Skoda Superb (2015): Fahrbericht

Skoda Superb (2015): Fahrbericht

— 27.04.2015

Erste Fahrt im neuen Superb

Spannendes Design und moderne Technik – so mischt der neue Skoda Superb die Mittelklasse auf. Wir sind den Tschechen gefahren.

Video: Skoda Superb (2015)

So fährt der neue Superb

Mit Vorschusslorbeeren ist es so eine Sache. Auf der einen Seite prima, weil sie neugierig machen. Auf der anderen Seite aber schüren sie derart hohe Erwartungen, dass fast automatisch eine Enttäuschung folgen muss.
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So gesehen hat es der neue Skoda Superb schon vor unserer ersten Fahrt schwer. Klar, das neue Design macht einen riesigen Sprung – fast schon Premium, ohne zu dick aufzutragen. Und dass der große Skoda schlecht fahren würde, hat eigentlich auch keiner erwartet; stammt die Basis doch aus dem Wolfsburger Bruder Passat, der sich in Vergleichstests extrem gut geschlagen hat.

Spannende Frage also: Kann der neue Superb mit dem Passat und vielleicht sogar dem Audi A4 aus dem eigenen Konzern mithalten? Oder musste Skoda wie in der Vergangenheit einen Respektabstand einhalten? Schon auf den ersten Metern wird klar: Yes, he can! Denn die Tschechen haben ihrem Flaggschiff als erstes Modell ein verstellbares Fahrwerk für 910 Euro Aufpreis spendiert. Und das sollten sich die Superb-Käufer auf jeden Fall gönnen. Im Komfortmodus gleitet der große Skoda derart flauschig über alle Unebenheiten, dass er zum neuen Komfort-Maßstab in der Mittelklasse werden dürfte. Die Abstimmung ähnelt stark der des VW Passat – kein Wunder, stammt doch die Technik aus Wolfsburg. Weil der Superb aber einen fünf Zentimeter längeren Radstand besitzt, bügelt er vor allem lange Wellen deutlich besser aus.

Skoda Superb (Autosalon Genf): Sitzprobe

Skoda Superb Skoda Superb Skoda Superb

Gute Materialanmutung im Cockpit, verstellbares Fahrwerk für 910 Euro Aufpreis.

Aber der Skoda kann auch anders. Im Sport-Modus macht Kurvenräubern richtig Spaß, auch wegen der feinfühligen Lenkung. Dazu passt der neue 190-PS-Diesel, der für unsere erste Testfahrt bereit stand. Schon knapp über der Leerlaufdrehzahl packt der Vierzylinder kräftig zu, kann die leichte Anfahrschwäche, die aufgeladene Motoren in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe sonst häufig haben, gut kaschieren. Selbst bei hohen Drehzahlen bleibt der TDI gut gedämmt im Hintergrund – und extrem sparsam. Weil Skoda das Leergewicht um rund 90 Kilo gegenüber dem Vorgänger gesenkt hat, kommt der Superb auf dem Papier mit 4,5 l je 100 km aus, in der Praxis dürfte er sich mit unter sechs Litern bewegen lassen.

Große Heckklappe und viel Platz im Fond

Ordentlich Platz in der Hütte: Da stößt selbst unser Zwei-Meter-Mann Voswinkel nirgends an.

Also alles neu beim neuen Superb? Nicht ganz. Zwar hat Skoda die Schwächen des alten Modells konsequent beseitigt – die Stärken jedoch beibehalten. Vor allem das Raumangebot bleibt überragend. Im Fond bietet der Superb ähnlich viel Platz wie eine Mercedes S-Klasse, dank der um fünf Zentimeter gewachsenen Breite kommen sich die Schultern der Passagiere nun auch nicht mehr in die Quere. Beim Öffnen der Heckklappe ist man schnell versucht, "Hallo, Echo!" zu rufen. Stolze 625 Liter passen in den Superb, das sind rund 50 Liter oder ein großer Koffer mehr als bei der Passat Limousine. Und weil der Superb anders als die Konkurrenten aus dem Konzern über eine große Heckklappe verfügt, passen auch sperrige Gegenstände locker ins Heck. Dass der viel beliebtere Kombi erst im Herbst startet, lässt sich so fast verschmerzen.

Skoda Superb (Genf 2015): Preise

Skoda Superb Skoda Superb Skoda Superb
Bleiben die Preise. Wer denkt, dass  Skoda angesichts der Qualitäten des Superb abhebt, wird angenehm überrascht. Die Limousine startet bei 24.590 Euro, das sind rund 2000 Euro weniger, als ein Passat kostet. Und liegt auf dem Niveau des Vorgängers, obwohl viel mehr Technik und Feinschliff im Superb stecken. So gesehen hat sich der große Skoda seine Vorschusslorbeeren durchaus verdient. 
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Gute Fahreigenschaften, viel Komfort und Platz – der Superb hat deutlich zugelegt. Trotzdem bleiben die Tschechen bei den Preisen angenehm volkstümlich. Ein großer Wurf!

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