VW e-UP im Alltagstest

VW e-Up: Test

— 13.02.2014

Kann der e-Up auch Alltag?

VWs Kleinster nuckelt nun auch Strom statt Sprit. Bringt es das? Wir haben ihn untersucht und beantworten die zehn wichtigste Fragen zum e-Up.

Reichlich Reichweite verspricht VW – 160 Kilometer soll der e-Up schaffen. Bei Kälte wird es weniger. Wie weit kommt er tatsächlich? Auf mickrige 80 Kilometer kann die Reichweite bei Minusgraden zusammenschrumpfen. So hatte es VW kurz vor Markteinführung veröffentlicht. Grund: Kälte setzt dem Akku zu, die Kapazität sinkt. Außerdem zerren elektrische Heizung und weitere Verbraucher an der Batterie. Inzwischen gibt VW einen gemischten Wert von 80–160 Kilometern maximaler Reichweite an. Wir konnten im "normalen" Betrieb 119 Kilometer weit fahren.

Die Ladezeit variiert je nach Stromanschluss

Schöne neue Welt: Mal ganz entspannt dem e-Up beim Laden zusehen – das kann mitunter länger dauern.

Starkstrom, Haushaltssteckdose, öffentliche Ladestation – Strom tankt der e-Up auf verschiedene Arten. Wie klappt das Laden tatsächlich? An der 230-Volt-Dose lässt sich der e-Up viel Zeit, wir ermittelten neun Stunden 15 Minuten Ladezeit. Etwas schneller geht das mit der sogenannten Wallbox. Hier ist der VW in knapp sechs Stunden aufgeladen. Schnellladestationen pumpen den Akku in nochmals kürzerer Zeit auf (zu 80 Prozent geladen in rund einer halben Stunde). Der Anschluss dafür kostet 590 Euro Aufpreis. Diese CCS-Stationen sind jedoch extrem selten zu finden. Strom ist günstiger als Benzin. Doch auch andere Faktoren zählen. Speziell der Kaufpreis ist hoch. Was kostet ein e-Up im Vergleich zum normalen Up? Der e-Up ist insgesamt deutlich teurer als ein vergleichbarer Up. Zu den über 15.000 (!) Euro Preisunterschied kommen höhere Prämien für die Vollkaskoversicherung und ein absolut gesehen höherer Wertverlust. So kostet ein e-Up fast 300 Euro pro Monat mehr. Die um rund sechs Cent niedrigeren Energiekosten pro km fangen das nicht auf.

Die Antriebstechnik macht den e-Up nicht unpraktisch

Hinten ist es im e-Up auch nicht enger als im normalen Modell. Aber der Stromer heizt schlechter.

Ein sperriger Akku fährt mit, die Heizung raubt reichlich Energie, Platz ist nur für vier Personen. Das geht auf Kosten der Funktionalität. Wie praktisch ist der e-Up? Die Akkus kosten praktisch keinen Platz – sie sind im Wagenboden integriert. Nur im Kofferraum fehlen wenige Liter Ladevolumen. So gesehen kann der e-Up alles, was ein herkömmlicher Up schafft. Zum mäßigen Platzangebot im Fond kommt aber die geringe Reichweite. Zudem haben wir festgestellt, dass die Heizung weniger Wärme abgibt als im Benziner. Statt Benzin saugt der e-Up billigen Strom aus der Steckdose. Heißt: Viel fahren bedeutet viel sparen. Was kostet fahren im e-Up? Der e-Up verbraucht auf 100 Kilome­tern 13,8 kWh Energie – das sind umgerechnet 3,59 Euro pro 100 Kilometer. Dazu kommen noch einige Cent, da die Ladevorgänge nicht verlustfrei ablaufen. Ein Teil der eingespeisten Energie verpufft nämlich in Abwärme. Umgerechnet "verbraucht" der e-Up so viel wie ein Benziner, der 2,4 Liter pro 100 km nippen würde. Weitere Details zum VW e-Up gibt es in der Bildergalerie.
Fahrzeugdaten VW e-Up
Motor Synchron-Elektromotor
Batterietyp Lithium-Ionen
Batteriekapazität (brutto) 18,7 kWh
Batteriegewicht 230 kg
max. Leistung kW (PS) 60 (82)
max. Drehmoment 210 Nm
Vmax 130 km/h
Getriebe Einganggetriebe
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung 165/65 R 15 T
Reifentyp Dunlop SP Street Response
Radgröße 5 x 15“
Abgas CO2 (lokal) 0 g/km
Verbrauch* (Werksangabe) 11,7 kWh
Reichweite (Werksangabe) 160 km
Kältemittel R134a
Vorbeifahrgeräusch 68 dB (A)
Kofferraumvolumen 250–923 l
Länge/Breite/Höhe 3540/1645–1910**/1477 mm
Grundpreis 26.900 Euro
* Werksangabe kombinierter Stromverbrauch/100 km; ** Breite mit Außenspiegeln
Messwerte VW e-Up
Beschleunigung
0–50 km/h 3,5 s
0–100 km/h 11,9 s
0–130 km/h 22,7 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 7,2 s
80–120 km/h 10,5 s
Leergewicht/Zuladung 1177/323 kg
Gewichtsverteilung v./h. 56/44 %
Wendekreis links/rechts 10,0/9,8 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 37,7 m
aus 100 km/h warm 37,3 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 57 dB (A)
bei 100 km/h 66 dB (A)
bei 130 km/h 71 dB (A)
Testverbrauch – CO2 13,8 kWh – 79 g/km*
Reichweite 119 km**
* rechnerische CO2-Bilanz auf Basis des deutschen Strommixes (575 g/kWh); ** ermittelt bei 6 °C Außentemperatur
Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Als Elektroauto funktioniert der e-Up einwandfrei. Spritzig nimmt er den Stadtverkehr unter die Räder. Angenehm ist der einfache Umgang mit seiner Technik. Allerdings taugt er aufgrund der mäßigen Reichweite nur als Zweit– oder Stadtwagen. Dafür ist er jedoch sehr teuer.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.