Top-Gear-Neuauflage bei der BBC

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Top-Gear-Neuauflage bei der BBC

— 23.05.2016

Evans beschimpft Publikum

Hinter den Kulissen von Top Gear rumpelt es kräftig weiter: Chef-Moderator Chris Evans hat laut britischen Medien sein Publikum beschimpft. Die Studiogäste sollten gefälligst über seine Witze lachen.

"Nicht die Arme verschränken!" "Schwarze Klamotten ausziehen!" "Nun seid doch mal ein bisschen lebendig und unterhaltet euch!" So hat Top-Gear-Chef Chris Evans laut britischen Medien jüngst bei Dreharbeiten im Studio das Publikum beschimpt. Als die Fans dann nicht über seine Witze lachten, rastete der erfahrene Moderator vollkommen aus und fluchte lauthals. Sein Gehalt kann sich im Gegensatz zu seinem Benehmen sehen lassen. Für jede Sendung bekommt Evans laut einem Bericht der Daily Mail 125.000 Pfund. Das sind etwa 162.000 Euro. Matt LeBlancs Einkünfte sind nicht mal halb so hoch. Ob das ein Grund für die angeblich so schlechte Stimmung zwischen den beiden ist?

Brad Pitt sagt Auftritt kurzfristig ab

Online-Voting

'Ihre Meinung zum neuen Top Gear-Team?'

In London steht Big Stig, Top Gears neun Meter hohe Skulptur des mysteriösen Rennfahrers im weißen Anzug, vor dem BBC-Gebäude und weist auf den Start der neuen Staffel hin. Der musste auf den 29. Mai verschoben werden, weil es hinter den Kulissen Probleme gibt. Hollywoodstar Brad Pitt, der wegen Dreharbeiten gerade in Großbritannien ist, hat seine Teilnahme an der ersten Folge aus Termingründen abgesagt. Der 52-Jährige sollte im bezahlbaren Kompakten eine schnelle Runde auf dem Testtrack der Sendung drehen. Als Ersatz hat Top Gear zwar offenbar Schauspieler Jesse Eisenberg verpflichten können, ein Promi-Schwergewicht wie Pitt ist der aus "The Social Network" bekannte Amerikaner aber nicht.

BBC Top Gear: Schwertransport von Stig-Statue

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Fans flüchten durch den Notausgang

Für noch mehr Ärger sorgen, so britische Medien weiter, die beiden Hauptmoderatoren. Die Dreharbeiten mit Publikum im Studio ziehen sich demnach stundenlang hin, weil Evans sich beim Sprechen verhaspelt und LeBlanc Schwierigkeiten hat, sich seinen Text zu merken. Angeblich sollen Fans sogar durch die Notausgänge des Aufnahmegebäudes geflüchtet sein, weil die Aufnahmen ständig wiederholt werden mussten. Das steht im Gegensatz zu den Bildern, die die folgende Extended-Version des Staffel-Trailers zeigt:
Jeremy Clarkson ist für den neuen Top-Gear-Chef Chris Evans ein Held. Das berichtete die britische Daily Mail vor kurzem und nahm Bezug auf ein Interview, das Evans dem Magazin GQ gegeben hat. Darin geht der neue Chefmoderator sowohl auf die messerscharfen Analysen Clarksons als auch auf seinen Witz und sein Talent ein, "einem Sechsjährigen komplizierte Zusammenhänge zu erklären". Dass Clarkson ausgerechnet wegen des tätlichen Angriffs auf einen Produzenten gefeuert wurde, kann Evans nicht verstehen. Schließlich habe es in seinen Augen zuvor bereits schlimmere Vorfälle gegeben. Clarkson war vor dem Angriff auf seinen Mitarbeiter mehrfach mit provokanten bis rassistischen Kommentaren und Respektlosigkeiten gegenüber anderen Nationen aufgefallen.

Evans ein Tyrann?

Chris Evans steht neben Top Gear selbst in der Kritik. Er gilt als Auslöser für viele Schwierigkeiten beim Neustart der Sendung. In den sozialen Medien wurde er von ehemaligen Mitarbeitern ins Visier genommen. Demnach sei er ein Tyrann, der seine Crew mit Absicht schikaniere, um die von ihm gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Unter den Kritikern ist laut der britischen Daily Mail auch Dan McGrath, der gemeinsam mit Evans früher beim Radio gearbeitet hat. McGrath ist der Ehemann von Lisa Clark, der Produzentin, die im Dezember 2015 nach nur wenigen Monaten ihren Job bei Top Gear hingeschmissen hatte. Andere Stimmen bezichtigen Evans sogar schlimmeren Verhaltens.

