Kaufberatung Volvo XC60

Volvo XC60 Volvo XC60 Volvo XC60

Volvo XC60: Kaufberatung

— 01.10.2015

Gesucht: Der beste XC60

Außer für Musik zum Mitsingen, Regale zum Selberbauen und eine Politik, der die Linken vertrauen, ist Schweden für Autos zum Vollräumen bekannt. Das erfolgreichste Modell ist der Volvo XC60. Die Kaufberatung.

Das mit Schweden ist ein kleines Missverständnis. Denn tatsächlich rollt der XC60 in Gent vom Band, und das liegt gar nicht in Schweden, sondern in Belgien. Die Hafenstadt hat eine Volvo-Tradition, seit dort vor 50 Jahren der erste Amazon montiert wurden. Ansonsten ist alles schwedisch am XC60 – abgesehen vom chinesischen Eignerkonzern Geely. Jedenfalls so schwedisch, wie sich ein Mitteleuropäer das eben vorstellt: geräumig, sicher, familienfreundlich, solide gefertigt und stilvoll eingerichtet. Weil Volvos gern unterstellt wird, bevorzugt von guten Menschen gekauft und gefahren zu werden, führt das Vorurteil in diesem Fall zu einem guten Image: Der XC60 trifft, obschon ein großes SUV, in der Regel eher auf Sympathie als auf Ablehnung. Während der Fotofahrten interessierte sich ein nordic-walkendes Ehepaar im besten SUV-Alter sehr für den XC60, am selben Tag erklärte eine junge Frau den weißen Testwagen spontan zu ihrem Traumauto.

Bereits die Basis ist ausreichend motorisiert

Die Benziner und Diesel sind jeweils weitgehend baugleich, die Aufladung sorgt für unterschiedliche Leistungsstufen.

Welchen Motor und welche Ausstattung sollte die junge Frau also wählen, damit sie den besten XC60 bekommt? Ihre Lieblingsfarbe – Weiß – hat sie schon gewählt. Nehmen wir an, das Budget der jungen Frau liegt zwischen 40.000 und 50.000 Euro, und ziehen die Grenze bei 45.000 Euro. Damit ist die feine Topausstattung Linje Inscription außen vor, und der bärenstarke D5 AWD passt nur mit der Basislinie ins Budget. Drei von vier Dieselmotoren gehören zur neuen Motorenfamilie mit 1969 Kubikzentimeter Hubraum und vier Zylindern. Benziner und Diesel sind weitgehend baugleich, die Aufladung sorgt für unterschiedliche Leistungsstufen. Im D3 sorgt ein Turbolader für 150 PS, zwei Verdichter bringen den D4 auf 190 PS. Der T5-Benziner, ebenfalls turbogeladen, ist 245 PS stark, und beim T6 sorgt eine kombinierte Turbo-Kompressor-Aufladung nicht nur für 306 PS, sondern auch für spontanes Ansprechen. Weil der T6 jedoch mindestens 47.900 Euro kostet, ist er raus. Auch den T5 lassen wir außen vor; er würde zwar knapp ins Budget passen, doch Sprit möchte auch noch bezahlt werden, und da kommt man mit einem Diesel einfach weiter. Die XC60-Preisliste beginnt mit dem D3 Kinetic für 35.650 Euro. Der liefert im Grunde völlig ausreichende 150 PS, hat ein präzise schaltbares Sechsganggetriebe und eine vernünftige Ausstattung. Kaufen, freuen, und vom Rest des Budgets fährt die begeisterungsfähige junge Dame in den Urlaub?

Momentum als faires Angebot aus der Mitte der Ausstattungen

Summum mit Leder und Holz: Die solide Verarbeitung ist serienmäßig, das fummelige Navi und das gute Soundsystem kosten Aufpreis: 1700 und 700 Euro.

