Sommerreifen-Test 2013: 235/65 R 17

— 14.03.2013

Sommerreifen für SUVs

Das Format 235/65 R 17 ist für sehr viele aktuelle und gebrauchte Allradler freigegeben. AUTO BILD ALLRAD hat neun Sommerreifen dieser Dimension getestet. Mit von der Partie: ein No-Name-Billigreifen aus Südkorea.

In manchen Reifendimensionen für Geländewagen und SUV finden sich mühsam drei Reifentypen, in anderen gleich 30 oder noch mehr. Wie kommt es dazu? Ganz einfach: Die Reifenhersteller wollen möglichst viele Reifen verkaufen und richten ihr Angebot deshalb verständlicherweise an stark gefragten Autotypen aus. Viele verkaufte Autos gleich viele verkaufte Reifen. So gesehen ist es kein Wunder, dass das Angebot in der dieses Mal getesteten Dimension 235/65 R 17 wirklich riesig ist. Mehr als 50 Reifentypen buhlen hier um die Gunst des Allradfahrers. Denn diese Reifendimension ist freigegeben für sehr viele aktuelle und gebrauchte Allradler: Mittelgroße wie Audi Q5 und Land Rover Freelander, vor allem aber große Typen wie Mercedes M-Klasse, BMW X5 oder Volvo XC 90 rollen auf dieser oder ähnlichen Dimensionen.

Im Überblick: Alles zum Thema Sommerreifen

Neun Sommerreifen mussten diesmal antreten. Mit dabei waren wieder Reifen aus aller Herren Länder: aus Deutschland der Continental, aus Italien der Pirelli, aus Japan der Bridgestone, aus Finnland der Nokian, aus Frankreich der Michelin, aus den Vereinigten Staaten der Cooper, ebenfalls aus Deutschland der Dunlop und aus den Niederlanden der Vredestein. Diese auch bei uns recht bekannte Marke mit Sitz in Enschede schlüpfte 2009 unter das Dach des indischen Reifenriesen Apollo, nachdem die Holländer zuvor vier Jahre lang Investitionsgeld beim russischen Amtel-Konzern gesucht hatten. Die Russen gingen jedoch Pleite. Die neunte und exotischste Reifenmarke in unserem diesjährigen Teilnehmerfeld ist Roadstone, eine junge No-Name-Marke aus Südkorea. Dahinter steckt der Reifenhersteller Nexen, der nach Hankook und Kumho drittgrößte Reifenproduzent in Südkorea. So ein Roadstone ist in der getesteten Dimension bereits für rund 145 Euro zu haben, während die teuersten Reifen in diesem Test (Dunlop und Pirelli) bis zu 180 Euro kosten.

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Guter Grip im Gelände? Um das herauszufinden, geht es mit den Testreifen auch auf die Schotterpiste.

Beim Kauf eines Satzes Sommerreifen könnte man also insgesamt immerhin etwa 140 Euro sparen. Die Frage ist nur: Sollte man hier zugreifen, um den Geldbeutel zu schonen? Oder geht das zu sehr auf Kosten der Fahrsicherheit? Bei den zunächst anstehenden Geländetests macht der billige Roadstone eine gute Figur. Bei der Zugkraftmessung auf feuchtem Gras und auch auf Sand glänzt er sogar mit der jeweiligen Bestmarke. Mit Kies, aber vor allem mit Schlamm kommt er indes weniger gut zurecht. Dagegen überrascht gerade im Schlamm die ordentliche Traktion des Pirelli Scorpion Verde, der hier weit mehr als das Doppelte der Zugkraft des finnischen Nokian aufbringt. Der kommt mit dem schlammigen Untergrund gar nicht klar. Sein Profil setzt sich sofort mit Erdreich zu, was auch kaum wieder aus dem Profil herausgeschleudert werden kann.

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Wie so oft, ergeben sich bei unseren harten Straßentests ganz andere Rangfolgen. Besonders sicherheitsrelevant sind dabei die Bremsprüfungen auf nasser und trockener Fahrbahn sowie die Aquaplaningtests. Ein einheitliches Bild zeigt sich hier nicht. Denn bei plötzlich auftretenden Wasserlachen erweisen sich vor allem Vredestein und Bridgestone als besonders unempfindlich. Für diese beiden reicht es aber beim Bremstest auf nasser Fahrbahn nur zu durchschnittlichen Noten. Bei diesem Bremstest aus Tempo 100 kommt der mit Vredestein oder Bridgestone bereifte Testwagen rund zehn Meter später zum Stehen als der hier sensationell gut bremsende Continental. Dass es aber noch deutlich schlechter geht als mit Vredestein und Bridgestone, zeigt der Nass-Bremstest des Nokian und vor allem des Billigreifens Roadstone. Mit 56,6 Meter Bremsweg rutscht der Korea-Pneu erschreckende 15,7 Meter weiter als der Beste in dieser Disziplin, der Continental. Mit dieser Fehlleistung in Sachen Sicherheit disqualifiziert sich der No-Name-Reifen endgültig für eine Empfehlung.

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Aber es zeigen sich noch mehr Mängel: Auch beim Aquaplaning und beim Kurven-Nassgriff liegt der Sommerreifen von Roadstone erneut auf den hintersten Plätzen. Ja, sogar bei Trockenheit missfällt er, hier mit ebenfalls zu langem Bremsweg und überdies in Kurven mit schwammiger Lenkreaktion sowie schmalem Grenzbereich zwischen Haften und Rutschen. Für präzises Handling und kurze Bremswege sind dagegen allein die Sommerreifen der gehobenen Preisklasse zuständig. Continental, Pirelli und Dunlop leisten sich bei den Straßendisziplinen keine Ausrutscher – mit einer Ausnahme: Der sonst rundum überzeugende Conti erwies sich als überdurchschnittlich empfindlich gegenüber tiefen Wasserlachen in Kurven. Eine alternative Talentverteilung zeigt der Michelin. Der französische Hersteller legt traditionell viel Wert auf geringen Rollwiderstand und damit niedrigen Kraftstoffverbrauch, zudem auf eine hohe Laufleistung. So zeigte sich auch bei diesen Tests, dass der Michelin die Strapazen nicht nur mit weniger Profilverlust wegsteckt, sondern auch mit dem niedrigsten Rollwiderstand auffällt.

Oben in der Bildergalerie sehen Sie die Testergebnisse in Kürze. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es in der AUTO BILD Allrad 4/2013 oder im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Wer will haften?

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Sommerreifen im Format 235/65 R 17

Veröffentlicht:

14.03.2013

Preis:

2,00 €

Dierk Möller-Sonntag

Dierk Möller-Sonntag

Fazit

Vier No-Name-Reifen für einen großen Offroader? Gut, das spart zwar bis zu 140 Euro pro Reifensatz, aber die Sicherheit leidet darunter beträchtlich, wie unser Test beweist. Mit solchen Billigpneus bremsen selbst modernste Offroader besonders auf nasser Fahrbahn wie Oldtimer aus den 1960er-Jahren. Der Sicherheitsgewinn ist auf guten Reifen dagegen eklatant und ist den vergleichsweise geringen Mehrpreis unter allen Umständen wert.

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