So funktioniert Smart-Repair

Smart-Repair Smart-Repair

Smart-Repair

— 23.08.2016

Reparieren statt tauschen

Vom Beulendrücken bis zum Scheibenflicken – Smart-Repair geht fix und spart viel Geld. Lesen Sie, wie viele Möglichkeiten es gibt und wie sehr sich die smarte Reparatur lohnen kann.

Ein Kratzer im Lack, eine Delle in der Tür oder auch Schrammen an der Alufelge – diese und ähnliche Beschädigungen am Auto sind nervig, ihre Beseitigung muss aber nicht immer teuer sein. Die günstigste Option heißt natürlich Selbermachen. Für ein (beinahe) perfektes Resultat heißt die professionelle und ebenfalls noch günstige Alternative zur herkömmlichen Reparatur Smart-Repair. Smart-Repair, oder auch Spot-Repair wird von großen Werkstätten ebenso angeboten wie von kleinen Spezialbetrieben. Doch was versteckt sich hinter der "schlauen" Reparatur, und in welchen Fällen stößt sie an ihre Grenzen?
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Smart-Repair wird bei kleineren Schäden angewandt

Prinzipiell kann jeder Betrieb den nicht geschützten Begriff Smart-Repair verwenden. Im Allgemeinen versteht man darunter, dass ein Schaden mit dem kleinstmöglichen Aufwand und daher auch mit möglichst geringen Kosten repariert wird. In den meisten Fällen geht es dabei um die Beseitigung von Schrammen und Dellen. Hier entscheidet der ausführende Betrieb, ob Smart-Repair möglich ist. Dabei gibt es ein paar Sonderfälle. So schließen viele Werkstätten ein Ausbeulen oder Teillackieren aus, wenn das Auto in Flip-Flop-Lack oder Goldmetallic lackiert ist. Gleiches gilt für Roststellen. Und auch liegende Flächen wie die Motorhaube oder das Dach scheiden aus. Generell darf die beschädigte Stelle nicht zu groß sein. Bei einem Kratzer, der sich zum Beispiel über den gesamten Kotflügel zieht, wird meist das ganze Bauteil lackiert.

Spot-Repair nimmt Kratzern den Schrecken

Diese kleinen Kratzer lassen sich mittels Spot-Repair gut beheben. Schäden mit einem Durchmesser von mehr als 25 Zentimetern scheiden dagegen aus.

Eigentlich selbstverständlich müsste es sein, dass kleinere Kratzer an der Karosserie punktuell ausgebessert werden. Doch die Praxis sieht anders aus. Allzu schnell werden etwa Stoßfänger nach dem Kontakt mit einer Parkhauswand einfach komplett getauscht und kostenintensiv neu lackiert. Das muss nicht sein. Hier greift das Spot-Repair (engl. für Punkt-Reparatur) – eine Unterkategorie von Smart-Repair. Dabei wird nur die beschädigte Stelle – der Punkt – repariert. Tiefe Kratzer werden aufgefüllt, die Oberfläche wird glatt geschliffen und poliert. Besonders schwierig beim Spot-Repair ist die punktuelle Neulackierung, die natürlich nicht auffallen darf. Speziell bei älteren Fahrzeugen ein Problem, da hier der Lack mit der Zeit verwittert ist und daher die Original-Farbe nicht weiterhilft. Profis arbeiten hier mit einer computergestützten Kamera, die den aktuellen Farbton des Wagens analysiert. So lässt sich mittels eines speziellen Mischsystems die exakte Farbe anmischen.

Spot-Repair Schritt für Schritt

Die Vorteile von Spot-Repair sind nicht nur ein kurzer Werkstattaufenthalt und geringere Kosten. Da keine Teile getauscht werden, ist die Arbeit auch umweltfreundlicher. Einige Unternehmen bieten sogar einen mobilen Service an, sodass der Werkstattaufenthalt komplett entfällt.

Dellen werden herausgedrückt oder -massiert

Viele Beulen können von innen herausgedrückt werden. Dafür haben die Profis Spezialwerkzeug.

Dellen "ziehen" und "massieren" Smart-Repair-Profis mittels Spezialwerkzeug heraus, in den meisten Fällen ist nach der Arbeit nichts mehr von dem Schaden zu erkennen. Die Kostenersparnis liegt hier nicht selten bei mehreren 100 Euro. Sitzt die Delle aber auf einer Kante oder Rundung, muss auch hier weiter ausgeholt werden. Je nach Stelle müssen zum Beispiel Stahlstifte angeschweißt werden, mit deren Hilfe dann die Beule herausgezogen wird. Anschließend wird der Bereich kleinflächig neu lackiert. Selbst diese aufwändige Art der Smart-Repair kann aber noch deutlich billiger sein, als ein unlackiertes Neuteil zu kaufen und es lackieren und einbauen zu lassen.

