. Doch Mercedes sagt nicht nur A und B. Mit den Nischentypen GLC, CLC und dem Shooting Brake wird sich das Kompaktklasse-Angebot in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppeln.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.