Toyota Supra (2019)

Toyota Supra (2019)

Toyota Supra (2019): Test

So gut wird der neue Supra!

Der Toyota Supra kommt zurück: Mit Reihensechszylinder und Hinterradantrieb. AUTO BILD ist die fünfte Generation des Supra schon gefahren! Plus alle Infos!

Vorstellung: Marktstart erst in der zweiten Jahreshälfte 2019

Der, die, das? Wie heißt es eigentlich richtig? Hier kommt die Antwort von offizieller Seite: der Toyota Supra! Aber die Japaner verraten, dass die Supra auch in Ordnung geht. Noch wichtiger aber: Das japanische Sportcoupé ist endlich zurück. Naja, so gut wie zurück!
Kurzer Rückblick: 2002 lief der letzte Toyota Supra vom Band, der offizielle EU-Import wurde aber schon 1996 eingestellt – das ist 22 Jahre her. 2012 wurde beschlossen, die Sportwagen-Ikone in Kooperation mit BMW neu aufzulegen. Anfang 2014 wurde die spektakuläre Studie FT-1 präsentiert – und ab da begann das Warten, bis 2018 zuerst die Rennversion auf dem Autosalon Genf gezeigt wurde und ein Vorserienmodell die ersten öffentlichen Runden beim Goodwood Festival of Speed drehte. Der Marktstart soll endlich im zweiten Halbjahr 2019 erfolgen.

Lange Haube, kurzes Heck: Die Proportionen stimmen! Die markante Front hat Anleihen vom FT-1.

Supra Nr. 5 wurde unter dem Label Gazoo Racing geplant und entwickelt. In Zukunft will Toyota darunter nicht nur alle Motorsport-Aktivitäten bündeln, sondern auch Sportmodelle wie den Yaris GRMN anbieten. Der nächste Kandidat ist also der neue Supra. Laut Chefentwickler Tetsuya Tada waren die Kernzutaten dabei klar: Frontmotor (Reihensechszylinder) und Hinterradantrieb. Die genaue Leistung will Toyota noch nicht verraten. Nur so viel: über 300 PS. Wichtiger als die Zahlen sei der Fahrspaß, so Tada. Dazu wurde besonderer Wert auf das Verhältnis zwischen Spurbreite und Radstand gelegt.

Der Toyota Supra wird teurer als der GT86

Um den Supra zu verstehen, ist die Marktpositionierung besonders wichtig: Der Sportwagen wird klar oberhalb des puristischen Toyota GT86 angeboten. Erst Anfang 2019 wird sich Generation fünf endlich ungetarnt zeigen. Da die USA vor Europa der größte Markt sind, tippt AUTO BILD auf eine Präsentation auf der Detroit Auto Show (NAIAS) 2019. Bestellstart ist allerdings schon im Oktober 2018. Für 2019 sind für Europa 900 Exemplare geplant, die alle online über den sogenannten "Supra 900 Club" bestellt/reserviert werden. Einen Preis nennen die Japaner noch nicht – AUTO BILD rechnet mit mindestens 46.000 Euro in der Basis. Zu einem späteren Zeitpunkt sind auch Vierzylinder-Versionen geplant. Sogar eine Targaversion ist nicht ausgeschlossen.

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Innenraum: Volle Ladung BMW im Cockpit

Alles noch streng geheim aber unter der Tarnung gibt es viel BMW – sehr viel BMW!

Noch ist der Supra außen und innen getarnt. Aber Toyota verspricht, dass der Sportwagen, der in Kooperation mit BMW entsteht, unter der Folie der Serie entspricht. Beim Einsteigen gibt es die erste Überraschung: Hallo, BMW! Trotz Vorhängen, Klebeband und Schonbezügen ist die Zusammenarbeit mit den Münchnern sichtbar. Klima-Bedienung, iDrive-Controller, Lenkrad inklusive Tempomat-Bedienung, ja sogar die Türpins stammen eins zu eins von BMW. Minuspunkt? Ganz im Gegenteil – mir gefällt's! Auch die Verarbeitung ist sehr gut – und das in einem Vorserienauto! Außerdem gibt es eigene Designlösungen wie die Instrumente, die halb digital und halb analog mit einem mittigen Drehzahlmesser aufwarten.
Weiterer Pluspunkt für die Supra: die Farbvielfalt! Bei geöffneten Türen lassen sich viele bunte Farben erkennen. Die vier Supra-Testfahrzeuge waren rot, dunkelblau, mattgrau und gelb. Diese Farbpalette bitte so in die Serie übernehmen, Toyota. 
Kommen wir zum Innenraumgefühl – das für einen relativ kompakten Sportwagen (unter 4,40 Metern Länge und damit deutlich kürzer als die Designstudie FT-1) sehr ordentlich ist. Mit 1,83 Metern Körpergröße habe ich ausreichend Platz. Im Toyota Supra wird es erst bei über 1,90 Metern eng. Die Sitzposition ist ordentlich tief und das Lenkrad lässt sich in Höhe und Tiefe verstellen – so ist eine gute Sitzposition schnell gefunden. Einziger Kritikpunkt im getarnten Innenraum: Auf der Rennstrecke bieten die Sitze zu wenig Seitenhalt. Ein witziges Detail ist mir zudem noch aufgefallen: Der Warnton, beispielsweise bei nicht angelegtem Gurt ertönt, ist das typische BMW-Piepen.

