Smart fortwo (2014): Vorstellung

— 24.10.2013

So kommt der neue Smart

Der neue Smart fortwo steht in den Startlöchern. Länger wird er nicht, der Kurze. Zum Glück auch nicht teurer. Dafür aber deutlich breiter, komfortabler und praktischer.

Es herrscht wieder hektische Betriebsamkeit in der alten Smart-City Böblingen. Dort, wo vor knapp zwei Jahrzehnten die Geschichte des Smart begonnen hat, schreibt die Mercedes-Mannschaft gerade mit Hochdruck am nächsten Kapitel. Diesmal geht freilich kein Schweizer Uhrenpapst den Ingenieuren auf den Zeiger – beim Ur-Smart lieferte ja Swatch-Vater Nicolas Hayek die Grundidee. Nun sind es die Franzosen, die mitmischen: Daimler entwickelt die dritte Ge­neration des Bonsai-Benz in Kooperation mit Renault und verzahnt auch die Fertigung mit dem neuen Partner. So soll der ewige Verlust­bringer endlich schwarze Zahlen schreiben.  

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Die Tridion-Sicherheitszelle darf beim neuen fortwo nicht fehlen. Zehn Zentimeter mehr Außenbreite versprechen mehr Bewegungsfreiheit im Innenraum.

"Doch der Smart bleibt ein Smart", beruhigt Markenchefin Annette Winkler bei jeder Gele­genheit. Gewissheit wird es erst im nächsten Sommer geben, wenn die neue Baureihe C453 enthüllt wird. Die Chancen stehen gut. Der neue Smart wird sich – im Prinzip zumindest – treu bleiben. Er bleibt ultrakurz (2,69 Meter), ebenso werden wir die farblich abgesetzte Tridion-Sicherheitszelle und den Dreizylinder im Heck wiederfinden. Sonst allerdings ist fast alles neu am Mini-Mercedes. So wird der Smart künftig richtig er­wachsen aussehen. Sein neues Gesicht soll ihm mehr Respekt verschaffen, für den Fußgänger­schutz bekommt er einen kleinen Vorbau und an den Hüften leistet er sich sogar etwas Schwung. Dazu gibt es hinten weiterhin die zweigeteilte Klappe und überall die Honigwaben, die es den Designern so angetan haben: ganz groß im Grill, ganz klein als Prägung auf den Rückleuchten und ausgefräst als Abdeckung auf den Lautsprechern im Innenraum.

Der Smart geht in die Breite

Die wichtigste formale Änderung ist aber die größere Spur. Weil der Smart zehn Zentimeter in die Breite geht, wirkt er stämmiger, mehr wie ein richtiges Auto eben. Außerdem soll die neue Breite dem Komfort und der Fahrstabilität zugu­te kommen. Ebenfalls im Lastenheft verankert steht der Wunsch nach mehr Fahrspaß. Dafür sollen erstarkte Motoren (wieder mit drei Zylin­dern, aber diesmal ohne Diesel), ein verbessertes Kurvenverhalten sowie der Wechsel auf sanfte Doppelkupplungsgetriebe sorgen. Der ganze Stolz der Schwaben aber ist der rekordverdäch­tige Wendekreis von nur 7,50 Meter, ganze 1,25 Meter weniger als heute.

Innen bleibt es kunterbunt

Eine SUV-ähnliche Variante des Viertürers soll dem Trend zum höher gesetzten Auto gerecht werden.

Vom Plus an Breite profitiert natürlich auch der Innenraum. Die Zeiten zwanghafter Tuchfühlung mit dem Nebenmann dürfte mit dem neuen Format vorbei sein. Zukunft hat dagegen die Farbenfreude, die sich der Smart noch aus seiner Zeit als Swatch-Auto bewahrt hat. Vier Interieur-Welten mit bunten Türtafeln, Stoffbezügen im Cockpit und passenden Hintergrundfarben auf dem großen Touchscreen sind geplant. Dazu gibt es einen riesigen Tachoring über dem zweiten Display hinter dem Lenkrad sowie links einen Drehzahlmesser und in der Mitte zwei Luftausströmer, die wie Blumen aus dem Armaturenbrett wachsen. Bei aller Sparsamkeit leisten sich die Schwaben sogar ein paar kleine Extrawürstchen, die man sonst nirgends findet. Die Klimaanlage zum Bei­spiel wird mit einem verchromten Schieber ge­steuert, der wie eine Lupe über die Temperatur­skala gleitet. Und aus der Mittelkonsole lässt sich unter dem Schaltknüppel eine kleine Geheim­schublade herausziehen.  