Momentum, würde ein begabter Verkäufer jetzt sagen und die Vorteile der nächsthöheren Ausstattungslinie aufzählen. Die beschränken sich nicht auf Dekoratives wie Aluminiumeinlagen und Chromapplikationen, die den XC60 innen und außen wertvoller aussehen lassen. Das Audiosystem High Performance klingt nicht nur gut, sondern koppelt auch das Telefon zum Freisprechen und Musikhören. Die Einparksensoren warnen vor Kratzern am Heck, und die Vordersitze steigern mit Lordosenstützen den Komfort auf Langstrecken. Dazu kommen Nettigkeiten wie ein Lederlenkrad und ein Licht-Regen-Sensor. Gekauft, der D5 ist raus. Dafür haben wir immer noch alle Möglichkeiten bis zum D4 mit Allradantrieb und Automatik oder einigen Extras. Nähmen wir den Handschalter, blieben 3750 Euro für die Sonderausstattungen übrig. Das würde genügen für das R Design-Paket mit Ledersitzen, 18-Zoll-Rädern, Sportfahrwerk und sportlich abgestimmter Lenkung. Auch das Äußere macht auf Sport, die Instrumente informieren digital. Mit dem handgeschalteten Frontantriebs-D4 wäre auch Summum drin. Auch hier sind die Instrumente digital, was sonst 390 Euro kostet. Beheizbare Ledersitze, auf der Fahrerseite mit elektrischer Einstellung, und 18-Zoll-Räder bietet Summum ebenfalls, genauso eine Frontscheibenheizung und beheizbare Scheibenwaschdüsen. Obendrauf gibt es einen leichten Preisvorteil und Chromleisten an den Türschwellern.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Schützt: Das Fahrerassistenzpaket (2150 Euro) ist rundum aufmerksam, warnt und bremst notfalls.

Unser Tipp ist ein anderer: das Business-Paket für 1390 Euro mit hochwertigem Soundsystem und Navigation. Dazu das Fahrerassistenzpaket (2150 Euro) mit diversen Sensoren für Abstands-, Auspark-, Spurhalte- und Totwinkelwarner, die es erheblich erschweren, die passive Sicherheit des XC60 zu testen. Jetzt haben wir sogar noch Geld für das Winterpaket, das an kalten Tagen Frontscheibe, Waschdüsen und Vordersitze wärmt. Mit dem D3 wären noch einige Extras mehr möglich, der kostet 3250 Euro weniger als der D4. Der Schritt möchte jedoch gut überlegt sein. Lahm ist der D3 nicht. Doch der D4 wirft sich mit zwei Turboladern ins Geschirr, spricht damit spontaner an und zieht energischer durch. Mit 400 Newtonmetern liegt er außerdem nur fünf Prozent unter dem Wert des D5. Eine Besonderheit bietet die Allradversion des D4: Hier handelt es sich um den gleichen Biturbo-Fünfzylinder wie im D5, jedoch mit 190 PS und 400 Newtonmeter. Den D5 AWD wiederum nimmt man am besten mit Automatik. Es handelt sich zwar nicht um die neueste Garnitur mit acht Stufen, sondern um das bewährte Sechsstufenaggregat, doch 440 Newtonmeter gleichen das aus. Zwei Nachteile hat der Sechsstufenwandler dennoch: kräftigere Schaltrucke als beim Achtstufenwandler und laut Norm ein halber Liter Mehrverbrauch.

Jetzt zugreifen: Noch ist der Fünfzylinder im Programm

Noch gibt es ihn, den sympathisch grollenden Fünfzylinder – zumindest bis Volvo auch die Allradmodelle auf die Vierzylindermotoren umgestellt hat. Traditionalisten bedauern das, gehört doch der Fünfzylinder seit fast einem Vierteljahrhundert zum klanglich ansprechenden Markenbild und stellt damit einen der letzten Motoren dar, deren Klang eindeutig einer Marke zugeordnet werden können: trommelnd die Benziner, grollend die Diesel und immer in einer helleren Tonlage als die ebenfalls legendären Fünfzylindermotoren von Audi. Beide eint übrigens die Zündfolge 1-2-4-5-3. Der daraus resultierende Klang, die Kraftentfaltung und die Langlebigkeit machten sie zu beliebten Antrieben. Wer noch einen möchte, sollte jetzt zugreifen und den D4 AWD oder D5 AWD kaufen.
Überblick: Alles News und Tests zum Volvo XC60