Fahren: Der Toyota Supra ist gutmütig abgestimmt

AUTO BILD darf auf dem 1967 gebauten Circuito del Jarama in der Nähe von Madrid mehrere Runden im Vorserienautp drehen. Startknopf drücken – und der aufgeladene Reihensechszylinder klingt sehr zurückhaltend. Los geht's im Normalmodus. Schon beim Kennenlernen der 3,4 Kilometer langen Rennstrecke wird klar, der Reihensechser schiebt schon unter 3000 U/min ordentlich an. Also in den Sportmodus wechseln. Sofort wird der Supra zwei, drei Stufen lauter, die Gasannahme wird deutlich direkter, und auch die aktiven Dämpfer werden straffer.

Driften? Kein Problem!

Schon nach wenigen Kurven fällt auf, dass der Supra extrem gutmütig abgestimmt ist. Das liegt sowohl an der perfekten 50:50-Gewichtsverteilung als auch am extrem niedrigen Schwerpunkt (niedriger als beim GT86) und dem Verhältnis von Spurbreite und Radstand. Das Einlenkverhalten ist den Ingenieuren besonders gut gelungen, Untersteuern ist trotz Frontmotor ein Fremdwort. Hier macht sich die ausgiebige Feinarbeit an Fahrwerk und Chassis bezahlt. Und für alle Drift-Freunde sei gesagt, dass sich das ESP komplett abschalten ässt. Dank aktivem Sperrdifferenzial ist so auch das Querfahren kein Problem.
 
Auf der Rennstrecke schlägt sich der Toyota mehr als ordentlich, aber die Japaner verraten, dass hauptsächlich auf öffentlichen Straßen entwickelt und abgestimmt wurde – genau da, wo die Kunden zu 90 Prozent fahren. Also geht es über spanische Land- und Bergstraßen. Vom Sportmodus in den Normalmodus wechseln und das Coupé ist trotz 19-Zöller ausreichend komfortabel, die Achtgangautomatik schaltet früh und der eben noch kernige Sechszylinder-Sound tritt deutlich in den Hintergrund.

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Design: Ein bisschen FT1, ein bisschen Aston Martin Vanquish Zagato

Die Dachlinie erinnert der Toyota Supra an den auf 99 Stück limitierten Aston Martin Vanquish Zagato

Trotz Tarnfolie ist zu erkennen, dass die Serienversion einige Designmerkmale der wunderschönen Studie FT-1 übernimmt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Supra deutlich kompakter ausfällt als das Concept von 2014. Dabei geht es nicht nur um die Gesamtlänge, sondern vor allem um den Radstand und die Spurweite. Einer der Entwickler verrät, dass es für die Designer eine echte Herausfroderung war, die Karosserie über die schmale Plattform zu schneidern. So weit ich es trotz Tarnung beurteilen kann, ist das aber mehr als gelungen.
Vor allem das Heck mit dem Bürzel und dem mittigen Supra-Schriftzug ist gut gelungen, erinnert von schräg hinten an den bildschönen Aston Martin Vanquish Zagato. Und außerdem fällt der für meinen Geschmack zu lange vordere Überhang nicht so auf.

Motor und Technik: Weitere Motoren und Versionen sollen folgen

Klare Sache: BMW baut mit dem Z4 einen Roadster, Toyota mit dem Supra das dazugehörige Coupé.

Zu diesem Zeitpunkt lässt sich zu den Motorisierungen noch nicht viel sagen. Fakt ist, dass die Supra zum Marktstart mit einem Reihensechszylinder auf den Markt kommt. Genaue Leistungsdaten gibt es noch nicht – AUTO BILD geht davon aus, dass Toyota auf den Motor aus dem Plattformbruder BMW Z4 M40i setzt. Im Roadster leistet der Dreiliter-Sechszylinder 340 PS. 0-100 km/h sind nach 4,6 Sekunden erledigt – diese Werte scheinen auch für den Toyota Supra realistisch. Bei dieser Motorisierung setzt Toyota ausschließlich auf eine Achtgang-Automatik. Auf ein Doppelkupplungsgetriebe haben die Japaner bewusst verzichtet – auf eine Handschaltung auch.

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Zumindest vorerst, denn ein manuelles Getriebe ist durchaus denkbar, müsste aber neu entwickelt werden. Die Schaltung aus dem kleineren und deutlich schwächeren GT86 ist mit dem maximalen Drehmoment des Single-Turbomotors überfordert. Zudem besteht Chefentwickler Tetsuya Tada darauf, sollte ein etwaiges manuelles Getriebe angeboten werden, dieses auch maximal knackig abgestimmt ist.

Höhere Karosseriesteifigkeit als ein Lexus LFA

Der Chefentwickler macht sowieso keine halben Sachen. Nur so lässt sich erklären, dass der neue Supra einen niedrigeren Schwerpunkt als der durch den Boxermotor konzeptionell bevorteilte GT86 und eine höhere Karosseriesteifigkeit als der Supersportwagen Lexus LFA, dessen Chassis zum Großteil aus Carbon gefertigt ist, hat.
Zudem verrät Tada, dass sich der Vorstand gewünscht hätte, dass das Sportcoupé als Hybrid an den Start geht. Daraufhin hat das Team viel mit solchen Versuchsträgern experimentiert, doch egal wo die Batterien untergebracht worden wären, das Verhältnis zwischen Spurweite und Radstand und somit der Fahrspaß hätte gelitten. Immerhin schließt er nicht aus, dass noch verschiedene Motorisierungen und auch eine Handschaltung im Laufe des Modellzyklus kommen könnten. Ein persönliches Highlight wäre ein abgespeckter Supra mit Anleihen des Toyota GR Supra Racing Concept.

Jan Götze

Fazit

Der neue Toyota Supra ist ein echter Sportwagen. Ich bin auf das finale Design gespannt und hoffe, dass der Supra die Wiedergeburt des BMW Z4 Coupé wird!

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