Selbst ein Brandloch im Sitzbezug ist für einen Smart-Repair-Profi kein Problem. Los geht es bei etwa 50 Euro.

Auch Löcher in Sitzbezug oder Armaturenbrett verlieren dank Smart-Repair ihren Schrecken. Vor allem durch Zigarettenglut verursachte Brandlöcher in Autositz, Armaturenbrett oder Mittelkonsole können Autofahrer sehr viel Geld kosten, wenn das betroffene Teil getauscht wird. Allein der Ausbau des Armaturenbretts dauert einige Stunden, was sich natürlich im Preis der Reparatur widerspiegelt. Smart-Repair-Anbieter, die sich auf solche Schäden spezialisiert haben, rücken den Löchern meist mit Skalpell, Füllmasse und Sprühpistole zu Leibe. Fingerspitzengefühl ist hier mindestens ebenso gefordert, wie das richtige Equipment.

Vorsicht bei der Reparatur von Alufelgen

Aus alt mach neu: Zerschrammte Alufelgen können in vielen Fällen repariert werden.

Im Falle einer angeschrammten Alufelge, die fast immer einige 100 Euro gekostet hat, wird beim Smart-Repair nicht etwa die komplette Felge getauscht, sondern der beschädigte Bereich ausgebessert und optisch in den Ausgangzustand zurückversetzt. Allerdings sind dieser Form des Smart-Repair klare Grenzen gesetzt. Sollte der entstandene Schaden zu tief sein, sich sogar Risse bilden, hilft nur die Anschaffung einer neuen Felge. Die Gefahr, dass die Felge während der Fahrt bricht, ist einfach zu groß. Im Zweifel hilft hier der kurze Besuch beim TÜV, um die beschädigte Felge begutachten zu lassen.
Alufelgen-Reparatur: Nicht alles ist erlaubt

Windschutzscheibe: Kleine Steinschlaglöcher sind kein Problem

Befindet sich der Kratzer auf der Windschutzscheibe nicht im Sichtfeld, kann er ausgebessert werden.

Ähnlich problematisch ist eine Reparatur der Windschutzscheibe. Auch hier kann etwa ein Steinschlag prinzipiell schnell und kostengünstig behandelt werden. Wenn sich der Schaden außerhalb des Sichtfeldes des Fahrers befindet und wenn er nicht zu groß ist, kann mittels aufgebrachtem Kunstharz und UV-Licht das Loch ausgebessert werden. Bei oberflächlichen Kratzern reicht oft sogar schon ein Abschleifen und anschließendes Polieren. Ob repariert werden kann, oder doch die ganze Scheibe getauscht werden muss, entscheidet in jedem Fall der Fachmann.
Übersicht: Alles zum Thema Reparatur und Technik

Kosten sind vorab schwer zu kalkulieren

Viele Betriebe die Smartrepair anbieten, weisen auf ihren Websites Preislisten aus. Die angegebenen Preise sind in der Regel als Minimum zu verstehen. Denn viele Schäden sind zu individuell, als dass sich die Kosten für die Beseitigung vorab einschätzen lassen. Daher sollte man das Auto beim Fachbetrieb vorführen. Nach der Begutachtung kann der Experte dem Kunden in der Regel einen ziemlich konkreten Preis für die anstehenden Arbeiten nennen. Einen groben Preisüberblick soll die folgende Tabelle liefern.
Preis-Beispiele Smartrepair:
Reparatur Kosten
Delle entfernen ab etwa 60 Euro
Kratzer entfernen ab etwa 40 Euro
Loch in Sitzbezug (Stoff) beseitigen ab etwa 50 Euro
Loch in Sitzbezug (Leder) beseitigen ab etwa 80 Euro
Kunststoff-Reparatur ab etwa 60 Euro
Schaden in Windschutzscheibe ausbessern ab etwa 80 Euro
Schrammen in Alufelge beseitigen ab etwa 30 Euro

ADAC: Nicht alle Betriebe sind gleich gut

Aber Vorsicht. Nicht alle Betriebe, die Smart-Repair anbieten, liefern ein gutes Ergebnis ab. Ein Vergleichstest des ADAC bei 20 Betrieben ergab, dass es große Unterschiede bei der Qualität der erbrachten Leistung und beim Preis gibt. Vor allem beim Beseitigen von Kratzern zeigten einige Betriebe teils gravierende Schwächen. Dellen bekamen hingegen fast alle beurteilten Firmen rückstandslos raus.

Smart-Repair: Reparieren statt tauschen

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Autor: Jan Kriebel

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