Der eine hat geschlagen, der andere schreit

Kultmoderator Jeremy Clarkson wurde entlassen, nachdem er einen Produzenten tätlich angegriffen hatte.

Zuerst sagte man dem Nachfolger des geschassten Jeremy Clarkson nach, ein Kontrollfreak zu sein. Dann hieß es in der Daily Mail, Evans ginge mit seinen Mitarbeitern ähnlich schlimm um wie Vorgänger Clarkson. Evans soll mit Temperatmentsausbrüchen hinter den Kulissen für Tränen sorgen. Insider berichten von reihenweise weinenden Mitarbeiter. Als möglichen Grund führen sie die Doppelbelastung aus Evans' Radio- und Fernsehjob an. Alles Quatsch, antwortete die BBC, das seien nur haltlose Gerüchte. Evans sei ein Vollblutmoderator, der mit ganzem Herzen bei der Sache sei, und sein Verhalten am Set sei nie unprofessionell gewesen.
Aufregung bei Top Gear: Evans würgt nach schneller Runde

LeBlanc in witzigem Teaser-Video

LeBlanc frisst Staub: In einem Teaser-Video zur Neuauflage von Top Gear setzt sich Moderator Matt LeBlanc hinter das Steuer des wilden Offroad-Boliden Ariel Nomad. Und hat zuerst arge Probleme, es überhaupt bis in den Fahrersitz zu schaffen. Dann kommt das, was kommen muss. Beim wilden Drift durch den Wüstensand weht ihm die eigene Staubwolke ins Cockpit und schminkt ihn tief-orange, nach seinem Spucken zu urteilen inklusive Mund- und Rachenraum. Doch LeBlanc hält sich tapfer, wischt sich kurz den Dreck aus dem Gesicht und fährt weiter.

Top-Gear-Trailer: LeBlanc frisst Staub

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Beinahe-Unfall in Südafrika, Schreck in Irland

Solche Bilder sehen Fans der Sendung mit Sicherheit lieber, als lesen zu müssen, dass LeBlanc bei den Dreharbeiten zur Neuauflage von Top Gear fast einen Kollegen überfahren hätte. Wie der "Mirror" berichtete, hatte sich ein Kameramann für Nahaufnahmen vor ein Auto gelegt und wurde von Le Blanc übersehen. Er wollte gerade losfahren, als ihn ein weiterer Kameramann durch lautes Schreien und energischen Winken noch stoppen konnte. LeBlanc soll nach dem Vorfall so aufgewühlt gewesen sein, dass er die weiteren Dreharbeiten für einige Stunden unterbrach. Im Zusammenhang mit einem anderen Dreh in Irland wird dem Amerikaner vorgeworfen, am Steuer seines Rolls-Royce zusammengezuckt zu sein wie ein kleines Mädchen, als ihm ein SUV entgegen kam.     

Holperiger Start für die neue Sendung   

Dass die Neuauflage der Sendung nicht ohne Holpern in Fahrt kommt, ist seit Monaten Thema in der Öffentlichkeit. Mal wird dem Team vorgeworfen, ohne Genehmigung zu drehen, mal schaffen es die Moderatoren erst gar nicht bis zur Location. Die Verantwortlichen hinter Top Gear zeigten im ersten Trailer zur neuen Staffel sogar Chris Evans' weltweit belächelte Würgattacke.
Dabei dürften sie sich gute Nachrichten mehr als alles andere wünschen. Noch kürzlich stand London Kopf, als Matt LeBlanc und Ken Block für Dreharbeiten der Neuauflage durch die Stadt drifteten. Sie drehten in der britischen Hauptstadt einige Runden um das berühmte Kriegsdenkmal "The Cenotaph", was der ehemalige Armeeoffizier Richard Kemp als "unerhörte Respektlosigkeit" bezeichnete. Auch der britische Finanzminister George Osborne äußerte noch während der Dreharbeiten seine Verärgerung.

BBC musste sich erneut entschuldigen

Rechts im Bild steht der Kenotaph, der an alle gefallenen britischen Soldaten erinnert. Unverkennbar sind die Reifenspuren auf der Straße.

