Test: Winterprofile für Allradler

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Winterreifen-Test 2015: 215/65 R 16

— 06.10.2015

Gesucht: Der beste Allrad-Winterreifen

Es wird kalt in Mitteleuropa. Höchste Zeit für unseren alljährlichen Winterreifentest. Mit dabei sind dieses Mal acht Winterspezialisten – und ein Sommerpneu zum Vergleich.

Der Winter ist ein unzuverlässiger Geselle. Mal kommt er früh, mal spät. Mal tritt er mit Wucht und Macht auf, mal ganz dezent und zurückhaltend. Mal kommt er gar nicht, um dann doch nach Ostern so richtig loszulegen. Vielleicht tun sich die Staaten in Mitteleuropa deshalb nach wie vor so schwer mit einer einheitlichen Regelung zum Thema Winterreifen. Während Österreich und Italien klare Gesetzestexte mit einer unmissverständlich fixierten Winterreifenpflicht bis zum 15. April eines jeden Jahres installiert haben, gibt es in der Schweiz überhaupt keine Vorschrift zu diesem Thema. Die Schweizer Regierung vertraut auf die Einsicht der Eidgenossen statt auf Regelungswut.
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Wieder einmal einen Sonderweg gibt es in Deutschland: Winterreifenpflicht ja, aber eigentlich doch wieder nicht. Einerseits schreibt der deutsche Gesetzgeber "wintertaugliche" Reifen vor, andererseits genügt ihm dabei als Nachweis der Wintertauglichkeit die simple M+S-Kennung am Reifen. Die ist jedoch wertlos, weil jeder Reifenhersteller diese nach Gutdünken an jedem Reifen anbringen darf – ohne jeden Nachweis der Wintereignung. Dazu kommt, dass der deutsche Gesetzgeber im Gegensatz zum italienischen und österreichischen keinen bindenden Zeitraum für die wintertaugliche Bereifung festgelegt hat. Wir haben also eine lediglich situative Winterreifenpflicht in Deutschland. Berlin will in folgenden Situationen M+S-Reifen auf den Autos sehen: Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Wer also an Silvester bei minus 20 Grad mit Sommerreifen auf der trockenen Autobahn unterwegs ist, hat nichts zu befürchten. Und auch bei Nässe darf man in Deutschland im Januar mit Sommerreifen herumfahren, solange diese nicht zu Eis gefriert.
Im Überblick: Alle Reifentests auf autobild.de

Anders als gern behauptet wird, dürfen auch die Versicherungen den Kaskoschutz bei einem Unfall nicht verweigern. Es sei denn, sie könnten dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit vorwerfen; beispielsweise durch überhöhte Geschwindigkeit oder abgefahrenes Profil der Sommerreifen. Trotz dieser legalen Schlupflöcher liegt die Winterreifen-Umrüstquote in Deutschland mittlerweile bei deutlich über 90 Prozent. Und das trotz der hohen Kosten durch die Doppelbereifung. Denn je nach Reifenpreis kostet ein Satz Winterreifenzwischen 400 und 1000 Euro. Dazu kommen noch einmal die gleichen Beträge für vier zusätzliche Felgen. Und außerdem zwei Mal pro Jahr die Kosten für den saisonalen Räderwechsel – falls man das wegen Rückenbeschwerden, Kraftmangel oder technischer Unkenntnis nicht selbst machen will oder kann.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

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Da liegt es nahe, dass so mancher sparen will und deshalb bei asiatischen Billigherstellern einkauft. Maxxis ist dieses Mal der Vertreter der Billigsparte in unserem diesjährigen Vergleichstest. Hinter Maxxis verbirgt sich der taiwanesische Reifengigant Cheng Shin, der seit 1969 Reifen produziert, auch in chinesischen Werken. Die Testergebnisse für den Maxxis sind gar nicht schlecht – jedenfalls nicht katastrophal, wie so häufig bei Reifen aus China oder Taiwan. Selbst im Kapitel Nässehaftung, das oft der typische Pferdefuß asiatischer Billigreifen ist, erreicht der Maxxis immerhin die Note Befriedigend. Trotzdem schneiden die Reifen der bei uns bekannteren Markenhersteller besser ab. Nur wenig besser ist der japanische Bridgestone, der mit seiner mäßigen Lenkpräzision auf trockenem Asphalt enttäuscht. Klar besser schneidet der ebenfalls recht preisgünstige Apollo ab. Wer oder was ist Apollo? Ein indischer Reifenhersteller, der vom Know-how des 2009 zugekauften niederländischen Reifenbauers Vredestein profitiert. Besser – speziell auf Nässe – ist nur der teure Dunlop.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tests haben wir in der Bildergalerie für Sie zusammengefasst. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es in der AUTO BILD Allrad 11/2015 oder im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Winterreifen-Test 2015: Winterprofile für Allradler

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Folgende Winterreifen wurden getestet:
Hersteller Bezeichnung Last-/Speed-Index Preis pro Reifen
Apollo Alnac 4G Winter 98 H ca. 95 Euro
Bridgestone Blizzak LM-80 Evo 98 H ca. 105 Euro
Continental TS 850 P SUV 98 H ca. 110 Euro
Dunlop Winter Sport 5 98 H ca. 110 Euro
Maxxis WP-05 Artictrekker 98 H ca. 85 Euro
Michelin Alpin 5 98 H ca. 115 Euro
Nokian WR SUV3 98 H ca. 110 Euro
Pirelli Scorpion Winter 98 H ca. 105 Euro

Winterprofile für Allradler

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.

Veröffentlicht:

02.10.2015

Preis:

1,00 €

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Riesiger Vorsprung der etablierten Marken? Von wegen. Der indische Apollo profitiert von zugekauftem Know-how und fährt fast ganz nach vorn. Bester Winterreifen im Test ist dieses Mal der Dunlop. Der ist aber auch 16 Prozent teurer.

Autoren: Dierk Möller-Sonntag, Martin Braun

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