Mercedes G-Klasse: Vorschau

— 15.05.2014

Das neue G-Modell wird ganz modern

Totgesagte leben länger: Mit einer Fitnesskur hält Mercedes die G-Klasse mindestens bis 2027 im Programm. Und sie bekommt einen kleinen Bruder.



35 Jahre können eine Menge verändern. 1979 belegten die Village People mit "YMCA" elf Wochen lang Platz eins der Pop-Charts und Sony brachte den Walkman auf den Markt. 2014 kommen selbst Oldie-Radios weitgehend ohne Village People aus und MP3-Player haben den Walkman längst in Rente geschickt. Nur eines blieb in diesen 35 Jahren fast unverändert: das gute alte G-Modell. Das G steht nach wie vor für Geländewagen, und im Gelände ist der Kantenhauber mit dem Leiterrahmen-Chassis in der Tat kaum zu schlagen. Der G avancierte daher fast aus dem Stand zum Liebling der Militärs und später dann zum Favoriten der wachsenden Offroad-Fangemeinde.

Neben dem zivilen G-Ableger läuft der militärische weiter

Doch jetzt will Mercedes die G-Flotte neu ordnen. Ab 2016 soll es zwei unterschiedliche Varianten geben: die nach den Vorgaben der Militärs entwickelte, optisch wie technisch fast unveränderte Baureihe 461 sowie die neu proportionierte, rundum aufgewertete und dramatisch leichtere Baureihe 463, die zivile Kunden bedient. So wird der Bestseller zum Modelljahr 2017 erstmals von Grund auf renoviert. Es ist geplant, die Karosserie um zehn Zentimeter auf 1,86 Meter zu verbreitern. Das schafft deutlich mehr Platz für bequemere Sitze, und trotzdem macht sich der renovierte G immer noch zwölf Zentimeter schmaler als ein Range Rover. Die kantige Silhouette mit fast senkrechten Fenstern und der steilen Heckklappe soll im Wesentlichen beibehalten werden, denn sie dient der Geländetauglichkeit, der Übersichtlichkeit und dem Wiedererkennungswert. Natürlich wird bei dieser Gelegenheit auch die Aerodynamik optimiert, doch an der markanten Frontpartie mit dem Zwei-Augen-Gesicht darf sich trotzdem nichts Grundsätzliches ändern.
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Vorschau Mercedes G-Klasse

Der Zwölfzylinder wird aus dem Programm gestrichen

Erst auf den zweiten Blick erkennt man die vielen neuen – zumeist optionalen – Hightech-Details. Dazu gehören die Distronic Plus, das adaptive LED-Matrixlicht, die beweglichen Luftführungsjalousien und die Minikameras verschiedener Assistenzsysteme. Völlig neu ist auch die vergleichsweise filigrane Rahmenkonstruktion aus Aluminium, die 375 Kilo weniger wiegen soll als die bisher verbauten Eisenträger, die in der Baureihe 461 weiter Bestand haben. Ebenfalls komplett neu: die Mehrlenker-Vorderachse mit unteren und oberen Querlenkern. Die gute alte Hydrolenkung muss einem neuen System mit elektrischer Servounterstützung weichen. Nein, nicht weil das jetzt Mode ist. Sondern weil einige Assistenzsysteme (Spurhalte-, Staufolge-, aktiver Einpark- sowie dynamischer Lichtassistent) auf diese Technik angewiesen sind. Auf Wunsch soll im schwäbischen Kanten-König sogar ein Head-up-Display Einzug halten. Klar, dass auch antriebstechnisch aufgerüstet wird. Einen Zwölfzylinder soll es zunächst zwar nicht mehr geben, aber dafür sind zwei neue, deutlich sparsamere Reihensechszylinder fest eingeplant.

Der Dreiliter-Benziner leistet 367 PS und 480 Nm, der 2,9-Liter-Diesel mobilisiert 313 PS und 480 Nm – das ist ein Zugewinn von 102 PS gegenüber dem aktuellen G 350 Bluetec. Der G 500 tauscht den 5,5-Liter-Motor gegen einen Vierliter-V8-Biturbo mit 462 PS und 600 Nm. Auch der G 63 AMG legt zu, und zwar von 544 auf 571 PS, bei rund 20 Prozent geringerem Verbrauch. Daran ist natürlich die Neunstufenautomatik nicht unbeteiligt, die modellübergreifend den Siebenstufenautomaten ablöst.

Unterhalb der neuen G-Klasse ist noch Platz für den GLB

Der Mini-G soll als GLB im Herbst 2019 ins Rennen gehen – und nicht viel teurer sein als ein GLA.

AUTO BILD hatte schon mehrfach über Pläne berichtet, von der G-Klasse auch eine Variante im Kompaktformat aufzulegen. Nicht als Super-SUV in verkleinertem Maßstab, sondern als Lifestyle-Fahrzeug mit dem Flair und der Anmutung des großen G. Die Idee, dieses Fahrzeug noch von der aktuellen B-Klasse abzuleiten, wurde wieder fallen gelassen. Auch die in diesem Segment geplante Gemeinschaftsentwicklung mit Renault/Nissan wurde gestoppt. Stattdessen ist nur noch Infiniti am Projekt beteiligt, das derzeit unter Mercedes-Regie neu konzipiert wird. Als erstes Modell auf der neuen technischen Basis startet im Frühjahr 2018 der A-Klasse-Nachfolger. Der kleine G soll als GLB erst im Herbst 2019 ins Rennen gehen – und nicht viel teurer sein als ein GLA. Der startet aktuell bei 29.000 Euro. Nach aktuellem Planungsstand bleibt es bei einer einzigen Karosserie-Option: langer Radstand, sieben Sitze, wahlweise mit On- oder Offroad-Paket sowie mit Vorderradantrieb oder 4Matic.
Weitere Geländegänger und Neuheiten von Mercedes sowie die Geschichte der G-Klasse gibt es in der Bildergalerie.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Ein G und ein Gchen – so beackert Mercedes künftig das Gelände. Der runderneuerte große G wird auf seine alten Tage deutlich leichter, dynamischer, sicherer und komfortabler. Der kleine GLB kombiniert den Image-Bonus der Ikone mit zeitgemäßer Technik und spannendem Design – modern, funktionell und nur ein klein bisschen retro.

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