Toyota Auris Diesel/Hybrid: Vergleich

Toyota Auris Diesel Toyota Auris Hybrid Toyota Auris Diesel

Toyota Auris Diesel/Hybrid: Vergleich

— 22.02.2011

Welcher Auris spart am besten?

Sie ähneln sich wie Zwillinge, kosten fast gleich viel – dennoch trennen die Auris-Brüder 2.0 D-4D und Hybrid 1.8 Welten. Bei welchem Tyoyota ist das Sparpotenzial am höchsten?

Blasser Mitläufer oder strahlendes Vorbild – beim Toyota Auris macht der Antrieb den Unterschied. Als Diesel einer unter vielen, avanciert der Japaner mit dem Doppelherz des Prius zum viel beachteten Vorreiter – als erster Vollhybrid in der Kompaktklasse. Gegen dieses Saubermann-Image nagelt der Diesel-Auris vergeblich an. Zumal der Preisvorteil gegenüber dem Hybriden gerade mal 50 Euro beträgt (als Executive) – Peanuts bei einem Endbetrag von knapp 25.000 Euro. Hat der Teilzeit-Stromer jetzt nicht nur bei Öko-Fundis die neu modellierte Nase vorn? Halt, so leicht gibt sich der Selbstzünder nicht geschlagen.

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Mehr drin: Der Diesel-Auris hat den größeren Kofferraum und die bessere Ausstattung.

Ein Auris 2.0 D-4D Executive hat dem Öko-Star nämlich Xenon-Scheinwerfer und eine Zweizonen-Klimaautomatik voraus. Letztere gibt es beim Motorenmischling nicht, Gasentladungslampen nur zusammen mit Leder-Alcantara-Bezügen – für happige 1550 Euro Aufpreis. Dafür erleichtert die serienmäßige Rückfahrkamera mit Monitor im Innenspiegel das Einparken. Wichtiger für Familienväter: Der Kofferraum des D-4D schluckt zwei Sporttaschen mehr, lässt sich überdies besser nutzen als das zerklüftete Staufach des Hybriden. Statt Notrad versteckt sich unter dessen Kunststoffwanne die Hochleistungsbatterie, die außerdem das Tankvolumen um zehn Liter reduziert. Als Zugnummer taugt der Hybrid ebenfalls nicht, Hängerbetrieb ist nicht vorgesehen. Ansonsten müssen Passagiere keine Abstriche machen, das ordentliche Platzangebot entspricht dem des Diesel-Bruders. Hier wie dort stören sich Große vorn jedoch an den kleinen, konturlosen Sesseln. Immer wieder enttäuschend: Die billig wirkenden Hartplastikoberflächen des mitunter lästig knarzenden Armaturenträgers.

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Beim Sparen vorne: Der Auris Hybrid lässt sich mit weniger als fünf Litern auf 100 km fahren.

Das fällt natürlich besonders auf, wenn der Auris Hybrid lautlos durch die Gegend stromert. Bei vollen Akkus schafft der 82-PS-Elektromotor bis zu 1,5 Kilometer völlig abgasfrei – das überzeugt nicht nur Grüne. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch der schon vom Prius bekannte Gummibandeffekt der stufenlosen Kraftübertragung: Beim kräftigen Tritt aufs Gaspedal jault der 99-PS-Benziner gequält auf, subjektiv hinkt die Beschleunigung deutlicher hinterher, als es die durchaus ordentlichen Messwerte hergeben. Ruhige Naturen erleben den Auris Hybrid tatsächlich als angenehmen Alltagsbegleiter. Einfach den Wählstummel auf D, den Rest erledigt die Elektronik, die beide Antriebe perfekt und ruckfrei koordiniert. So segeln vorausschauende Piloten leise und vor allem sehr sparsam von A nach B. Verbrauchswerte unter fünf Litern sind kein Problem. Enttäuschend der 126-PS-Diesel: Er verbraucht deutlich mehr, läuft brummig und wirkt bei hohen Drehzahlen zäh. Ein Durchschnittstyp, der sogar noch ohne Start-Stopp-Automatik auskommen muss.

Dass der Diesel schneller spurtet und eine höhere Spitze erreicht, interessiert Knauser-Könige weniger als die vergleichsweise sanftere Federung.Der Hybrid rumpelt dagegen mit tiefergelegter Karosserie und steifen 17-Zoll-Niederquerschnittreifen ziemlich trocken über Unebenheiten, flitzt dafür dank der direkteren Lenkung flinker und präziser ums Eck. Trotz der Komfortschwächen liegt der sparsame Hybrid am Ende vorn. Er verleiht dem Auris etwas von dem Glanz, den der Name suggeriert. Als D-4D bleibt der Japaner dagegen weiterhin ein unscheinbarer Allerweltstyp.
Fahrzeugdaten Auris Diesel Auris Hybrid
Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer Vierzylinder, vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1998 cm³ 1798 cm³
kW (PS) bei 1/min 93 (126)/3600 100 (136)/5200**
Nm bei 1/min 310/1800 142/4000
Vmax 195 km/h 180 km/h
Getriebe Sechsgang manuell stufenloses Automatikgetriebe
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 205/55 R 16 V 215/45 R 17 W
Radgröße 6,5 x 16" 7 x 17"
Abgas CO2 138 g/km 89 g/km
Verbrauch* 6,5/4,4/5,2 l 3,8/3,8/3,8 l
Tankinhalt 55 l/Diesel 45 l/Super
Vorbeifahrgeräusch 68 dB (A) 70 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1500/450 kg keine Angaben
Kofferraum 354–1335 l 310–1290 l
Grundpreis 24.900 Euro 24.950 Euro
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km, ** Systemleistung
Messwerte Auris Diesel Auris Hybrid
Beschleunigung
0–50 km/h 3,2 s 3,6 s
0–100 km/h 9,8 s 11,0 s
0–130 km/h 16,9 s 18,7 s
Elastizität
60–100 km/h 7,4 s (4. Gang) 6,1 s (Zwischenspurt)
80–120 km/h 15,2 s (6. Gang) 8,2 s (Zwischenspurt)
Leergewicht/Zuladung 1440/450 kg 1404/401 kg
Gewichtsverteilung v./h. 67/33 % 62/38 %
Wendekreis links/rechts 11,1/11,2 m 11,7/11,2 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 35,4 m 37,0 m
aus 100 km/h warm 35,7 m 37,2 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 58 dB (A) 56 dB (A)
bei 100 km/h 65 dB (A) 64 dB (A)
bei 130 km/h 68 dB (A) 68 dB (A)
Testverbrauch – CO2 6,2 l Diesel – 164 g/km 5,5 l Super – 130 g/km
Reichweite 880 km 820 km
Uli Holzwarth

Uli Holzwarth

Fazit

Wenn Auris, dann als Hybrid – der Motorenmischling entscheidet das Bruder-Duell überraschend eindeutig für sich. Er fährt viel sauberer und günstiger als der Diesel, mit dem Doppelherzen gewinnt die graue Maus der Kompaktk lasse zudem beträchtlich an Format – nicht nur bei Ökos. Angesichts des praktisch gleichen Preises spricht wenig für den D-4D. Er ist in dieser Form zu sehr Durchschnittstyp und damit keine echte Alternative. 

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