Kaugberatung Mercedes C-Klasse

Mercedes C-Klasse: Kaufberatung

— 20.09.2014

Gesucht: die beste C-Klasse

Wir haben das C-Klasse-Team antreten lassen – in der Mercedes-Benz-Arena. Und wir haben ihm auf den Zahn gefühlt, die besten Typen herausgepickt.

Probieren geht über studieren – das stimmt schon, auch beim Autokauf. Aber studieren musst du trotzdem. Denn mehr denn je ist die Auswahl des passenden Objekts eine Wissenschaft. Da heißt es zu lernen, was sich hinter den Marketingbegriffen verbirgt, da gilt es Preis- und Aufpreislisten zu wälzen, den Markt abzuklopfen. Was Spaß verspricht, wird schnell zu einer mühsamen Angelegenheit, ganz besonders, wenn die Sache so kompliziert ist wie bei der neuen C-Klasse.

Der C-Klasse-Käufer hat die Qual der Wahl

Wie hätten Sie's denn gern? Die C-Klasse kommt mit vier Ausstattungslinien und zehn Motorvarianten.

Vier Ausstattungslinien (ohne die Sondermodelle), zehn Motorvarianten, manche als Schalter oder mit Automatik oder auch mit Allradantrieb (4Matic). Dazu unzählige Extras, teils nur gebündelt zu haben, teils sich gegenseitig ausschließend. Unverzichtbar ist der 66-Liter-Tank für 59,50 Euro (Serie ab C 250). Geradezu eine Wohltat, dass sich wenigstens im Karosseriebereich die Wahl derzeit auf zwei Varianten beschränkt: Limousine, Kombi (T-Modell) und Schluss. Aber auch das dürfte sich bald ändern, weitere Modelle werden die vorläufig noch verwaisten Marktnischen in den kommenden Jahren ganz sicher füllen. Um das aktuelle C-Klasse-Angebot schon mal abzuklopfen, haben wir hier zehn Versionen versammelt, Limousinen und Kombis, Diesel und Benziner, in unterschiedlichen Ausstattungen, bunt gemischt. Gesamteindruck: Die Talentspanne der C-Klasse beeindruckt – sie reicht vom Vernunftauto mit Sparpotenzial bis zur geschrumpften S-Klasse.
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Die Dieselmotoren der C-Klasse

Für Vielfahrer: Der Diesel im C 220 BlueTec verwöhnt mit üppigen Kraftreserven und geizt mit Sprit.

Französischer Esprit schadet nie. Im Fall der neuen kleinen Dieselmotoren in der C-Klasse geht es freilich vor allem um Sparsamkeit. Sie entstammen der Kooperation mit Renault und drücken den EU-Mix-Verbrauch auf 3,8 l/100 km – äußerst beeindruckend, selbst wenn es in der Praxis eineinhalb Liter mehr werden. Beide schöpfen aus 1,6 Liter Hubraum, unterscheiden sich nur in der Leistung: 116 PS im C 180 BlueTec, 136 im C 200 BlueTec. Für Vergleichsfahrten standen diese Basis-Diesel noch nicht zur Verfügung (Lieferbeginn September 2014), dennoch ist bereits klar, dass sie bei einem Wagengewicht von mindestens 1485 Kilogramm nur bescheidene Leistungsansprüche erfüllen können. Wohlweislich bekommt man sie zunächst auch nur als Schalter. Wer viel unterwegs ist und den Komfort üppiger Kraftreserven nicht missen möchte, der sollte sich deshalb den Diesel im C 220 BlueTec (170 PS) gönnen. Der kostet 2380 Euro mehr als ein 200er, bietet aber guten Durchzug in allen Lebenslagen. Mit der Siebenstufenautomatik (2499 Euro) harmoniert er bestens, schaltet dank dem hohen Drehmoment sanfter und weniger hektisch als bei den Benzinern. Auf unserer zügig gefahrenen Vergleichsstrecke verköstigte der Automatik-Diesel 6,3 l/100 km.

Maximalen Durchzug bietet die Hybrid-Version

Kein Papiertieger, dieser Diesel-Hybrid: Der E-Motor packt 27 PS und 250 Nm Drehmoment drauf.

