Track-Test Mercedes 280 GE
— 31.07.2008Große Klasse
1983 gewann Jacky Ickx mit dem Mercedes G die Rallye Dakar. Der Nachbau des Siegerwagens macht deutlich, mit welch einfachen Mitteln damals die Sahara bezwungen wurde.
Der Serien-G muss kräftig abspecken
Dass der Mercedes 1983 bei der 12 000-km-Tortur Paris-Dakar zu den Favoriten gehört, wird schon nach den ersten Etappen klar. Ickx (Nr. 142) und Teamkollege Jean-Pierre Jaussaud (Nr. 143), legen ein höllisches Tempo vor, sind teilweise bis 185 km/h schnell. Doch in der Sandhölle der Ténéré läuft alles anders als geplant. Fast die komplette Rallye verirrt sich in einem Sandsturm. Drei Wertungsprüfungen werden abgesagt. Ickx Wüsten-G hat einen Schaden an der Vorderachse. Jaussaud überlässt ihm die seines Wagens (erlaubt). Und erhält vom Service eine neue (verboten). Er wird disqualifiziert. Ickx gewinnt.
Den Sieger gibts nur als Replikat
Bis heute der einzige Mercedes-Sieg bei der Dakar. Umso erstaunlicher ist, dass die Spuren des Original-Fahrzeuges ziemlich schnell im Sande verliefen. Mercedes sagt, das Auto sei verschrottet worden. "Möglicherweise hat es Ickx aber auch gekauft, umlackiert und weiterveräußert", vermutet Offroader Jörg Sand. Der hat den Ickx-Mercedes originalgetreu nachgebaut. "Basis war ein fast rostfreies Exemplar aus der Schweiz", erzählt Sand. Daraus entstand das noch nicht ganz fertige Replikat. Noch fehlen einige Motorteile und der im Kofferraum untergebrachte 400-Liter-Sicherheitstank. Ausrüster von 1983 wurden kontaktiert. Aber viele Ersatzteile gibt es nicht mehr.
Das G-Modell ist immer noch beliebt
Komponenten wie die aerodynamische Verkleidung wurden von Hand nachgefertigt. Einige Teile wie die Gfk-Türen gibt’s noch im Zubehörhandel. Denn das betagte G-Modell ist bei Privatfahrern immer noch ein beliebtes Fahrzeug für Wüsten-Rallyes. Sogar nach der Fahrt im 1983 Dakar-Oldie ist mir klar, warum. Dank Allradantrieb und sperrbarer Differenziale hält das G-Modell selbst die Sahara so schnell nicht auf. Das Fahrverhalten hat zwar eher was von einem Boot. Dafür meistert die vergleichsweise weiche Federung auch meterhohe Sprünge problemlos, die indirekte Lenkung erfordert wenig Kraftaufwand. Mit 230 PS beschleunigt die im Einsatz mehr als zwei Tonnen schwere Fuhre nicht gerade wie ein Dragster. Aber wenigstens sorgt der infernalische Auspuffsound dafür, dass ich mir unheimlich schnell vorkomme.Fazit von AUTO BILD MOTORSPORT-Testfahrer Christian Schön: 1983 waren Geländewagen noch keine Sport Utility Vehicles (SUVs), sondern echte Arbeitstiere. Dafür ist der Dakar-Sieger ein Paradebeispiel. Serienteile aus Mercedes-Pkw für die Leistungssteigerung zu verwenden, machen aus dem G-Modell einen ernst zu nehmenden Wüsten-Renner.





































