Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

— 15.05.2006

Sehen Sie genau hin!

Selbst der günstigste Gebrauchte kann teuer werden, wenn der Käufer ein paar Grundregeln nicht beachtet. AUTO BILD zeigt Ihnen, welche.

Ist der Verkäufer seriös?

In der Ruhe liegt die Kraft – besonders beim Gebrauchtwagenkauf. 8330 Euro gab der Deutsche im vorigen Jahr durchschnittlich für ein Fahrzeug mit mindestens einem Vorbesitzer aus. Eine stolze Summe, doch nur die wenigsten Käufer bereiten sich auf diese teure Investition gründlich vor. Dabei bieten Internetportale wie www.autobild.de alle nötigen Informationen, vom europaweiten Kostenvergleich bis zum eigenen Gebrauchtwagenmarkt. Und die Gebrauchtwagen-Bewertung erlaubt eine Kontrolle, ob die geforderten Preise überhaupt realistisch sind.

Dann heißt es, eine Vorauswahl zu treffen. Wir empfehlen, nicht mehr als drei Fahrzeuge in die engere Wahl zu nehmen – sonst wird's unübersichtlich. Also ran ans Telefon, Informationen einholen. Dabei stets vergleichen: Stimmen Kilometerstand, Anzahl der Vorbesitzer und Angaben über Vorschäden mit den Daten im Inserat überein?

Vor allem: Ist die Person am Telefon ein Händler oder der Eigentümer? Oder kommen Ausflüchte wie: "Ich verkaufe den für einen Kumpel." Dann handelt es sich meistens um Händler, die mit der Privat-Masche die Gewährleistungspflicht zu umgehen versuchen. Oder Hobby-Höker, die einen schnellen Euro machen wollen. Denn Sie würden ja auch nicht Ihren Nachbarn bitte, Ihr Auto in Ihrem Auftrag zu verkaufen, oder?

Viel Zeit und gutes Wetter

Ist bis zu diesem Punkt alles in Ordnung, wird es spannend. Denn nun kommt ein Blind Date mit dem Objekt der Begierde – die Besichtigung. Und wieder heißt es vergleichen: Stimmen die Angaben wie oben immer noch? Kann der Anbieter den Fahrzeugbrief oder bei Wagen, die nach dem 1. Oktober 2005 zugelassen oder schon einmal umgemeldet wurden, die Zulassungsbescheinigung II vorweisen, die ihn als Eigentümer bestätigen? Und passen diese zum Fahrzeug, stimmen die Fahrgestellnummern überein, ist der Wartungsnachweis lückenlos geführt?

Dafür gilt es, Zeit einzuplanen. Mindestens zwei Stunden. Und gutes Wetter. Denn nur wenige Dinge nerven mehr als ein Autokauf im Regen. Schließlich muß die Begutachtung draußen stattfinden, der besseren Beleuchtung wegen. Und Regen würde jeden Lackfehler, jede kleine Delle gnädig verdecken, die Entlarvung eines verdeckten Unfallschadens unmöglich machen.

Doch genau darauf kommt es an. Und auf die Probefahrt. Erst wenn die ohne Probleme verläuft und auch die Preisverhandlungen zu einem für Käufer wie Verkäufer gleichermaßen akzeptablen Ergebnis kommen, geht es ans Bezahlen. Für den Kauf von Privat gilt: Bargeld gegen Fahrzeugbrief. Und nicht vergessen, den genauen Zeitpunkt der Übergabe auf dem Kaufvertrag zu vermerken – den Kaufvertrag gibt es hier gratis zum Ausdrucken.

Ist das Fahrzeug noch zugelassen, kann der Käufer anschließend damit nach Hause fahren. Wir raten aber davon ab. Denn im Schadenfall ist der SF-Rabatt des Verkäufers gefährdet. Tipp: Das Auto deshalb immer nur abgemeldet verkaufen. Dann gibt es auch keine Probleme wegen einer vergessenen Ummeldung.

Unverzichtbar: die Probefahrt

Der Wunsch-Kandidat ist nicht mehr zugelassen? An Kurzzeit- oder rote Kennzeichen hat der Verkäufer nicht gedacht? Schade, aber dann wird nichts aus dem Geschäft. Denn ohne Probefahrt läuft gar nichts beim Gebrauchtwagenkauf. Und damit meinen wir nicht ein bisschen herumrollen in der Einfahrt, sondern eine Strecke von mehreren Kilometern – wenn möglich auch mit einem Stück Autobahn. Denn manche Defekte an Rädern, Reifen oder Stoßdämpfern offenbaren sich erst bei Geschwindigkeiten ab 110 km/h, das verbietet sich auf der Landstraße von selbst.

Für die ganze Fahrt gilt: Ruhe bewahren. Radio und Verkäufer haben Sendepause. Schließlich muss sich der Käufer am Steuer voll konzentrieren, alle Verbraucher ausprobieren und Geräusche richtig einordnen. Wichtig: Lenkung, Kupplung und Schaltung müssen problemlos funktionieren. Auf gerader Straße darf der Wagen nicht zur Seite ziehen, auch beim Bremsen muss er sauber in der Spur bleiben. Und nach der Probefahrt ruhig noch mal unterm Auto nachsehen, ob nirgendwo Flüssigkeit tropft.

Hilfe von Experten Ganz klar: Selbst der belesene Laie kann nicht das Wissen eines Sachverständigen haben, schon gar nicht dessen Erfahrung. Deshalb kann es nicht schaden, beim Kauf solch einen Experten zu Rate zu ziehen. Überwachungsvereine und Automobilclubs bieten dafür Gebrauchtwagen-Checks zu durchaus überlegenswerten Preisen an.

So hat der TÜV den "Vertrauens-Check" bereits ab 34,90 Euro im Programm, beim ADAC kostet eine ähnliche Aktion für Mitglieder ab 59 Euro (79 Euro für Nichtmitglieder). Das ist allemal billiger, als ein Fahrzeug mit einem Schaden zu kaufen, der anschließend teuer instand gesetzt werden muss. Nicht zu vergessen: Verweigert der Verkäufer die Fahrt zur Gebrauchtwagenprüfung, hat er mit ziemlicher Sicherheit etwas zu verbergen.

Autor: Hendrik Dieckmann

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