Auch die Motoren aus dem Baukasten sind ordentliche Antriebe. Die Diesel warten sogar mit einer Besonderheit auf: Statt eines einzigen Sensors in der Common-Rail-Leitung hat jeder Zylinder einen eigenen Sensor. So soll der Kraftstoff noch präziser zugeteilt werden – gut für Verbrauch, Laufkultur und Abgasqualität. Euro 6 erfüllt der XC60 ohne Adblue, das teure und lästige Nachfüllen der Harnstofflösung entfällt.
Preise: Volvo XC60
Benziner-Varianten
T5 T6
Schalter|Automatik –|42.230 Euro –|47.900 Euro (Momentum)
Diesel-Varianten
D3 D4 D4 AWD D5 AWD
Schalter|Automatik ab 35.650|37.900 Euro ab 38.900|41.150 Euro ab 41.400|43.500 Euro ab 42.970|45.070 Euro

Der gute Komfort des XC60 lässt sich für 1250 Euro noch steigern: Dann flauscht er auf Tastendruck über Unebenheiten oder strafft sich zu etwas Sport.

Abgesehen von der Zylinderzahl spricht die Traktion für den Allradantrieb. Doch im Alltag, der ja meist nicht im verschneiten Gebirge stattfindet, genügt der Frontantrieb. Traktion hat der D4 eine Menge, und der entspannten Auffassung von Fahrdynamik, wie sie der XC60 pflegt, wird er auch mit einer angetriebenen Achse gerecht. Lohn des Verzichts: ein niedrigerer Verbrauch. Grundsätzlich fährt das kopflastige Volvo-SUV klar untersteuernd um schnelle, enge Ecken, neigt sich dabei spürbar zur Seite und lässt früh die Reifen wimmern. Die Lenkung gibt sich leichtgängig und eher unbeteiligt, ist jedoch ausreichend präzise. Der gute Komfort des Fahrwerks lässt sich gegen Zuzahlung noch steigern: Für 1250 Euro flauscht der XC60 auf Tastendruck geschmeidig über Unebenheiten oder strafft sich zu etwas Sport auf. Am liebsten jedoch geht er auf große Tour, scheint Fahrer oder Fahrerin zuzuflüstern, doch nach Schweden aufzubrechen, am besten gleich – auch wenn es nur zum Supermarkt gehen soll. Die gute Übersicht, die großzügigen Sitze, der Raum, der für Eltern samt zwei Kindern und Hund sowie ihr Gepäck reicht, vermitteln das Gefühl, auch Langstrecken jederzeit entspannt abspulen zu können. Ein Versprechen, das der XC60 hält, auch nach Hunderten Kilometern ist der Rücken entspannt. Dass Orthopäden schon zu Zeiten des Amazon an guten Sitzen arbeiteten, merkt man auch in Volvos, die aus Belgien kommen.

Weitere Infos zum Volvo XC60 und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Volvo XC60

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Volvo XC60 (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

26.08.2015

Preis:

2,00 €

Kaufberatung Volvo XC60

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Autor:

Andreas Of

Fazit

In der Klasse der nicht ganz großen und nicht ganz günstigen SUV der gehobenen Mittelklasse ist der XC60 europaweit die Nummer eins. Das gute Image der Marke ist kein leeres Versprechen: Komfort, Sicherheit und Platz entsprechen der Klasse, der Stil ist eigenständig. Kundenzufriedenheit und Qualität liegen laut den Marktforschern von J. D. Power auf hohem Niveau. Leider liegen dort auch die Preise.

Stichworte:

SUV

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