Lamborghini Abgas-Prüfstand

Partikelfilter für Benzindirekteinspritzer

— 29.10.2013

Gefahr aus dem Auspuff

Die Deutsche Umwelthilfe fordert auch für Benzindirekteinspritzer einen Partikelfilter. Messungen mit VW Golf TSI und Hyundai i30 GDI seien alarmierend.

Genau wie Dieselmotoren müssen auch Benzindirekteinspritzer einen Partikelfilter haben. Das fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als Ergebnis einer Messung bei der Abgasprüfstelle der Fachhochschule Bern. Dort wurden ein VW Golf TSI und ein Hyundai i30 GDI in verschiedenen Fahrzyklen getestet, darunter auch auf realen Straßen.

Dieselabgase ungefährlich? Krebsrisiko relativiert

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'Partikelfilterpflicht auch für Benziner?'

Ergebnis: Unter bestimmten Bedingungen emittieren Benzindirekteinspritzer viermal so viele Partikel, wie es der Grenzwert für Diesel zulässt. Nach dem Einbau eines Filters konnte die Zahl der Benziner-Partikel aus dem Auspuff um 99 Prozent reduziert werden; der Verbrauch änderte sich nicht. Umweltexperte Axel Friedrich, der die DUH als Berater unterstützt, verlangt deshalb von den Autoherstellern den serienmäßigen Einbau: "Die Kosten von 20 bis 40 Euro pro Fahrzeug dafür sind im Vergleich zum Nutzen lächerlich", so Friedrich. Der Grund: Ein Extra-Filter wie beim Diesel ist nicht notwendig, sondern es reicht eine zusätzliche Schicht im ohnehin vorhandenen Katalysator. Mit der 2014 kommenden Euro-6-Norm dürfen Benziner bis 2017 noch zehnmal so viele Teilchen ausstoßen wie Diesel: "Solch unterschiedliche Grenzwerte sind nicht akzeptabel", kritisiert Erich Wichmann vom Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt aus München: "Das Gefährliche an ultrafeinen Partikeln ist neben ihrer Giftigkeit, dass sie aus den Atemwegen in die Blutbahn übertreten können."

Gefahr durch Benziner-Feinstaub

Prof. Dr. Dr. Erich Wichmann: "Ultrafeinpartikel aus Benzindirekteinspritzern sind genauso schädlich wie die aus Dieselmotoren."

Als Folge, so Wichmann, können außer Asthma oder Lungenkrebs auch Herz-Kreislauf-Krankheiten auftreten. VW teilt auf Nachfrage mit, dass ein serienmäßiger Einsatz von Partikelfiltern "unsere Produkte im Vergleich zu Wettbewerbern massiv verteuern" würde. Darüber hinaus würde ein solches System den Abgasgegendruck erhöhen und somit den Verbrauch ansteigen lassen – dies sei in Zeiten hoher Sensibilität für dieses Thema den Kunden nicht zuzumuten.

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