Der Viertürer gibt optisch den Zwilling

Vorn Smart, hinten Smart, dazwischen knapp 70 Zentimeter mehr Auto: Der neue Viertürer soll etwa 3,50 Meter lang werden.

Und dann gibt es da ja noch diese ganz große Neuheit, die eigentlich ja gar keine ist, weil es sie schon mal gab. Wir sprechen vom Viertürer. Er soll eine Alternative zu Fiat 500, Opel Adam oder VW Up werden und zugleich die Erinnerung an den glücklosen Forfour der ersten Generation auslöschen.  Weil dieser halbherzige Ableger des Mitsubishi Colt bei Smart noch jedermann eine flammende War­nung ist, wurde der neue Viertürer zusammen mit dem neuen fortwo konsequent auf Zwilling getrimmt: Von vorn betrachtet werden sich die beiden Modelle kaum unterscheiden. Und auch hinten geben sie sich nicht viel. Nur in der Seitenansicht lassen sie sich natürlich sofort auseinanderhalten. Schließlich haben die Entwick­ler den Wagen auf 3,50 Meter gestreckt und noch eine zweite Tür in die markante Sicherheitszelle ge­quetscht.  

Was soll der Viertürer kosten?

Die ist zwar ziemlich schmal, öff­net sich dafür aber um fast 90 Grad und erleichtert so auch Erwachse­nen den Zustieg zu einem Fond, der unvermutet geräumig sein soll. Dort finden künftige Smart-Be­nutzer besonders clever konzipierte Rücksitze vor: Mit einem Zug lassen sich die Sitzkissen umdrehen, auf den Boden klappen und flach legen. Wenn man dann auch noch die be­wegliche Mittelkonsole zur Seite packt oder gleich ganz daheim lässt, langt der Fondraum auch für ein (kleineres) Fahrrad – auf jeden Fall aber für ein größeres Möbelpaket. Und wer keinen Bedarf an den Hightech-Klappstühlen hat, der kann die zweigeteilte Rücklehne umlegen. Dann hat der Smart auch eine ebene Ladefläche, die wegen des Heckmotors allerdings ein we­nig höher liegt. Kopfzerbrechen dürfte den Schwaben noch die Preisfindung machen. Der Fortwo ist und bleibt allein auf weiter Flur, was sich in den stolzen Preisen niederschlägt. Schon heute sind für den Winzling mindestens 10.336 Euro fällig. Enger wird es da schon für den Viertürer, der in eine gut besetzte Klasse vorstößt und sich deshalb eng an die Preisgestaltung der Konkurrenz halten dürfte. Die aber ist kaum teurer als der Smart-Zweitürer.

Smart fourjoy ed: IAA 2013

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Kniffliges Problem also und intern noch keineswegs gelöst. Wer für den kleinen aus der Smart-Fabrik in Hambach knapp unter 11.000 und für den großen aus dem Renault-Werk in Slowenien knapp über 12.000 Euro einplant, der wird so verkehrt nicht liegen. Smart wie eh und je, neuerdings ein bisschen sexy und in vielen Details auch richtig clever, so soll der kleine Smart endlich auch in eine große Zukunft fahren. Das aktuelle Modell wird damit aber längst noch nicht zur Vergangenheit gehören. Im Gegenteil: Weil es in der Kooperation mit Renault für den Elektroantrieb keine Kapazität und für das Cabrio keine Mehrheit gab, laufen diese beiden Varianten des Smart fürs Erste weiter. In alter Form mit neuem Schwung.

Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Die ersten beiden Generationen gefielen hauptsächlich, weil sie anders und mutig waren. Künftig soll der Smart auch als Auto überzeugen. Wir dürfen gespannt sein.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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