Für 357 Euro mehr gibt es den C 220 auch als BlueEfficiency, serienmäßig mit Automatik und verbrauchsoptimiert. Der Vorteil im EU-Verbrauch (4,0 l/100 km) beträgt aber nur 0,3 Liter (im Praxisvergleich 0,2 Liter). Störend dagegen die härtere Federung, da macht sich die Tieferlegung zur Verringerung des cw-Werts bemerkbar. Sehr satt und komfortabel motorisiert (abgesehen vom härteren Laufgeräusch) dann die 204-PS-Variante im C 250 BlueTec. Sie kostet weitere 5355 Euro (inklusive Automatik), verbraucht aber kaum mehr. Für den Geld-spielt-keine-Rolle-Sparer bietet Mercedes den C 250 auch als Hybrid in Verbindung mit einem 27 PS starken Elektromotor. Der heißt dann C 300 BlueTec und legt bei Bedarf noch 250 Nm Drehmoment obendrauf. Das ergibt dann den Durchzug eines großen V8, gepaart mit dem Normverbrauch des C 180 BlueTec. Wir registrierten 6,6 l/100 km. Überzeugend, diese Kombination, aber teuer – Aufpreis 2975 Euro.

Die Benzinmotoren der C-Klasse

An der Basis etwas schwach: Der 1.6er im C 180 ist die beste Wahl für den sparsamen Mercedes-Käufer.

Wer C sagt, muss auch D sagen. Ohne Diesel unter der Haube sei ein Mercedes der C-Klasse unvollkommen, so die gängige Auffassung. Aber so einfach ist das nicht mehr. Denn derVerbrauchsvorsprung des Diesels schrumpft. Gemäß EU-Norm reduziert er sich nun auf weniger als 1,5 l/100 km. Zugleich gibt es mehr Leistung fürs Geld – bei den Basismodellen C 180 und C 180 BlueTec (Diesel) für 33.558 und 33.915 Euro beträgt der Vorsprung 40 PS. Andererseits bleibt ein Drehmomentdefizit von 30 Newtonmetern, das prägt den Fahreindruck. Der 1,6-Liter-Turbo-Benziner ist kein Zieher, bei niedrigen Drehzahlen gibt er seine PS nur unwillig ab. Um flott voranzukommen, heißt es runterzuschalten, mit der leichtgängigen Schaltung allerdings kein Problem. Die Fahrleistungen sind dann keineswegs zu verachten.  So gesehen könnte man sich auch den Mehrpreis für den C 200 (2856 Euro) sparen. In der Praxis wirkt dessen Zweiliter-Vierzylinder dank des üppigeren Drehmoments aber lebendiger, in unserem Fall betont von der Siebenstufenautomatik (2499 Euro), die durch häufiges Runterschalten für Dynamik sorgt. Nachteile: Nicht selten sind es gleich zwei Stufen, und das ruckt dann heftig, außerdem tendiert durch die Schalterei der Verbrauch nach oben. Auf unserer Vergleichsstrecke waren es 8,5 l/100 km statt 7,3 beim C 180.

Der große Verführer ist der C 400

Für alle, die mehr wollen: Der C 400 kommt mit Sechszylinder und 333 Pferden unter der Haube.

Souverän motorisiert ist dann der C 250, auch ein Zweiliter-Turbo. Die Automatik hat er serienmäßig, was den Mehrpreis von 4522 Euro gegenüber dem 200er relativiert. Mit dem kräftigeren Motor harmoniert sie besser. Die lustvollere Leistungsentfaltung schlägt sich aber im Verbrauch nieder: 9,3 l/100 km. Dass keiner der Vierzylinder ein Muster an Laufkultur ist, wird spätestens im C 400 klar, serienmäßig mit Allradantrieb. Dessen Biturbo-V6 verführt mit sahniger Power, gepaart mit anregendem Sound. Und er katapultiert die C-Klasse in eine höhere Liga: Wer sich die geschrumpfte S-Klasse wünscht (und leisten kann), hier bekommt er sie (lieferbar ab Dezember). Für andere, insbesondere Privatkunden, lautet unser Tipp: Den C 180 nehmen und mit den Extras haushalten. Dann stimmt die Rechnung.

Kaufberatung: Businessklasse-Limousinen bis 40.000 Euro

Die Details zu den Ausstattungsoptionen der Mercedes C-Klasse sowie unsere Empfehlungen finden Sie in der Bildergalerie.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Der Verführungskraft der C-Klasse-Extras ist schwer zu widerstehen. Fast schon perfide. So wäre mein Favorit ein C 220 Diesel als T-Modell. Aber ich brauche den Stern auf der Haube, das bedeutet Exclusive-Ausstattung. Und schon wird es wieder ein paar Tausender teurer.

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