Toyota Prius gegen Mirai

Toyota Prius/Toyota Mirai: Test

— 02.11.2015

So viel Zukunft steckt im Prius

Im Toyota Mirai arbeiten Brennstoffzellen. Im neuen Prius steckt bewährte Hybridtechnik. Ein Vergleich der beiden alternativen Japaner.

Ein Sammlerstück wird der Mirai wohl nicht so leicht werden. Auf dem Weg zum Oldie hemmt den Toyota mit Brennstoffzellenantrieb so etwas wie ein Verfallsdatum. Im Tankdeckel steht's: nur bis zum Januar 2035 zu befüllen! Danach wegschmeißen? Man weiß es nicht genau. Klar ist nur, dass alle (teuren!) Wasserstoff-Bauteile nach 20 Jahren erneuert werden müssen. Das wäre dann leicht das wirtschaftliche Aus für einen Mirai. Schade, denn er fährt bei aller komplexen Technik sehr ordentlich. Wie ein Elektroauto, jedoch ausdauernder.

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In Sachen Abgas fährt der Mirai ganz weit nach vorne

Das Kraftwerk im Mirai-Bug produziert Strom für den E-Motor und emittiert lediglich Wasserdampf.

Bis zu 500 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller, dann werden rund fünf Kilogramm Wasserstoff (kosten ca. 9,50 Euro/kg) nachgepumpt. Mit 4,90 Meter Länge steht der Mirai stattlich da – und so fährt er auch. Wie ein schwerer Wagen (er wiegt ja rund 1,9 Tonnen), jedoch nicht lahm. Stürmisch surrt er los, die etwas schwergängige Lenkung passt zum gediegenen Charakter. Bis auf die schicke Inneneinrichtung wirkt der Mirai also eher gesetzt, die Zukunftsmusikerklingt erst beim Fahren. Der Mirai summt, surrt, zischt und gurgelt (wenn auch extrem leise) wie eine Sojus-Rakete vor dem Start. Kein Wunder, hohe Drücke und starke Temperaturumwälzungen im Antrieb lassen sich nicht vertuschen. Egal, das bereitet ihn auf kommende Zeiten ohne Benzin und Diesel vor. Denn der Mirai braucht keinen Sprit. Ein elektrochemisches Mini-Kraftwerk rumort in seinem Innersten. Brennstoffzellen produzieren Strom, der dann für einen Elektromotor als Antrieb reicht. Aus dem Auspuff tröpfelt nur Wasser. Kein Ruß, kein NOx, kein CO2. Perfekt, was wollen wir künftig mehr?
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Der Gummibandeffekt des Prius ist deutlich kleiner geworden

Neues Fahrgefühl: Durch das überarbeitete Getriebe hängt der Prius jetzt endlich besser am Gas.

Einen Prius vielleicht. Die vierte Generation des Hybriden geht nämlich ebenfalls ziemlich sparsam mit den Ressourcen um – präsentiert sich jedoch im Vergleich zum Mirai deutlich umgänglicher. Das beginnt beim Preis. Das Wasserstoff-Mobil kostet 78.540 Euro, der neue Prius wird für ungefähr 30.000 Euro zu haben sein. Wir schätzen das mal, genaue Preise sind nicht bekannt, aber im Vergleich zum Vorgänger wird der Prius teurer – dafür auch sicherer und noch etwas effizienter. Assistenzsysteme wie der Temporegler (per Radar), Fußgängererkennung oder ein Spurwechselwarner werden serienmäßig an Bord sein. Viel wichtiger: Den ohnehin gerin-gen Verbrauch von bislang 3,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer drücken die Japaner nochmals. Laut Prüfstand soll der neue Prius mit 3,1 Litern auskommen. Dabei hilft ihm das bewährte Hybrid-Paket – im Neuen jedoch ordentlich nachjustiert. Die Batterie fasst bei gleicher Größe mehr Energieinhalt, der Benzinmotor läuft effizienter (Wirkungsgrad: 40 Prozent, das ist Rekord), die E-Motoren bauen kleiner, wiegen somit weniger.
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Das Getriebe gewinnt an innerer Stärke: Kompakter gebaute Radsätze und die integrierte E-Maschine senken den Verbrauch zusätzlich. Viel wichtiger: Toyota hat am Gummibandeffekt des Prius beim Beschleunigen gearbeitet, der Motor hängt direkter am Gas, das Sparmobil fährt sich dadurch lebendiger, weniger entkoppelt.

Noch schlägt der Hybridantrieb die Brennstoffzelle

Klare Sache: Im Alltag ist der Umgang mit dem Prius einfacher, aber der Mirai hat großes Potenzial.

Ohnehin möchte Toyota den neuen Prius aus seiner faden Ecke herauszerren. Das neue Design könnte dabei helfen, ebenso wird die neue Plattform dazu beitragen. Diese (für mehrere Toyota-Modelle) angedachte Architektur lässt eine flachere Linie zu, drückt den Schwerpunkt auch physisch, das verspricht endlich einen spaßigeren Umgang mit dem Ökofahrzeug. Dazu passt der frischer gestaltete Innenraum. Die Sitze stützen ungleich besser als die lieblos gepolsterten Sessel des Vorgängers. Das (teils in Weiß eingefasste) Cockpit hat Toyota ebenfalls deutlich feiner gestaltet. Die Instrumente in der Mitte lassen sich gut ablesen, in der Mittelkonsole steht ein Fach für induktives Laden des Smartphones zur Verfügung. Das Navisystem greift auf Onlinedaten zurück, die Sprachsteuerung reagiert schnell und zuverlässig. Zurück zum Mirai: Ja, die Brennstoffzelle hat Potenzial. Für den Tagesgebrauch ist der Umgang jedoch noch zu komplex. Sorglosigkeit hat außerdem auch mit Geld zu tun – Vorteil Prius. Zumal Toyota den Hybridantrieb wirklich auf Trab bringt.

Technische Daten Toyota Mirai • Antrieb: Brennstoffzellen-Stack (370 Zellen) Polymerelektrolyt, • Leistung: 114 kW (155 PS) • Akku: NiMh, 244,8 Volt, 1,6 kWh Kapazität • Vmax: 178 km/h • 0–100 km/h: 9,6 s • Antrieb: Vorderrad • Wasserstofftanks Inhalt: 5 kg • L/B/H: 4890/1815/1535 mm • Kofferraum: 361 l.

Technische Daten Toyota Prius IV • Motor: Vierzylinder • Hubraum 1797 cm³ • Leistung E-Motor: 53 kW (72 PS) • Leistung Benzin-Motor: 72 kW (98 PS) bei 5200/min • max. Drehmoment: 163 Nm • Antrieb: Vorderradantrieb • L/B/H: 4540/1490/1195 mm • Kofferraum: 502 Liter.
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Die Fahrt im Mirai zeigt: Die Brennstoffzelle im Auto müssen wir auf der Rechnung haben. Aktuell ist die Zwischenlösung Hybrid jedoch die deutlich sorglosere Antriebsart. Der neue Prius kommt wegen der Diesel-Diskussion gerade zur rechten Zeit.

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