Am 14. März 2016 folgte dann die Entschuldigung. Chris Evans, der neue Kopf der Top-Gear-Truppe, bedauerte die Aktion. In seiner BBC-Radioshow gab er zu, dass die Aktion "total respektlos" gewesen sei und das diese Aufnahmen nicht in der Episode ausgestrahlt würden. Das Denkmal steht für alle gefallenen Briten im Ersten und Zweiten Weltkrieg und folgender Kriege. Jedes Jahr am 11. November ehren neben dem Premierminister auch die Königin von Großbritannien und britische Veteranen die Soldaten mit einer Kranzniederlegung.
Altes Top-Gear-Trio dreht wieder: Clarkson und Co im SL-Bigfoot

Polizeieskorte für das Hoonicorn

Die gewaltige Aktion erforderte natürlich etliche Straßensperren in der Innenstadt von London, die sich über zwei Tage hinzogen. Sowohl die Tower Bridge als auch Straßen rund um das Parlament wurden für die Dreharbeiten abgesperrt. Fünf Motorrad-Polizisten eskortierten Block und LeBlanc im 845 PS starken Ford Mustang auf dem Weg durch die Stadt. Auch das empfand ein Teil der Briten als "not amusing". Über Zahlungen der BBC schweigt die Metropolitan Police.

100.000 Pfund aus den Taschen der Steuerzahler

Sechs Monate Planung steckten in dem Dreh und einen Teil der Kosten wälzte die BBC auf den Steuerzahler ab. Um die 100.000 Pfund soll das Drift-Spektakel an der Whitehall, einer der bekanntesten Straßen Großbritanniens, gekostet haben. Heikel: Laut der DailyMail hatte die Stadtverwaltung von Westminster der Filmcrew keine Drehgenehmigung erteilt.

Top Gear: Eklat um Kriegsdenkmal

Die Glorreichen Sieben: neue Moderatoren

Ein Team aus sieben Moderatoren soll künftig durch die Sendung führen. 

Erst Mitte Februar 2016 hatte die BBC das vollständige Team für die Kultsendung vorgestellt: Rory Reid, Sabine Schmitz, Chris Harris und Eddie Jordan unterstützen Chris Evans, US-Schauspieler Matt LeBlanc und The Stig. Sabine Schmitz gilt nicht nur als die deutsche Nordschleifen-Königin. Sie hatte bereits mehrere Gastauftritte in der Kultsendung. Einmal schlug sie Jeremy Clarkson in einem Rennen. Ein anderes Mal misslang es ihr nur knapp, die Nordschleife des Nürburgrings in zehn Minuten zu umrunden. Und das in einem Ford Transit!

Ein gefürchteter Kritiker und ein Entdecker

Journalist Chris Harris hält laut Top Gear auch nicht mit harter Kritik hinter dem Berg und findet immer wieder neue, bis dato unbekannte Sichtweisen auf das Thema Auto. Auto-Nerds und regelmäßigen YouTube-Nutzern dürfte der Brite durch sein Format "Chris Harris on Cars" bekannt sein, in dem er Autos mal humorig, mal scharfzüngig kommentiert.
In seiner Freizeit rüstet Harris gerne mal Gebrauchtwagen zu Rallye-Boliden um und findet heraus, ob man damit an einer Rallye durch die britischen Wälder teilnehmen kann.

Ex-Formel-1-Teambesitzer Eddie Jordan gilt als Förderer von u.a. Michael Schumacher.

Eddie Jordan ist der Älteste im neuen Team. Der ehemalige Rennfahrer und Formel-1-Teambesitzer stammt aus Irland und gilt als Förderer von Rennfahrergrößen wie Rubens Barrichello, Eddie Irvine und nicht zuletzt Michael Schumacher. Er hat nach eigenem Bekunden im Auto-Zirkus schon alles gesehen. Rory Reid ist wahrscheinlich der am wenigsten bekannte Name. Der Brite ist jedoch Autojournalist mit fast 20 Jahren Berufserfahrung.

"Joey" ein echter Benzinkopf

Durch die US-Serie "Friends" (1994-2004) ist Matt LeBlanc (3 v.r.) bekannt geworden.

Das komplette Spektrum automobiler Leidenschaften und Sichtweisen will Top Gear mit der neuen Truppe abdecken. Das zeigt sich beispielsweise an Schauspieler Matt LeBlanc, bekannt aus der US-Serie "Friends". Auch in ihm steckt laut Top Gear ein leidenschaftlicher Autoliebhaber. So fuhr LeBlanc 2012 eine bis heute ungeschlagene Zeit auf der Teststrecke der Sendung, chauffierte Testfahrer "The Stig" in einem McLaren und moderierte bereits einen Spin-off der Sendung namens "Top Gear: The Races".
LeBlanc und Schmitz sind die ersten nicht-britischen Moderatoren in der 40-jährigen Geschichte der Originalsendung, außerdem ist die Deutsche die erste Frau seit 15 Jahren. Die BBC hatte Kultmoderator Clarkson Ende März 2015 entlassen. Seine Kollegen May und Hammond kündigten daraufhin. Derzeit arbeitet das Trio an einer neuen Show für Amazon.

Die umstrittensten Äußerungen von Jeremy Clarkson

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