Mini John Cooper Works / JCW (2015): Fahrbericht

Mini John Cooper Works / JCW (2015): Fahrbericht

— 08.05.2015

So fährt der stärkste Mini

Der neue Mini John Cooper Works brennt mit 231 PS mächtig Gummi auf den Asphalt. Wie der stärkste Serien-Mini aller Zeiten fährt, zeigt der Fahrbericht.

Video: Mini John Cooper Works

Der stärkste Mini

Wenn ein Mini den Beinamen John Cooper Works trägt, ist eines klar: Die Mundwinkel bekommen ordentlich was zu tun. Beim jüngsten Familienzuwachs trifft dies ebenfalls zu. Kein Wunder, sorgen mit nun zwei Litern und 231 PS so viel Hubraum und so viele Pferdestärken wie nie zuvor für ein nicht enden wollendes Glücksgefühl. Mit der Erfahrung von 55 Jahren Motorsport im Nacken und dem Wissen, dass bis heute über 40.000 Mini JCWs an sportlich ambitionierte Kunden ausgeliefert wurden, rast der Neue ab sofort in die Verkaufsräume.
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Erkennungsmerkmale des JCW: große Lufteinlässe in der Front, neue LED-Frontscheinwerfer, seitliche Schweller.

Von außen ist der in elf Farben erhältliche neue Mini John Cooper Works an seinen großen Lufteinlässen in der Front, neuen LED-Frontscheinwerfern sowie seitlichen Schwellern und dem knackigen Heck inklusive Zierrat zu erkennen. Gleichzeitig zeigt der neue Diffusor echte Rennsportgene. Ist die finanzielle Hürde von 29.900 Euro gemeistert, stehen erst einmal keinerlei weitere im Wege. Vorausgesetzt, es darf auf einem der beiden, sehr gut geschnittenen und auch auf längeren Fahrten bequemen Frontsitzen mit integrierten Kopfstützen Platz genommen werden. Nicht ohne Grund hat Mini bei den beiden Fondplätzen das Kindersitzbefestigungssystem Iso-Fix verbaut – viel Platz ist hier nicht.

Automatik macht den JCW sparsamer und sprintstärker

Als Getriebeoptionen stehen eine Sechsgang-Automatik oder ein manueller Sechsgang-Handschalter zur Auswahl.

Wer auf dem Fahrersitz Platz genommen hat, wird ihn nicht allzu schnell wieder hergeben. Zu groß sind seine Vorteile. Und zu viel Spaß macht es, selbst Herr über Richtung und Geschwindigkeit zu sein. Letztere erfährt erst bei 246 Kilometer pro Stunde ihre Grenze. Die Gangwechsel lassen sich entweder per Sechsgang-Automatikgetriebe oder manuellem Sechsgang-Handschalter erledigen. Sportliche Fahrer, die lieber selbst die Gangklaviatur hoch- und runterdirigieren wollen, ordern das manuelle Getriebe. Vor allem beim Herunterschalten sorgt das automatische, aber leider überhaupt nicht vernehmbare Zwischengas für ruckelfreie Gangwechsel. Gegen das Selbsthandanlegen spricht, dass die Automatik mit 5,7 Litern einen ganzen Liter weniger Sprit auf 100 Kilometer verbraucht und mit 6,1 Sekunden nennenswerte 0,2 Sekunden schneller auf Tempo 100 sprintet.

Green-Modus lässt den Mini handzahm werden

An der Vorderachse des stärksten Mini zerren 231 PS und 320 Newtonmeter maximales Drehmoment.

John Cooper Works-Kunden, denen vor allem der Spritverbrauch nicht gänzlich egal ist, können sich über den Green Modus freuen. Während sich jeder andere Autofahrer völlig zu Recht fragt, was ein solcher Testosteron-Killermodus in einem 231 PS starken Mini verloren hat, soll mit seiner Hilfe der Normverbrauch in realistische Reichweite gelangen. Dass die Gasannahme dann mit der eines Mini-Urahns vergleichbar ist und sämtlicher Fahrspaß aus den beiden Endrohren verpufft, muss allerdings klar sein. Echte JCW-Freunde werden daher außer beim Schwiegermutter-Transport oder beim Erreichen der Fünf-Euro-Grenze für einen Liter Super die Finger von diesem Modus lassen und sich höchstens zwischen Normal und Sport entscheiden.

Ford Fiesta Sport vs. Mini Cooper

Die Lenkung des 1,93 Meter breiten Mini John Cooper Works reagiert direkt.

Keine Frage, im Sportmodus macht das Fahren am meisten Spaß. Der mit 3,87 Meter Länge gar nicht mehr mini wirkende Flitzer reagiert dann wesentlich spontaner auf Gaspedalbefehle, und der Sound wird drehzahlbedingt ambitionierter. Zudem reagiert die Lenkung noch direkter, und der 1,93 Meter breite Mini lässt sich noch präziser durch enge Gassen und Kurven pilotieren. Echtes Go-Kart-Gefühl wird zwar dank der auch dann noch ausreichend komfortablen Federung und dem nicht ganz unerheblichen Leergewicht von 1280 Kilogramm nicht aufkommen, doch reicht es für flotte Kurvenfahrten und den einen oder anderen absichtlich herbeigeführten Quersteher. Letzterer ist allerdings nur dann möglich, wenn dem DSC das Eingreifen per schickem Kippschalter entsagt wird. Direkt neben diesem Schalter befindet sich der des optionalen Head-Up-Displays, das Nutzer einer Sonnenbrille mit polarisierenden Gläsern gleich von ihrer Ausstattungsliste streichen können. Denn dann ist so gut wie nichts auf dem herausfahrenden Plastik-Display zu sehen. Der neue Mini John Cooper Works ist zum Städter mit der Lizenz zum rasanten Kurvenfahren geworden. Seine Leistung ist stets kontrollierbar und dank des kaum spürbaren, aber auf Wunsch wachenden DSC können auch Ungeübte ein wenig mehr sicheren Fahrspaß erleben als zuvor.

Text: Marcel Sommer, press-inform

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