Skoda bis 2015: Vorschau
— 19.11.2012
Skoda erfindet sich neu
Skoda macht sich fit für morgen. Mit einem komplett runderneuerten Modellprogramm wollen die Tschechen ihre Position im Volkswagen-Konzern festigen. Neben günstigen Preisen soll künftig vor allem die flotte Optik als Kaufanreiz dienen.
Ein Jahr nach dem Debüt des neuen
Octavia präsentiert
Skoda im März 2014 die dritte Generation des
Fabia. Obwohl
VW den
Polo erst ab 2016 nach dem modernen Baukastenprinzip des
Golf VII fertigt, profitiert der kleine Skoda schon zwei Jahre früher von der schlankeren und vielseitigeren neuen Architektur. Sie verspricht einen Kostenvorteil von etwa 20 Prozent. Um mehr Platz für die Passagiere in der zweiten Reihe zu schaffen, wird der Radstand deutlich verlängert. Der Kombi bekommt überdies einen größeren hinteren Überhang und ein steileres Heck – beides lässt den Laderaum erheblich wachsen.
So selbstbewusst, wie der neue Fabia auftritt, wird er den Konzern-Brüdern Polo, Ibiza und sogar A1 auf die Pelle rücken.
Beim Design machen die Tschechen einen Riesenschritt in Richtung mehr Präsenz, mehr Platz und mehr Prestige. Der Fabia III wird breiter, kantiger und keilförmiger. Klar, dass die überarbeiteten Motoren die Euro-6-Norm erfüllen und sparsamer werden. Grundsätzlich bleibt es beim Mix aus Drei- und Vierzylindern, wobei die Einstiegsmodelle aus Kostengründen auf eine Direkteinspritzung verzichten. Bei den Benzinern soll ein 140 PS starker 1.4 TSI die Lücke zwischen den Turbos mit 105 und 180 PS schließen. An der Diesel-Front soll ein 1.6 TDI (129 PS) für die Verbindung von Spaß und Sparen sorgen. 2012 wird Skoda seinen Absatz von 879.000 Autos auf deutlich über 900.000 Fahrzeuge erhöhen. In den nächsten fünf Jahren möchten die Tschechen ihre Verkäufe um weitere 50 Prozent steigern. Für 2018 hat der Vorstandsvorsitzende Winfried Vahland die 1,5-Millionen-Marke als Planziel vorgegeben.
Um es zu erreichen, will das Unternehmen, das seit 1991 zum VW-Konzern gehört, alle sechs Monate ein neues Modell vorstellen. Während Skoda in Europa nur mehr relativ langsam wächst, rechnen die Vertriebsstrategen in China mit einer mittelfristigen Steigerung auf 500.000 Einheiten pro Jahr. Skoda liebäugelt zwar hier und dort immer wieder mit einer Höherpositionierung, doch das wird in Wolfsburg nicht gern gesehen – schließlich geht die Kernmarke VW vor und muss entsprechend geschützt werden. Deshalb hat man den Überflieger aus der Tschechischen Republik sanft eingebremst: kein V6 im Superb-Nachfolger, kein Fabia RS. Stattdessen ist Downsizing und Kostensparen angesagt. Das alles natürlich, ohne den fragilen Markt durch eine gefährliche Mehrwert-Diskussion zu verunsichern. Die schärfste Skoda-Waffe ist das Design. Motto: hübsches Blech ist genauso teuer wie weniger hübsches.
Georg Kacher
Fazit
Biedere Brot-und-Butter-Autos, das war einmal. In Zukunft würzen hübsche Neuzugänge wie der Rapid Fastback, das zweite SUV und der Superb-Nachfolger den immer anspruchsvolleren Skoda-Modellmix mit einem kräftigen Schuss Emotion. Das funktioniert auf Dauer aber nur dann, wenn auch die Kernwerte wie unverwüstliche Technik, faire Preise und hoher Nutzwert Bestand haben.
Kommentare zum Artikel (5)
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...robuste Motoren? Die VW-TSI? Und dann noch mit dem Groschengrab-DSG? (viel Spass nach der Garantiezeit...)
Ich bitte Sie...
Mal was anderes (off topic):
An die Forumsbesucher hier: Geht mal auf den Autobild-Link "Euro NCAP Crashtest November 2012"-"Golf VII und Lodgy im Crash". Mit keinem Wort wird der Testsieger genannt:
Es war der Opel Mokka!
Stattdessen nur rumgesalbadere über den "übergöttlichen" VW Golf (und das zugegeben schlechte Abschneiden des Dacia).
Kein Wort vom eigentlichen Sieger der Euro NCAP Crashtestreihe November 2012.
-DAS ist Autobild, ein VW-Blatt durch und durch.
Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hat: Hier ist er.
Schöne, clevere Autos zum super Preis. Sinnvolle Kombinationen aus dem VW Baukasten, wie 4x4 mit DSG, sparsame robuste Motoren, die auch noch etwas Spass machen.
Also bis auf den Kleinwagen am Anfang und dieser Komibi Coupe Rapid von der Messe sind alle anderen unästhetisch bis häßlig !
"Bei den Benzinern soll ein 140 PS starker 1.4 TSI die Lücke zwischen den Turbos mit 105 und 180 PS schließen."
und
"kein Fabia RS."
Sorry, aber wie soll das funktionieren?
Entweder es gibt einen RS und damit auch ne Lücke für den 140PSler, oder es gibt keinen RS und somit auch keine Lücke, höchstens ein neues, aber schwächers Benzin-Topmodell, um die anderen 3 180PS-Kleinwagen-Versionen innerhalb des Konzerns nicht zu "gefährden"..
Nicht nur der preisgünstigere, sondern auch der schönere, elegantere VW-Audi