Test Audi TT 2.0 TFSI/Abt TT-iS

Abt TT-iS – Audi TT 2.0 TFSI Abt TT-iS – Audi TT 2.0 TFSI

Test Audi TT 2.0 TFSI/Abt TT-iS

— 09.07.2007

So teuer kann sparen sein

Turbodruck und Trinkmanieren: der Abt TT besitzt beides. Ist der Sparer vom Tuner damit auch besser als der TT von der Stange?

Mehr Leistung bei geringerem Verbrauch – das klingt ziemlich paradox. Aber genau das verspricht Tuner Abt für die 2.0-TFSI-Motoren aus dem VW-Konzern. Seine Optimierung trägt das Kürzel IS – "intelligent Sport". Abts Rezept: PS-Zahlen und Drehmomentkurve rauf, Durst runter. Theoretisch ist das Quatsch. Denn zusätzliche Leistung frisst zusätzlich Energie – so schlicht die Physik. In der Praxis sieht es anders aus. Denn neben dem elektronischen Motortuning nimmt sich Abt auch die Getriebe-Übersetzung vor, senkt dadurch die Drehzahlen in den Gängen drei bis sechs. Was wiederum bedeutet, der Verbrauch fällt mit sinkenden Motortouren. Wie viel das wirklich bringt, haben wir getestet. Ein serienmäßiger Audi TT 2.0 TFSI mit 200 PS tritt an gegen einen Abt TT-iS. So viel vorab: Der Abt TT spart tatsächlich. Auf unserer Normrunde genehmigt sich der getunte Audi immerhin 0,8 Liter weniger Sprit als der Werks-TT.

Mehr Leistung, weniger Drehzahl

Verbrauchsvorteil: Gegenüber der Serienversion spart der Abt 0,8 Liter.

Getankt haben wir Super plus – weil Audi das für den 2.0 TFSI vorschreibt und weil der Abt mit dieser Sorte die beste Leistung erzielt. Auf dem Datenblatt des TTiS stehen 240 PS und 330 Newtonmeter. Abts Plan: Die 40 zusätzlichen PS und die 50 weiteren Nm mehr Drehmoment sollen den Nachteil der längeren Getriebeübersetzung kompensieren. In unserem Vergleich geht diese Rechnung nicht komplett auf. Der Abt sprintet dank der Mehrleistung schneller, zieht aber wegen des niedrigen Drehzahlniveaus nicht so beherzt duch wie der Werks-Audi.

Kein Wunder, denn der Abt dreht zum Beispiel bei Tempo 100 im sechsten Gang rund 500 Touren weniger als der 2.0 TFSI, reagiert entsprechend zurückhaltender aufs Gas. Von Tempo 80 bis 120 ist er vier Sekunden langsamer als der Serien-TT – eine Welt in dieser Klasse. Noch verhaltener – aber auch nochmals sparsamer – läuft der Abt, wenn er mit Normalbenzin betankt wird.

Bis man wirklich spart, dauert es acht Jahre

Dann stellt sich das Steuergerät auf die niedrigere Oktanzahl ein. Ergebnis: 200 PS und 8,6 (statt 8,8) Liter Verbrauch. Respekt. Aber leider nur ein Argument fürs grüne Gewissen, denn dem Spareffekt des iS stehen 2950 Euro Umrüstkosten gegenüber. Beim maximalen Sparvorteil von einem Liter zuzüglich zwölf Cent Preisdifferenz pro Liter Super plus dauert es zu lange, bis sich Abts Spartrick im Portemonnaie bemerkbar macht. In Zahlen: Bei rund 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung rentiert sich ein Abt TT-iS erst nach acht Jahren. Schade um die gute Idee: Sie ist paradox – wenn auch nur aus finanzieller Sicht.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn

Auch wenn die Spartaktik des TT-iS in Euro und Cent berechnet keine Sensation ist, technisch geht Abt mit dem Tuning ohne Reue den richtigen Weg. Ein TT mit mehr als 200 PS, der nur Normalsprit braucht – das macht Laune und ist doch korrekt. Vorausgesetzt, der getunte Motor hält auf Dauer.

Autor: Jan Horn

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